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Markus Diem Meier

Markus Diem Meier

Markus Diem Meier (Jg. 1963) ist Co-Leiter des Ressorts Wirtschaft beim «Tages-Anzeiger». Seit der Asienkrise schreibt er über Makroökonomie und die Finanzbranche.

Articles by Markus Diem Meier

Die Ökonomie der Pandemie

10 days ago

Den Ökonomen fehlen Erfahrungswerte, um Prognosen für die weitere Entwicklung der Krise zu machen. Auch sonst verhält sich gegenwärtig vieles anders als in den Wirtschafts-Lehrbüchern.
Auch hier ist wirtschaftliches Handeln verboten: Ein Mann mit Kinderwagen vor der geschlossenen Ikea-Filiale in Pratteln. Foto: Keystone
Taugt der Instrumentenkasten der Ökonomen, um die Pandemie zu verstehen? Obwohl die Krise einmalig ist, lassen sich die ökonomischen Effekte mit dem gängigen Instrumentarium der Ökonomen verstehen. Noch schwieriger als sonst ist es allerdings, Prognosen für die weitere Entwicklung zu machen, denn es fehlen Erfahrungswerte, und alles hängt vom Verlauf der Pandemie ab.
Anders als im Fall gewöhnlicher Rezessionen geht ein wirtschaftlicher Einbruch jetzt

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Der Wirtschaft drohen schwere Langzeitschäden

24 days ago

Die Corona-Krise ist nicht vergleichbar mit der Finanzkrise von 2008. Deshalb muss auch die Antwort darauf anders ausfallen.
Leere Stühle und Bänke: die Gastrobranche ist von der Corona-Epidemie besonders betroffen. Foto: Andrea Zahler
Zunehmend werden die ökonomischen Folgen des Coronavirus mit jenen der Finanzkrise verglichen. Dafür ist es nochzu früh. Doch die aktuelle Krise berührt die meisten Menschen und Unternehmen unmittelbar deutlich mehr als jene im Jahr 2008.
Weil damals viele Banken vom Zusammenbruch bedroht waren, sind ihnen Notenbanken und Staaten mit Rettungspaketen und Geldspritzen zu Hilfe geeilt. Ohne dieses Vorgehen wären die Folgen der Krise sehr viel schlimmer gewesen. Banken sind auch jetzt von der Viruskrise betroffen, etwa weil viele

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Helikoptergeld als Folge des Coronavirus

March 3, 2020

Das Coronavirus bedroht die Wirtschaft. Deshalb werden Massnahmen diskutiert, die jüngst noch für extrem gehalten wurden.
Geldschübe helfen der Wirtschaft nicht: Alltag in Zeiten des Coronavirus in Hongkong. Foto: Kin Cheung (Keystone)
Die Sorgen um die Folgen des Coronavirus für die Weltkonjunktur nehmen mit jedem Tag weiter zu. Und nicht nur für die Heilung der Krankheit sind die vorhandenen Medikamente ungenügend, auch im ökonomischen Bereich fehlt es an wirksamen Gegenmitteln.
Die klassische Medizin gegen Konjunktureinbrüche wäre eine ausgeweitete Geldversorgung durch die Notenbanken. Doch zum einen bedroht das Virus die Wirtschaft vor allem von der Angebotsseite her, wie das Ökonomen nennen. Das heisst, wenn Unternehmen und Beschäftigte wegen des Virus weniger

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Ein folgenschwerer Abgang beim Währungsfonds

February 18, 2020

Der Rücktritt von David Lipton beim IWF bringt die wichtigste Organisation der Globalisierung unter stärkere Kontrolle von Donald Trump.
Das neue IWF-Spitzenduo ist bereits Geschichte: David Lipton ist als Vize der neuen Direktorin Kristalina Georgieva zurückgetreten. Foto: Andrew Harrer (Bloomberg, Getty)
Der Abgang von Vizedirektor David Lipton beim Internationalen Währungsfonds (IWF) hat nicht für die grossen Schlagzeilen gesorgt. Dennoch hat die Personalie Bedeutung. Vielleicht sogar eine grosse. Jetzt droht der IWF verstärkt unter den Einfluss von Donald Trump zu geraten, der von internationalen Organisationen wenig hält. Seit 2019 ist mit David Malpass bereits ein Trump-Vertrauter Präsident der Weltbank. Und mit der Blockade einer Ersatzwahl ins oberste

