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Articles by Acemaxx

Geld, Kreditwesen und Nachfrage

2 days ago

Was die herrschende Wirtschaftslehre nicht wahrnehmen will, ist die Tatsache, dass es keiner Ersparnisse bedarf, um Investitionen zu tätigen.Das heisst, dass die Austerität in einem schwer angeschlagenen Umfeld der Wirtschaft abwegig ist. Denn zunächst müssen Investitionen her, damit Ersparnisse entstehen können.Das Geld wird nämlich in dem Moment geschaffen, wenn eine Bank einen Kredit gewährt. Die …

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Wie lässt sich Staatsschuldenquote stabilisieren?

2 days ago

Mervyn King, der ehemalige (Juli 2003 bis Juli 2013) Gouverneur der Bank of England (BoE) hat vor ein paar Jahren in einem Interview (Lunch with FT) mit Martin Wolf gesagt, dass das private Banken-System 95% des Geldes (broad money) in der Wirtschaft erzeugt. (*)Der Anteil der Zentralbanken daran beträgt 5% oder weniger, so King weiter. …

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Negative Swap-Sätze für 30 Jahre in USD

3 days ago

Die Erwartungen über die Deregulierung der Finanzmärkte, die US-Präsident Donald Trump versprochen hat, mögen dahinterstecken, dass die Swap-Spreads für 30 Jahre sich gegenwärtig gegen das Null-Prozent annähern.Die ganze Entwicklung war von Anfang an ohnehin bizarr genug, da rein theoretisch nicht zu erwarten ist, dass die Spreads negativ werden.Die Rendite der Staatsanleihen (US-Treasury Bonds), die ja …

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Zentralbanken und Finanzstabilität

5 days ago

Die SNB hat als vorrangiges Ziel die Preisstabilität zu gewährleisten und dabei der konjunkturellen Entwicklung Rechnung zu tragen.Damit setzt sie grundlegende Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Wirtschaft.Auf der anderen Seite des Atlantiks verfolgt die US-Notenbank ein duales Mandat (gemäss Fed Reform Act von 1977): Sicherung der Preisstabilität sowie der Vollbeschäftigung in der Wirtschaft.Zur Erinnerung: Die …

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Ertragskurve und wirtschaftliche Erholung

10 days ago

Janet Yellen, die Fed-Chefin hat am Mittwoch den amerikanischen Leitzins um 0,25% angehoben. Die US-Notenbank hat damit die Zinsen seit Dezember 2015 das vierte Mal erhöht. Der Fed Funds Rate, zudem sich die Banken gegenseitig über Nacht (over night) Geld ausleihen, liegt nun in einer Spannbreite zwischen 1% und 1,25%.Es sind seit der ersten Zinserhöhung 18 …

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Zentralbanken, 2-Prozent-Inflationsziel und Fiskalpolitik

11 days ago

Als Janet Yellen das Amt als Fed-Präsidentin antrat, war sie gegen die Idee, das 2-Prozent-Inflationsziel zu erhöhen.Nun hat sie gesagt, dass es sich dabei um etwas handelt, was die Fed in Zukunft überprüfen müsse. Denn es sei eine der entscheidenden Fragen, der die Zentralbanker heute gegenüberstehen.Es ist verständlich, weil das effektivste und zuverlässigste geldpolitische Instrument …

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Fed, US-Staatspapiere und Bilanzsumme

12 days ago

Die Fed hat am Donnerstag die Zinsen um einen viertel Prozentpunkt (0,25%) erhöht. Das ist die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr. Der Leitzins liegt nun in einer Spannbereite von 1% bis 1,25%.Der erste Zinsschritt im gegenwärtigen Zyklus war bereits im Dezember 2015 getan. Die Fed hatte den sog. Fed Funds Rate danach im März 2016 …

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Soll die Fed eine erhöhte Zielinflationsrate anstreben?

