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Markus Diem Meier

Markus Diem Meier

Markus Diem Meier (Jg. 1963) ist Co-Leiter des Ressorts Wirtschaft beim «Tages-Anzeiger». Seit der Asienkrise schreibt er über Makroökonomie und die Finanzbranche.

Articles by Markus Diem Meier

Die Ökonomie der Weihnachtsgeschenke

15 days ago

Beim Schenken geht es nicht nur um das Bedürfnis des Beschenkten. Foto: iStock
Auf den Einkaufsstrassen und in den Läden wird es enger. In der Vorweihnachtszeit steigt die Hektik und bei manchen die Verzweiflung, was sie denn nun für Geschenke kaufen sollen. Viele Läden machen in diesen Tagen das grösste Geschäft des Jahres.
Das bedeutet aber nicht, dass der weihnachtliche Kaufrausch aus wirtschaftlicher Sicht eine gute Sache ist. Der amerikanische Ökonom Joel Waldfogel hält ihn sogar für eine grosse Verschwendung, oder im Jargon der Zunft für einen «grossen Wohlfahrtsverlust» (Deadweight loss). Seine Argumentation findet sich in einem Artikel, den die renommierte «American Economic Revue» bereits im Jahr 1993 abgedruckt hat. Im Jahr 2011 erschien auch die deutsche Übersetzung von

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Die dunkle Seite der Tech-Macht

October 30, 2017

Spielt in einer eigenen Liga: Amazon-Chef Jeff Bezos. Foto: Shannon Stapleton (Reuters)
Grosse, weltumspannende Technologiekonzerne wie Google, Facebook oder Amazon machen unser Leben deutlich einfacher. Wir können in einem Umfang kommunizieren wie noch nie, und das kostengünstig, wenn nicht sogar gratis. Was könnte man da Schlechtes über solche Unternehmen sagen?
Man könnte zum Beispiel die Macht anprangern, die sie mittlerweile einnehmen. In der Kommunikationsbranche, aber auch weit darüber hinaus (die Medienbranche ist nur ein Beispiel) nehmen Tech-Giganten ein immer grösseres Gewicht ein – und dies auf Kosten ihrer Konkurrenten. Wegen ihrer Macht und ihres Erfolgs hat man diesen Unternehmen auch schon den Namen «Superstar-Firmen» gegeben. Den benützen wir hier.
Stärker als die

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Wie die Frauen das Demografieproblem mildern

October 16, 2017

Frauen können alles verändern: Durch ihre Arbeit machen sie die Überalterung teilweise sogar mehr als wett. Foto: iStock
Die Alterung der Gesellschaft ist eine der grossen Herausforderungen für die Zukunft, weil sie aller Voraussicht nach dazu führt, dass nur noch ein kleinerer Teil der gesamten Bevölkerung arbeitet und das Einkommen für die ganze Bevölkerung generieren muss. Das war in diesem Beitrag schon einmal Thema, wobei die folgende dort erklärte Formel die Zusammenhänge zusammenfasst:

Die Schlussfolgerung aus der Formel lautet:
Je kürzer die Arbeitszeit der Beschäftigten
und/oder je geringer der Anteil der Beschäftigten an der Arbeitsbevölkerung
und/oder je geringer der Anteil der Arbeitsbevölkerung an der Gesamtbevölkerung ist, desto …
… kleiner ist der Anteil gearbeiteter

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Schulen bauen reicht nicht

October 2, 2017

An manchen Tagen taucht der Lehrer gar nicht erst auf: Schule im Norden Ugandas. Foto: Ben Curtis (AP)
Die beste Art von Entwicklungshilfe müssten doch Investitionen in Schulen sein. Wenn Kinder dort Grundfähigkeiten wie Lesen und Schreiben erlernen, werden nicht nur ihre eigenen Möglichkeiten massiv ausgeweitet, eine Volkswirtschaft wird insgesamt deutlich effizienter. Ein breites Grundwissen ist überdies die Voraussetzung, dass sich nicht nur eine Minderheit Expertenwissen aneignen kann für eine breite Partizipation an den gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Vorgängen in einem Land. Das stärkt die gesellschaftlichen Institutionen und erschwert Missbrauch und Korruption.
Doch Investitionen in Schulen bewirken manchmal gar nichts. Das ist die erschreckende