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Die USA gegen die Nationalbank

January 21, 2020

Interveniert die Schweiz gegen eine weitere Frankenaufwertung, droht jederzeit die schwarze Liste des US-Finanzministeriums.
Weiteres Unheil droht: US-Finanzministerium in Washington D.C. Foto: Martin Rütschi (Keystone)
Der Franken verteuerte sich letzte Woche auf Werte wie zum letzten Mal vor fast drei Jahren, was sich an einem tieferen Euro-Franken-Kurs zeigt. Nur noch knapp mehr als 1.07 Franken kostete die Gemeinschaftswährung Ende letzter Woche. Der Grund: Das US-Finanzministerium setzte die Schweiz wieder auf die Liste potenziell unfairer Währungsmanipulatoren.
Das Verdikt der Amerikaner kam nicht überraschend. Die Schweiz erfüllt aktuell zwei von drei Kriterien, die das US-Finanzministerium für unfaire Währungsmanipulatoren festgelegt hat. Beide drehen sich

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Ein Jahrzehnt der Zeitbomben

January 7, 2020

Wo in den 2020er Jahren die grössten Risiken für die Weltwirtschaft lauern.
China und die USA dürften in Zukunft öfter aneinandergeraten: Militärparade in Peking am 1. Oktober 2019. Foto: Kevin Frayer (Getty Images)
Die Wirtschaftsprognosen für das neu begonnene Jahr sind zwar nicht berauschend, aber eine Rezession droht gemäss den Vorhersagen nicht. Und ein schwächeres Wachstum wirke sich kaum auf die Arbeitsmärkte aus.
Mehr Anlass zur Sorge geben aber eine Reihe tickender ökonomischer Zeitbomben. Vielleicht geht keine in diesem Jahr hoch. Aber für das gesamte neue Jahrzehnt sind die Risiken hoch.
Das Paradebeispiel ist der Klimawandel, der jüngst stärker ins Bewusstsein geraten ist. Das extreme Ausmass der Buschbrände in Australien könnte ein Hinweis dafür sein,

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Das ist noch kein Handelsfrieden

December 17, 2019

Im Handelsstreit kam es letzte Woche zu einem Deal und die WTO büsste ihren wichtigsten Zweck ein. Wie hängen diese Ereignisse zusammen?
Alles super? Trumps Deal mit den Chinesen lässt Fragen offen. Foto: Keystone
Zwei Ereignisse der letzten Woche haben für den Welthandel eine grosse Bedeutung, auch für die Schweiz als kleine offene Volkswirtschaft. Am Mittwoch hat die Welthandelsorganisation WTO ihre wichtigste Funktion eingebüsst. Am Freitag kam es zwischen China und den USA im Handelsstreit zu einem Deal. Was bedeuten die beiden Ereignisse, und wie hängen sie zusammen?
Zuerst zum Kern des Deals zwischen China und den USA. Die Amerikaner werden angedrohte Zölle auf chinesische Produkte nicht einführen und einen Teil der bereits eingeführten reduzieren. Die

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China widerlegt Montesquieu

December 3, 2019

Die Einbindung Chinas in den Welthandel hat die Demokratie im Land kaum gefördert. Das zeigt, dass Handel Gesellschaften nicht besänftigt.
Türken und Uiguren protestieren in Istanbul gegen die Internierung von mehr als einer Million Uiguren in der chinesischen Provinz Xinjiang. Foto: Keystone
Handel schafft offenere Gesellschaften, Demokratie und wirtschaftlichen Fortschritt: Solche Argumente gibt es bereits seit Jahrhunderten. Schon der Aufklärungsphilosoph Montesquieu schrieb 1748 in seinem Werk «Der Geist der Gesetze»: «Es ist fast eine allgemeine Regel, dass überall dort, wo die Wege des Menschen sanft sind, es Handel gibt, und wo es Handel gibt, sind auch die Wege der Menschen sanft. Der Handel poliert und mildert barbarisches Verhalten.»
Die Idee dahinter:

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Diese Entwarnung ist nicht glaubwürdig