17 days ago

Brad DeLong hat in seinem Blog einen offenen Brief veröffentlicht. Unterschrieben wird die Aufforderung von einer Reihe von renommierten Wirtschaftsprofessoren aus den USA und Grossbritannien. Die Adressatin ist die Fed, bzw. Janet Yellen, die Fed-Präsidentin.Worum geht es? Es geht um das 2% Inflation Target der US-Notenbank. DeLong und andere legen der Fed nahe, die Inflationsorientierung am Zielwert …

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Hartnäckige Folgen des Politikversagens

20 days ago

Die wirtschaftliche Erholung in den USA ist offensichtlich die längste in der Geschichte. Die Expansion hat im Jahr 2009 begonnen und dürfte mittlerweile insgesamt 10 Jahre auf die Waage bringen.Je länger sie dauert, desto wahrscheinlicher wird das Wachstum lau und uneben enden, schreibt Tim Duy in seiner Kolumne bei Bloomberg View. Und damit steigt die …

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EUR Realrenditen und Geldpolitik der EZB

24 days ago

Die EUR Ertragskurve ist gegenwärtig so flach, dass angenommen werden kann, dass die EZB die aussergewöhnlich lockere Geldpolitik nur langsam „normalisieren“ kann.Die langlaufenden Termin-Breakeven-Sätze (10y10y auf 2%) legen zwar nahe, dass die Inflation sich dem von der EZB festgelegten Zielwert von 2% annähert. Aber die Vielzahl von langfristigen Realzinssätze sind nach wie vor im negativen Bereich. …

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Mit Lohnwachstum gegen Populismus und für mehr Wohlstand

27 days ago

Deutschland exportiert 25% mehr als es importiert. Amerika importiert 50% mehr als es exportiert. Das bilaterale Ungleichgewicht zwischen den beiden Ländern ist aber viel grösser.Vor diesem Hintergrund ist es nicht erstaunlich, dass aktuelle Tweets des US-Präsidenten Trump über den deutsch-amerikanischen Handel im Allgemeinen an Brisanz gewinnen.Eine Tatsache ist, dass die deutschen Löhne im Vergleich zum …

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Böse Autos und Lücke in Wettbewerbsfähigkeit

May 28, 2017

Ein weiteres Zitat von Donald Trump sorgt für Irritationen auf der internationalen Bühne der Politik. Der US-Präsident hat angeblich im Zusammenhang mit dem deutschen Handelsüberschuss gegenüber den USA gesagt, dass die „Deutschen böse, sehr böse sind“.Der Spiegel zitiert Trump mit der Aussage auf dem Treffen mit dem EU-Ratspräsidenten Tusk und dem EU-Kommissionspräsidenten Juncker am Donnerstag in …

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Euro und die orthodoxe Sichtweise des Geldes

May 25, 2017

Die Schwierigkeiten der Regierungen in der Eurozone, ihre Wirtschaft zu stabilisieren und das Wachstum zu fördern, ergibt sich unmittelbar aus der orthodoxen Theorie der Wirtschaft, die die Basis der Eurozone bildet.Die Eurozone wurde so konzipiert, dass die Mitglieder der gemeinsamen Währungsunion daran gehindert werden, hohe Haushaltsdefizite zu fahren und via Zentralbank (lender of last resort) …

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Irreführende Kritik an Staatsanleihekäufen

May 24, 2017

Jens Weidmann hat am Dienstag in einem Vortrag in Frankfurt am Main seine Kritik an den Staatsanleihekäufen (QE-policy) des Eurosystems bekräftigt.Bundesbankpräsident hat gesagt, dass solche Käufe dazu führen, dass die Grenze zwischen Geld- und Finanzpolitik verschwimme. Seine Sorge betrifft v.a. die Preisstabilität. Es sei entscheidend, dass die EZB die geldpolitischen Zügel rechtzeitig wieder straffe.Es ist aber unwahrscheinlich, dass die QE-Politik inflationär ist. Es handelt sich dabei um eine Annahme der Orthodox Monetary Theory, die nicht zutrifft.Mehr als 90% des Geldes besteht aus „inside money“, wie Markus Brunnermeier in seinem lesenswerten Buch „The Euro and the Battle of Ideas“ erläutert.Das heisst, dass fast das ganze Geld, das wir heute benutzen, durch die Kreditvergabe-Tätigkeit der privaten Banken geschaffen ist.Das Notenbankgeld (central bank money), das von Geschäftsbanken in Form von Reserven bei der Zentralbank gehalten wird, kann nicht in die Realwirtschaft gelangen.Nur das Notenbankgeld in Form von Noten kommt in die Wirtschaft, und zwar nur, um den Cash-Bedarf der Öffentlichkeit zu decken.