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Die Wurzeln des Populismus

September 18, 2017

Der wahrgenommene oder befürchtete Abstieg zählt: Von Pegida organisierter Protest gegen Flüchtlingsunterkünfte in Freital bei Dresden, Juni 2015. Foto: Jens Meyer (AP, Keystone)
Die Globalisierung, der rasche technologische Wandel und die wachsende Ungleichheit in vielen Ländern werden gerne als Grund für den Zulauf der Populisten genannt. Beim Herstellen einfacher kausaler Zusammenhänge ist aber Vorsicht angebracht. Eine genauere Analyse ist notwendig, um die Entwicklung zu verstehen und um zu sehen, ob und welche Gefahren daraus erwachsen. Protektionismus oder Hindernisse in der technologischen Entwicklung sind keine Lösungen. Die Gesellschaften würden ärmer und die Verteilkämpfe noch schärfer, was die Populisten noch mehr unterstützen würde.
Wie Martin Sandbu in seinem «Financial

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Internationaler Kapitalverkehr: Weniger ist besser

September 4, 2017

Ungebundene internationale Kredite können eine Immobilienblase oder einen Bauboom auslösen: Foto: Julian Stratenschulte (Keystone)
Seit der Finanzkrise ist die Globalisierung in einer Hinsicht dramatisch zurückgegangen. Die Rede ist nicht vom Güterhandel oder von den weltweiten Wertschöpfungsketten, sondern vom grenzüberschreitenden Kapitalverkehr. Wie eine Studie des McKinsey Global Institute (MGI) vom August festhält, sind die grenzüberschreitenden Kapitalströme seit dem Jahr 2007 bis zum Jahr 2016 um rund zwei Drittel (65 Prozent) geschrumpft. Das ist eine gute Nachricht.
Die folgende Grafik von des MGI zeigt die Entwicklung der grenzüberschreitenden Kapitalströme im Zeitverlauf:
In den Jahrzehnten vor der Finanzkrise galt der freie Kapitalverkehr zwischen den Ländern noch als eine

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Eine Frage des Vertrauens

August 21, 2017

Nur wer dem Gegenüber vertraut, tätigt gerne gemeinsame Geschäfte. Das gilt für Einzelpersonen – und erst recht für Firmen. Foto: iStock
Viele bleibende Folgen wurden im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Finanzkrise vor 10 Jahren in den letzten Tagen genannt: Die hohe private und staatliche Verschuldung zum Beispiel, die extrem tiefen Zinsen oder die aufgeblasenen Notenbankbilanzen. Eine der wichtigsten Folgen fand dabei aber selten explizit Erwähnung: der enorme Vertrauensverlust in die politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Institutionen und in die hergebrachten ökonomischen Überzeugungen, den die Krise zurückgelassen hat.
Verschiedene Untersuchungen wie jüngst ein Bericht der OECD bestätigen diesen Befund. Der Vertrauensverlust hat wesentlichen Anteil am Vormarsch der

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Beunruhigende Lehren aus Italien und Griechenland

June 28, 2017

Für einen symbolischen Euro übernommen: Banca Popolare di Vicenza, hier eine Mailänder Filiale. Foto: Luca Bruno (Keystone)
Was war das für ein Schwärmen, als noch zu Monatsbeginn die spanische Pleitebank Banca Popular von der Grossbank Santander übernommen wurde. «Europe reaches Mastery on Banks» – «Europa erreicht Meisterhaftigkeit bei den Banken» – titelte etwa der europhile «Financial Times»-Blogger Martin Sandbu seinen Beitrag zu dieser Lösung. Tatsächlich, alles lief, wie es sollte. Die Abwicklung der Bank ging – ganz wie von der europäischen Bankenunion vorgesehen – ohne Einsatz von Steuergeldern über die Bühne. Zur Kasse gebeten wurden Gläubiger und Aktionäre. Obwohl Santander die Bank für nur einen Euro übernahm, bleibt bei ihr auch das verbleibende Risiko. Um die durch die