November 5, 2019

Konjunkturbeobachter sagen, es drohe der Welt keine Rezession – und liefern einen Hinweis nach, der es in sich hat.
Die Arbeitslosigkeit ist tief, doch wie lange halten die Börsen die wachsende Unsicherheit aus? Foto: Richard Drew (AP)
Die Arbeitslosigkeit befindet sich in den entwickelten Ländern auf einem Mehrjahrestiefstand. Und doch hat der Begriff der Rezession Hochkonjunktur. In Presseartikeln und Analystenberichten wird immer öfter die Frage gestellt, ob der Welt, den entwickelten Ländern und der Schweiz so etwas droht.
Im sogenannt technischen Sinn spricht man von einer ­Rezession bei einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts über zwei Quartale – wie gering er auch immer ist. Auch das Wachstum zuvor oder danach und wie es um die Arbeits­losigkeit steht,

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Die Kritik an der EZB greift zu kurz

October 8, 2019

Er steht vor seinem Abgang unter Kritik: EZB-Chef Mario Draghi. Foto: Keystone
Eine Reihe von renommierten Ökonomen kritisieren erneut scharf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank mit Negativzinsen und Anlagekäufen unter dem abtretenden Mario Draghi. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat den Text in voller Länge publiziert. 
Die meisten von ihnen haben im ersten Jahrzehnt nach der Gründung der Europäischen Zentralbank (EZB) einflussreiche Ränge bei dieser bekleidet. Mit den beiden Deutschen Otmar Issing und Jürgen Stark sind zwei einstige Chefökonomen der EZB vertreten, die schon seit langem ihren Unmut über die Politik der Notenbank betonen. Mit dabei sind ausserdem einstige Vertreter aus der Chefetage nationaler Notenbanken aus Frankreich, den Niederlanden und Helmut

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Die Heuchelei der Notenbankkritiker

September 24, 2019

Die «unkonventionelle» Geldpolitik der Notenbanken ist unbeliebt. Doch für tiefe Zinsen sind sie nicht alleine veranwortlich.
Unter Beschuss: Der Eingang der Schweizer Notenbank in Bern. Foto: iStock
Negativzinsen, Käufe von Staatsanleihen, Devisenmarktinterventionen: Die «unkonventionelle» Geldpolitik der Notenbanken ist unbeliebt, und die Warnungen vor ihren negativen Begleiterscheinungen häufen sich. Mit den Entscheiden der Europäischen Zentralbank, des Fed in den USA und auch der SNB in den letzten beiden Wochen wurde deutlich: An dieser Art von Geldpolitik wird sich auf nicht absehbare Zeit nichts ändern. So geraten auch die Notenbanker selbst immer stärker ins Feuer der Kritik. 
In Deutschland stellte das Boulevard-Blatt «Bild» Draghi nach dem Zinsentscheid

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Die liberale Marktwirtschaft hat ein Problem

September 10, 2019

Ungleichheit und Digitalisierung bedrohen das Fundament unserer Gesellschaft. Das haben auch die Chefs grosser US-Konzerne gemerkt.
Die Generation seiner Eltern hatte es mal besser: Tieflohnarbeiter in einem Amazon-Warenlager in den USA. Foto: Bartek Sadowski (Getty Images)
Moderne demokratische, politisch und wirtschaftlich erfolgreiche Gesellschaften, wie wir sie in den hochentwickelten Ländern kennen, gibt es erst seit einer sehr kurzen Zeit. Wir tendieren dazu, sie für gesichert zu halten und zu glauben, dass die Geschichte ohnehin zu immer höheren Formen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung führt. Diese Ansicht ist falsch. Unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ist gefährdet, wenn die Grundlage für den Erfolg vergessen geht. Leider liegt

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Die Weltwirtschaft steht vor einem Sturm

August 27, 2019

Präsident Trump tut alles, um die internationale wirtschaftliche Architektur zu zerstören. Foto: Keystone
Die Zeichen für die Weltwirtschaft stehen auf Sturm. Für das wirtschaftlich bedeutendste Land der Eurozone und den mit Abstand wichtigsten Handelspartner der Schweiz, Deutschland, warnt dessen Bundesbank vor einer Rezession. Auch in den USA nehmen die Rezessionsängste zu. 
Diese Aussicht wäre keine Katastrophe. Notenbanken und Staaten haben in gewöhnlichen Zeiten die Möglichkeit, darauf angemessen zu reagieren. Selbst den totalen Einbruch der Weltwirtschaft im Zuge der Finanzkrise vor zehn Jahren konnten sie aufhalten: mit radikalen Zinssenkungen und weiteren Geldspritzen der Notenbanken, Konjunkturprogrammen der Staaten und einer internationalen Koordination des Vorgehens.
Die