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Niedrigzinsen und immer dieselbe Leier

May 23, 2017

Wolfgang Schäuble beklagt, dass Griechenland noch nicht wettbewerbsfähig sei und daher Strukturreformen notwendig seien.Während die Forderung nach angebotspolitischen Massnahmen auch für den Rest des Euroraums gilt, sieht Bundesfinanzminister Anzeichen für Ende der Niedrigzinspolitik. Eine Vielzahl der Anhänger der neoklassischen Theorie redet in diesem Zusammenhang von Nachteilen und Verwerfungen der Niedrigzinsen, mit dem Verweis auf Bubbles auf dem Immobilienmarkt.Ein öfter vorgetragenes Argument lautet vor diesem Hintergrund, dass die Wirtschaft auf dem Weg zur Vollbeschäftigung sei und wir Haushaltskonsolidierung brauchen. Haushaltsdefizite seien jetzt unnötig.Abgesehen davon, wie die Wirtschaft sich im Zustand der Vollbeschäftigung befinden kann, während die Löhne stagnieren, ist es wichtig, in Erinnerung zu rufen, warum nach der globalen Finanzkrise Fiscal Stimulus unausweichlich war.Der Grund waren die nominalen Zinsen, die auf der Null-Grenze aufgeprallt sind (zero lower bound). Eine Rezession ist nicht eine hinreichende Bedingung für ein Konjunkturprogramm, wenn die Geldpolitik alles tun kann, um die Wirtschaft aus der Rezession zu bringen, wie Simon Wren-Lewis in seinem Blog unterstreicht.Wirtschaftswachstum im Euroraum, aktuell versus kontrafaktisch, Graph: Peter Praet, ECB, speech in Brussels, May 15, 2017.

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EZB, Arbeitslosigkeit und Lohnwachstum

May 19, 2017

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit spricht dafür, dass die Geldpolitik die Zügel anzieht. Die niedrige Inflation aber motiviert, am lockeren Kurs der Geldpolitik festzuhalten. Soweit die Theorie. Die Arbeitslosigkeit im Euroraum ist zwar gesunken. Aber die Arbeitsplätze, die in den vergangenen Jahren geschaffen wurden, sind zu meist von schlechter Qualität, wie eine aktuelle Analyse von BoAML unterstreicht.Gemeint sind v.a. unfreiwillige Teilzeit- und Nebenjobs, mit einer wachsenden Zahl von Menschen, die sagen: Ja, vielen Dank, ich habe drei davon. Das bedeutet, dass die „Kernbeschäftigung“ schrumpft und eine existenzsichernde Beschäftigung schwer zu bekommen ist.Bemerkenswert ist, dass die EZB in der Zusammenfassung der geldpolitischen Sitzung des Rates von 26. und 27. April 2017 besorgt festhält, dass es bisher trotz der sinkenden Arbeitslosenquote und der sich schliessenden Produktionslücke (output gap) nicht zu einem signifikanten Anstieg des Lohnwachstums gekommen ist.Die Preis-Entwicklung des Inflation- und Deflation-Schutzes, Graph: Peter Praet, ECB, May 15, 2017, BrusselsGleichzeitig betont die EZB, dass „das künftige Wachstum des verfügbaren Einkommens vom Nominallohnzuwachs abhänge und dass der im Basisszenario der Projektionen vom März 2017 unterstellte kräftige Anstieg des Lohnwachstums ungewiss“ sei.

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Anleihemärkte erblicken Chaos in Politik