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Beunruhigende Lehren aus Italien und Griechenland

June 28, 2017

Für einen symbolischen Euro übernommen: Banca Popolare di Vicenza, hier eine Mailänder Filiale. Foto: Luca Bruno (Keystone)
Was war das für ein Schwärmen, als noch zu Monatsbeginn die spanische Pleitebank Banca Popular von der Grossbank Santander übernommen wurde. «Europe reaches Mastery on Banks» – «Europa erreicht Meisterhaftigkeit bei den Banken» – titelte etwa der europhile «Financial Times»-Blogger Martin Sandbu seinen Beitrag zu dieser Lösung. Tatsächlich, alles lief, wie es sollte. Die Abwicklung der Bank ging – ganz wie von der europäischen Bankenunion vorgesehen – ohne Einsatz von Steuergeldern über die Bühne. Zur Kasse gebeten wurden Gläubiger und Aktionäre. Obwohl Santander die Bank für nur einen Euro übernahm, bleibt bei ihr auch das verbleibende Risiko. Um die durch die

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Kryptowährungen zur Lösung des Geldproblems

May 10, 2017

Auch gedruckt ist es kein richtiges Geld: Scheine für Bitcoins. Foto: Alexandra Wey (Keystone)
Bitcoin und andere Kryptowährungen können das Geld der Notenbanken nicht ersetzen. Allerdings gäbe es durchaus interessante Einsatzmöglichkeiten.
Im April hat sich das renommierte Peterson Institute for International Economics (PIIE) dem Thema Bitcoin angenommen. In einer Kurzstudie ist es der Frage nachgegangen, ob die digitalen Währungen eine Gefahr für die gängigen Währungen seien und damit auch für die Notenbanken, die sie überwachen sollen.
Die Antworten von PIIE-Autor Daniel Heller sind nicht neu. Hierzulande hat sie auch schon der emeritierte Wirtschaftsprofessor Ernst Baltensperger in einem Gastartikel in der NZZ niedergeschrieben. Die Antwort schon vorab: Bitcoin hat keine Chance, die gängigen Währungen zu ersetzen.
Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Etwas ganz anderes ist es nämlich, wenn die Notenbanken selbst eine solche Währung für ihre Geldpolitik nutzen würden. Gehen wir die beiden Argumente durch.
1.

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Wer beim Geldschöpfen wirklich kassiert

March 15, 2017

Profitables Geschäft: UBS-Filiale am Paradeplatz in Zürich. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)
Früher konnte ein Fürst für sein Untertanengebiet Münzen prägen. Damit konnte er für sich einen Profit herausschlagen. Dieser bestand aus dem Unterschied der Kaufkraft dieser Münzen und den Kosten, die er hatte, sie zu generieren. Weil nur ein Fürst dank seiner Macht Münzen prägen konnte, oder französisch der Seigneur, nennt man einen solchen Geldschöpfungsgewinn bis heute Seignorage.
In einer modernen Volkswirtschaft spielen Münzen allerdings eine untergeordnete Rolle und damit auch die Seignorage, die durch sie erzielt werden kann. Gemäss gängigen Vorstellungen sind es heute die Notenbanken, die das Geld schöpfen. Sie müssten daher auch den Löwenanteil an Seignorage verdienen – so könnte man meinen. Doch beides ist falsch. Weder schöpfen Notenbanken das meiste Geld, noch kassieren sie daher den Grossteil des Geldschöpfungsgewinns, der Seignorage. Eine neue Studie der Copenhagen Business School hat sich des Themas angenommen und erklärt anschaulich die Zusammenhänge.
Geschäftsbanken als wichtigste Geldschöpfer
Das Wichtigste vorweg: Den Löwenanteil der Seignorage verdienen nicht der Staat bzw. die Notenbanken, sondern die Geschäftsbanken.

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