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Die Risiken von Trumps absurdestem Vorwurf

August 13, 2019

Das kommt den USA entgegen: Seit einigen Jahren tut Chinas Notenbank alles, um einen Preisanstieg des Dollars auf über 7 Yuan zu verhindern. Foto: AP
Vor rund einer Woche hat das US-Finanzministerium (Treasury) China als unfairen Währungsmanipulator gebrandmarkt. Dieser Schritt ist der bisherige Höhepunkt an Absurdität in Trumps Handelskrieg mit China. 
Noch in seinem jüngsten Bericht vom Mai sprach das Treasury China explizit von exakt diesem Vorwurf frei. Die Kriterien des Ministeriums für dieses Urteil erfüllt China heute so wenig wie damals. Es war allerdings schon damals ein offenes Geheimnis, dass US-Präsident Donald Trump mit der Schlussfolgerung seines Finanzministeriums alles andere als glücklich war. Der jüngste Entscheid zeugt von einer bedenklichen Unberechenbarkeit der

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Die Zinspolitik hat ihr Limit erreicht

July 30, 2019

Die Europäische Zentralbank wird ihre Geldpolitik noch weiter lockern: EZB-Gebäude in Frankfurt. Foto: Keystone
Letzte Woche kündigte die Europäische Zentralbank für den September verklausuliert eine Zinssenkung weiter in den negativen Bereich an. Das Gleiche erwartet man auf den Märkten von der Schweizerischen Nationalbank. Am Mittwoch wird auch die US-Notenbank ihren Leitzins senken.
Die Notenbanken versuchen verzweifelt, die Wirtschaft anhaltend zu befeuern. Stimmungsindikatoren deuten eine deutliche Eintrübung an. Doch was können tiefere Leitzinsen bewirken? In normalen Zeiten führen sie über einen komplexen «Transmissionsmechanismus» zu steigenden Investitionen (weil Kredite billiger werden), mehr Exporten (weil die Währung schwächer wird) und höheren Anlagenpreisen. Das alles

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Wenn Trump selbst zum Währungskrieger wird

July 16, 2019

Hat er es auf eine Schwächung des Dollars abgesehen? US-Präsident Donald bei einem Besuch in Cleveland, Ohio. Foto: Carlos Barria (Reuters)
Im Herbst 2010 hat der damalige brasilianische Finanzminister Guido Mantega den Begriff des «Währungskriegs» geprägt. Weil die Tiefzinspolitik der US-Notenbank den Dollar ab- und den brasilianischen Real sowie weitere Schwellenwährungen aufwerten liess, verteuerten sich die Exporte dieser Länder und minderte sich ihre Wettbewerbsfähigkeit. Mantega sah darin ein unfaires Verhalten der Amerikaner.
Das war Unsinn. Der Zweck der Tiefzinspolitik des Fed war nicht, anderen zu schaden. Es tat, was es tat, weil die USA damals noch an den Folgen der Finanzkrise litten – mit einer hohen Arbeitslosigkeit und einem schwachen Finanzsektor.
Heute ist die

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Ein bedrohliches Zins-Szenario

July 2, 2019

Die Zinsen bleiben rekordtief: US-Notenbank Federal Reserve in Washington. Foto: Mark Wilson (Getty Images)
Fast sechs Jahre ist es her, seit der einstige Finanzminister der USA und Topökonom Larry Summers im November 2013 in einer nur viertelstündigen Rede beim Internationalen Währungsfonds einem beinahe vergessenen Begriff wieder neue Prominenz verschafft hat: «Secular Stagnation» – Jahrhundert-Stagnation. Bekannt gemacht hat den Begriff Ende der 1930er-Jahre der US-Ökonom Alvin Hansen. Dieser war damals überzeugt, dass hinter der Weltwirtschaftskrise Verwerfungen standen, die noch sehr lange auf der Wirtschaft lasten würden. Hansen wurde von der Geschichte widerlegt.
Auch die These von Summers wurde kontrovers aufgenommen. Im Zentrum stand für ihn der Umstand, dass die um die

