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Markus Diem Meier

Markus Diem Meier

Markus Diem Meier (Jg. 1963) ist Co-Leiter des Ressorts Wirtschaft beim «Tages-Anzeiger». Seit der Asienkrise schreibt er über Makroökonomie und die Finanzbranche.

Articles by Markus Diem Meier

Kryptowährungen zur Lösung des Geldproblems

May 10, 2017

Auch gedruckt ist es kein richtiges Geld: Scheine für Bitcoins. Foto: Alexandra Wey (Keystone)
Bitcoin und andere Kryptowährungen können das Geld der Notenbanken nicht ersetzen. Allerdings gäbe es durchaus interessante Einsatzmöglichkeiten.
Im April hat sich das renommierte Peterson Institute for International Economics (PIIE) dem Thema Bitcoin angenommen. In einer Kurzstudie ist es der Frage nachgegangen, ob die digitalen Währungen eine Gefahr für die gängigen Währungen seien und damit auch für die Notenbanken, die sie überwachen sollen.
Die Antworten von PIIE-Autor Daniel Heller sind nicht neu. Hierzulande hat sie auch schon der emeritierte Wirtschaftsprofessor Ernst Baltensperger in einem Gastartikel in der NZZ niedergeschrieben. Die Antwort schon vorab: Bitcoin hat keine Chance, die gängigen Währungen zu ersetzen.
Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Etwas ganz anderes ist es nämlich, wenn die Notenbanken selbst eine solche Währung für ihre Geldpolitik nutzen würden. Gehen wir die beiden Argumente durch.
1.

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Wer beim Geldschöpfen wirklich kassiert

March 15, 2017

Profitables Geschäft: UBS-Filiale am Paradeplatz in Zürich. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)
Früher konnte ein Fürst für sein Untertanengebiet Münzen prägen. Damit konnte er für sich einen Profit herausschlagen. Dieser bestand aus dem Unterschied der Kaufkraft dieser Münzen und den Kosten, die er hatte, sie zu generieren. Weil nur ein Fürst dank seiner Macht Münzen prägen konnte, oder französisch der Seigneur, nennt man einen solchen Geldschöpfungsgewinn bis heute Seignorage.
In einer modernen Volkswirtschaft spielen Münzen allerdings eine untergeordnete Rolle und damit auch die Seignorage, die durch sie erzielt werden kann. Gemäss gängigen Vorstellungen sind es heute die Notenbanken, die das Geld schöpfen. Sie müssten daher auch den Löwenanteil an Seignorage verdienen – so könnte man meinen. Doch beides ist falsch. Weder schöpfen Notenbanken das meiste Geld, noch kassieren sie daher den Grossteil des Geldschöpfungsgewinns, der Seignorage. Eine neue Studie der Copenhagen Business School hat sich des Themas angenommen und erklärt anschaulich die Zusammenhänge.
Geschäftsbanken als wichtigste Geldschöpfer
Das Wichtigste vorweg: Den Löwenanteil der Seignorage verdienen nicht der Staat bzw. die Notenbanken, sondern die Geschäftsbanken.

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Die wahre Botschaft aus China

August 17, 2015

Wurde drastisch abgewertet: Die chinesische Währung Yuan. (Bild: Keystone)

Mit der Abwertung ihrer Währung Yuan hat China in den letzten Tagen die Kapitalmärkte in helle Aufruhr versetzt. Der Grund für die geweckten Ängste liegt nicht nur im Reich der Mitte.
«Währungskrieg» war das Schreckwort, das im Zusammenhang mit dem Wertverlust des Yuan in der letzten Woche am meisten die Runde gemacht hat. Davon ist die Rede, wenn Länder absichtlich ihre Währung schwächen, um dem eigenen Exportsektor Schub zu verleihen. Weil das auf Kosten der Nachfrage nach Produkten anderer Länder und damit von dortigen Arbeitsplätzen gehen kann, gilt eine Abwertung mit diesem Zweck als aggressive Handlung.
Für sich genommen kann man das Verhalten Chinas schlecht als Auftakt zu einem Währungskrieg bezeichnen. Denn das Land musste nicht viel tun, um den Yuan zu schwächen. Tatsächlich war dieser deutlich überbewertet. Daher hat es gereicht, dass die Verantwortlichen die Kontrolle über die Währung etwas gelockert haben. Eine leichte Öffnung für das freie Spiel der Märkte hat dann die Abwertung bewirkt. Um einen noch weiteren Kurszerfall aufzuhalten, musste die chinesische Notenbank sogar Stützungskäufe in Yuan vornehmen.
Aber es geht ohnehin nicht nur um China.

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Das Versagen des Internationalen Währungsfonds

July 7, 2015

Der IWF und seine Chefin Christine Lagarde haben in der Griechenland-Krise nicht das beste Bild abgegeben. Foto: Reuters

Das Bild ist gemacht: Schuld am Schlamassel um Griechenland ist die linke Regierung um Alexis Tsipras. Diese Sichtweise blendet die Vorgeschichte und die ökonomischen Realitäten aus.
Das Gebaren der griechischen Regierung seit ihrer Wahl hat viel Geschirr in den Beziehungen zu den Gläubigern zerschlagen. Diplomatisch war ihr Auftritt sicher nicht. Dass alles so schnell so schlimm gekommen ist, hat auch damit zu tun. Wenden wir unseren Blick aber von den Wortgefechten dieser Tage ab und schauen auf den grösseren Zusammenhang, ist diese Regierung bloss eine Folge der Entwicklung der Eurokrise. Eine solche Regierung und ihre Forderungen waren immer zu erwarten. Auch in anderen Euroländern ist damit zu rechnen.
Es war seit dem Frühjahr 2010 klar, dass Griechenland seine Schulden nicht zurückzahlen kann, die Anwendung der Schuldenfallenformel hätte das bereits geklärt. Selbst der Schuldenschnitt vom Frühjahr 2012 war ungenügend, wie auch die drastische Streckung der Rückzahlungsfristen durch die Gläubiger der Europäischen Union.
Dass die Schulden Griechenlands nicht mehr tragfähig sind, hat der Internationale Währungsfonds (IWF) in einem ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit gedachten beachtenswerten Papier ebenfalls eingestanden.

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