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Das Einmaleins des neuen Leitzinses

June 18, 2019

Wie schon beim Libor teilt die Nationalbank mit dem Leitzins mit, wo sie die Kurzfristzinssätze haben will: SNB-Präsident Thomas Jordan. Foto: Anthony Anex (Keystone)
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führt neu einen Leitzins ein. Hatte sie denn bis jetzt gar keinen? Doch, hatte sie, aber der hiess anders. Nutzen wir doch die Gelegenheit, um zu klären, was eigentlich ein Leitzins ist. Und was sich nun geändert hat.
Eine Notenbank benutzt einen Leitzins, um das gesamte Zinsniveau in einem Land zu beeinflussen – und damit indirekt den Gang der Wirtschaft. Droht zum Beispiel eine Rezession, senkt sie den Leitzins. Das darauf generell tiefere Zinsniveau verbilligt Kredite und damit Investitionen sowie die Währung.

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Das Einmaleins des neuen Leitzinses

June 18, 2019

Wie schon beim Libor teilt die Nationalbank mit dem Leitzins mit, wo sie die Kurzfristzinssätze haben will: SNB-Präsident Thomas Jordan. Foto: Anthony Anex (Keystone)
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führt neu einen Leitzins ein. Hatte sie denn bis jetzt gar keinen? Doch, hatte sie, aber der hiess anders. Nutzen wir doch die Gelegenheit, um zu klären, was eigentlich ein Leitzins ist. Und was sich nun geändert hat.
Eine Notenbank benutzt einen Leitzins, um das gesamte Zinsniveau in einem Land zu beeinflussen – und damit indirekt den Gang der Wirtschaft. Droht zum Beispiel eine Rezession, senkt sie den Leitzins. Das darauf generell tiefere Zinsniveau verbilligt Kredite und damit Investitionen sowie die Währung. Das alles erhöht die Gesamtnachfrage und gibt so der gesamten

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Keine Entwarnung im Währungskrieg

June 3, 2019

US-Handelsminister Wilbur Ross (r.) lauscht Präsident Donald Trumps Erklärung betreffend Geschäften mit und in China, März 2018. Foto: Evan Vucci (Keystone)
Die Schweiz steht bei den Amerikanern nicht mehr unter Beobachtung als potenziell unfairer Währungsmanipulator. Selbst China wurde von diesem Vorwurf freigesprochen. Ist Donald Trump plötzlich milde geworden? Leider nein! Beides ergibt sich aus dem bereits um mehrere Wochen verschobenen Bericht des US-Finanzdepartements zu diesem Thema, der gewöhnlich halbjährlich erscheint – Mitte Oktober und Mitte April. Doch seine Schlussfolgerung sollte nicht überbewertet werden.
Wer als Währungsmanipulator bezeichnet werden kann, ist gemäss dem Bericht exakt festgelegt – nach gesetzlichen Regelungen aus der Zeit vor Trumps Präsidentschaft. Es

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Die Nationalbank – eine heilige Kuh?

May 21, 2019

Aber halt! Sich der Öffentlichkeit gegenüber zu erklären, hat historisch nie zu den Stärken der SNB gezählt. Foto: Adrian Moser
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) werde viel zu wenig hinterfragt: Diese Kritik ist bei Finanzinstitutionen und unter Ökonomen verbreitet, und sie scheint zuzunehmen.
Es gibt tatsächlich gute Gründe für einen kritischeren Blick auf die Nationalbank. Keine andere Institution hat mehr Einfluss auf die finanziellen Bedingungen im Land, auf die Währung sowie auf die Konjunktur. Am meisten Anlass zur Skepsis bietet die Politik der weltweit mit –0,75 Prozent einmalig tiefen negativen Leitzinsen. Die SNB verfolgt sie trotz einer bisher starken Wirtschaftslage.
Rekordtiefe Negativzinsen und ihre Folgen
Die negativen Folgen dieser Politik sind unbestritten: Sie

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Die wachsenden Chancen einer schlechten Idee

May 6, 2019

Ungewisse Zukunft der Geldpolitik: Die «Modern Monetary Theory» ist noch nicht vom Tisch. (Foto: iStock)
Nicht mehr wie bisher die Notenbanken sollen die Konjunktur ins Gleichgewicht bringen, sondern die Staaten mithilfe ihres Budget (man spricht dann von Fiskalpolitik). Das ist die Essenz der «Modern Monetary Theory» (MMT). Wenn die Arbeitslosigkeit steigt, soll der Staat mehr ausgeben, um wieder für Vollbeschäftigung zu sorgen. Das Zusammenspiel zwischen Geldpolitik und Fiskalpolitik zur Stabilisierung der Wirtschaft entspricht noch ökonomischen Lehrbüchern. Doch MMT geht deutlich darüber hinaus: Hier wird die Notenbank auf die Funktion reduziert, den Staat zu finanzieren.
Dieser kann dann nach Belieben die Ausgaben erhöhen, ohne dass die Verschuldung eine Rolle spielt. Nur wenn

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Warum Trump sein Handelsziel verfehlt

April 9, 2019

Ob er auf sie hört? Donald Trump und IWF-Chefin Christine Lagarde. (Foto: Neil Hall/Keystone)
Noch immer ziehen sich die Verhandlungen zwischen China und den USA hin. Trotz der stetigen Verlautbarung von US-Präsident Donald Trump, es fehle wenig zu einer Lösung, wird der Termin für sein Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping immer wieder aufs Neue verschoben.
Schon jetzt ist klar, dass Trump sein wichtigstes Ziel nicht erreichen wird: einen Abbau des Aussenhandelsdefizits der USA. Das wird aus dem Weltwirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF) deutlich, der heute Dienstag publiziert wird. In dessen viertem Kapitel zeigen IWF-Ökonomen anhand von umfangreichen Datenerhebungen auf, dass Zölle nur einen geringen Einfluss auf Aussenhandelsdefizite oder

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Was das Schweizer Lohnniveau bedroht

March 26, 2019

Ein Coiffeur in der Schweiz ist im Vergleich zu Kollegen im Ausland nicht so viel leistungsfähiger, wie die Lohndifferenz es glauben machen mag. Foto: Walter Bieri (Keystone)
Dass das Schweizer Lohnniveau im internationalen Vergleich zu den höchsten gehört, ist kein Geheimnis. Das wirft immer wieder Fragen auf – gerade im Zusammenhang mit offenen Grenzen und dem internationalen Handel. Wie gesichert oder gefährdet ist diese Position?
Ökonomen lehren, dass der Lohn im Wesentlichen von der Produktivität, also der Leistungsfähigkeit der Arbeit abhängt – zumindest wenn wir von einem einigermassen funktionierenden Wettbewerb ausgehen. Denn es lohnt sich für einen Arbeitgeber, mehr für einen Beschäftigten zu bezahlen, wenn die von jenem gelieferte Leistung dem Unternehmen einen

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Das neue Engagement der Ökonomen

March 11, 2019

Geben Sie der Ökonomie eine Chance! Sie hat das Know-how, um einige unserer Probleme zu lösen. (Foto: iStock)
Zu oft werde «Marktfundamentalismus» für das gehalten, wofür Ökonomen stehen. Und das sei falsch. Das schreiben die drei in den USA lehrenden Ökonomen Seresh Naidu, Dani Rodrik und Gabriel Zucman in der Einleitung zu einer gratis per Internet verfügbaren Aufsatzsammlung, die von Ökonomen der führenden US-Universitäten verfasst wurde.
Für viele problematische Entwicklungen der letzten Jahrzehnte wurden Ökonomen bzw. deren Theorien mitverantwortlich gemacht: Etwa für eine zu weit gehende Globalisierung und Öffnung der Grenzen. Oder für das Unterschätzen der Risiken und Nachteile, die von unzureichend regulierten Banken ausgehen und von ungehinderten internationalen

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Echte und unechte Rezessionen

February 18, 2019

Die deutsche Wirtschaft brummt: Zusammenbau eines Ford Fiesta im Ford-Werk Köln-Niehl. Foto: Florian Gärtner (Getty Images)
Haarscharf sei Deutschland an einer Rezession vorbeigeschrammt, hiess es am letzten Donnerstag, als das Land die Schätzung für sein Wirtschaftswachstum im vierten Quartal des Vorjahres veröffentlichte. Ob die Schweiz diesem Schicksal ebenfalls entkommt, wissen wir erst am letzten Tag des Februar, wenn das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) seine Schätzung für das Wachstum im letzten Quartal 2018 veröffentlicht.  
Rezession: Das tönt dramatisch – im Ökonomen-Slang steht das Wort für eine Krise, wenn auch nicht für eine gar so schlimme wie das Wort Depression. Doch was genau ist eine Rezession eigentlich?
Ein Land befindet sich gemäss der am häufigsten

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Die ökonomischen Schattenseiten der Migration

February 4, 2019

Wenn die Gewinner der Globalisierung den Verlierern die Solidarität aufkündigen, entstehen Protestbewegungen wie jene der Gelbwesten in Frankreich. Foto: Guillaume Horcajuelo (Keystone)
Vier Freiheiten bilden die Grundlage des Binnenmarktes der Europäischen Union: der freie Warenverkehr, der freie Kapitalverkehr, der freie Dienstleistungsverkehr und der freie Personenverkehr. Die Binnenmarkt-Idee ist ein Kind des Denkens aus den 80er- und 90er-Jahren, als die Überzeugung vorherrschte, komplett offene, grenzüberschreitende Märkte seien letztlich im Interesse aller. Es war die hohe Zeit der Globalisierung.
Es kam anders. Und die Ökonomen haben dazugelernt. Dass ein freier Güterverkehr etwas ganz anderes ist als ein vollkommen freier Kapitalverkehr und dass Letzterer die Vorteile nicht

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Die Heuchelei der G-20

December 10, 2018

Nicht nur die USA und China errichten Handelshindernisse: Treffen zwischen den Delegationen beider Länder am G-20-Gipfel in Buenos Aires (1. Dezember 2018). Foto: Pablo Martinez (Keystone)
Erneut hat der Handelskrieg zwischen den USA und China in der letzten Woche die Weltpolitik und die Kapitalmärkte in Atem gehalten. Beim Treffen der G-20-Staaten wurde zwar ein vorübergehender Waffenstillstand vereinbart. Glaubwürdig erschien das nicht: Die Sorgen vor einer nächsten Eskalationsstufe haben in den Tagen darauf die Börsen erneut einbrechen lassen.
Eine neue Studie des in St. Gallen lehrenden Ökonomen Simon Evenett und seines Mitarbeiters Johannes Fritz stellt auf der Grundlage von umfangreichen Daten den Konflikt in einen grösseren Zusammenhang. Die Studie macht klar, dass der

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Die Ökonomie des Kindergelds

November 26, 2018

Eine grosse Familie muss man sich erst mal leisten können. Foto: iStock
Pro Kind erhält man in der Schweiz eine Familienzulage von mindestens 200 Franken. Für einen Beschäftigten hat das die gleiche Wirkung wie eine Lohnerhöhung um diesen Betrag pro Kind. 200 Franken unter der Etikette Kindergeld unterscheiden sich in nichts von 200 Franken Lohn, was die Kaufkraft betrifft. Es ist ebenso Geld wie jenes, das als Gehalt ausbezahlt wird.
Aus klassischer ökonomischer Sicht ist daher anzunehmen, dass die Empfänger das Geld nicht direkt für die Kinder verwenden. Gemäss dieser Analyse wird die Familie das Geld dafür verwenden, wofür sie den grössten Nutzen oder Bedarf hat. Für die Familie als Ganzes wäre es wenig rational, wenn für ein Kind Geld ausgegeben würde, das dieses weniger dringend

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Der Feind, die Maschine

November 12, 2018

Die Mechanisierung der Landwirtschaft nahm im frühen 19. Jahrhundert ihren Anfang: Moderner Mähdrescher in den USA. Foto: Charlie Riedel (Keystone)
Als «Captain Swing Riots» sind Aufstände in die Geschichte eingegangen, die in den 1830er-Jahren in England nach der Einführung der Dreschmaschine ausgebrochen sind. Den Namen hat die Bewegung erhalten, weil im Zuge dieser Aufstände Drohbriefe mit der Unterschrift der Fantasiefigur Captain Swing versandt wurden. Es kam zu über 3000 Aufständen und damit zu den grössten Unruhen in England seit 1700.
In einer neuen Studie haben die Wirtschaftshistoriker Bruno Caprettini und Joachim Voth vom UBS Center of Economics in Society diese Aufstände genauer untersucht. Sie konnten nachweisen, dass die Aufstände tatsächlich auf den technologischen

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