May 18, 2017

Die Risikoprämie im Zusammenhang mit der politischen Unsicherheit in den USA scheint unterdessen weiter anzusteigen.Warum politisches Chaos schädlich für den US-Dollar ist, lässt sich am besten am Verlauf des USD-Indexes, genannt DXY erkennen.Der DXY, der das Greenback gegen einen Korb von anderen Währungen bewertet, fiel am Mittwoch auf 97,49 Punkte zurück, was dem niedrigsten Stand seit November entspricht.Das bedeutet zugleich einen Rückgang von 6% seit dem Höhepunkt des Indexes.Die Sorgen betreffen insbesondere die Kontroversen um die Pläne des US-Präsidenten Trump, das Wirtschaftswachstum via Steuersenkungen, Erhöhung der Infrastrukturausgaben und Deregulierung anzukurbeln.Am härtesten sind die Finanz- und Energie-Aktien betroffen, weil Investoren hierbei Hoffnungen daran knüpfen, dass die beiden Sektoren von der versprochenen Deregulierung am meisten profitieren würden.US-Dollar, Graph: FTDas heisst im Grunde genommen, dass der sog. Trump-Trade nach und nach erblasst. Es waren nämlich die „Trumpflation“-Erwartungen, die die Aktien bislang in die Höhe getrieben hatten.Doch auch die langfristigen Inflationserwartungen, gemessen an sog. Breakeven-Sätzen (10 Jahre) sind inzwischen unter das Niveau vor der US-Präsidentschaftswahl gefallen.

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IWF fordert von Deutschland Lohnwachstum

May 16, 2017

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat gestern in Berlin Empfehlungen für die deutsche Wirtschaftspolitik vorgelegt.In den im Anschluss der „Artikel IV – Consultation“ erfolgenden Beratungen betont der IWF, dass ein nachhaltiger Anstieg der Löhne und Kosten in Deutschland erforderlich sind, um die Inflation im Euro-Raum anzuheben und die Normalisierung der Geldpolitik zu erleichtern.Die Verfasser des Berichtes bekräftigen subtil, dass die anhaltende Lohnmoderation für die langwierige Niedriginflation in Deutschland verantwortlich ist, weshalb auch die Normalisierung der monetären Bedingungen sich im Euroraum hinauszögern.Mit länger anhaltenden Niedrig-Zinsen gehen laut IWF höhere Risiken für die finanzielle Stabilität einher, sodass die Neuausrichtung der Wettbewerbsfähigkeit im Euroraum erschwert werde.Deshalb sollen die Behörden in der Öffentlichkeit mit Nachdruck daraf hinweisen, wie wichtig ein robustes Lohnwachstum und Preisanstieg in der gegenwärtigen Konjunktur sind.Wie schwer sich die wirtschaftliche Erholung im Euroraum tut, gemessen an der Zahl der Quartalen seit der Rezession, im Vergleich zu USA, Graph: Peter Praet, ECB, May 15, 2017Dass eine stärkere Lohndynamik die Nachfrage anregen und die Binnenkonjunktur animieren würden, pfeifen die Spatzen längst von den Dächern.

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Hängt das Wirtschaftswachstum am Tropf des US-Dollars?

May 15, 2017

David Beckworth liefert in seinem Blog die folgende Abbildung, die zeigt, dass etwa 70% des weltweiten BIP (Wirtschaftsleistung) an den US-Dollar gebunden ist.Die Implikation ist atemberaubend: Der geldpolitische Ausschuss (FOMC) der US-Notenbank (Fed) bestimmt die monetären Bedingungen für einen Grossteil der Welt.Die naheliegende Frage lautet daher, ob das globale Wirtschaftswachstum am Tropf des US-Dollars hängt?Rund 70% der weltweiten Wirtschaftsleistung ist an den US-Dollar gekoppelt, Graph: David BeckworthDie Fed Funds Future Märkte signalisieren inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 88%, dass die Fed die Zinsen im Juni erhöht.Die Wetten deuten darauf hin, dass die Chance dafür, dass die Fed die Zinsen nach Juni weiter mehr als zweimal erhöht, auf 46% beläuft.Die gegenwärtige Steigung der Ertragskurve legt allerdings nahe, dass die Händler am Anleihemarkt nicht mit einem signifikanten Wirtschaftswachstum demnächst rechnen.Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen (UST), Graph: FTIn China hingegen hat die Ertragskurve unterdessen eine inverse Form angenommen: Die Rendite der chinesischen Staatspapiere mit 5 Jahren notiert höher als die Rendite der chinesischen Staatspapiere mit 10 Jahren Laufzeit.

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Warum überschätzt die EZB die Lohnkosteninflation?

May 11, 2017

Peter Praet erwartet, dass die Produktionslücke (output gap) sich im Euroraum erst im Jahr 2019 schliesst. Dann werde der Preisdruck folgen.Das bedeutet, dass man sich einen signifikanten Anstieg der Inflation bis dahin abschminken kann. Und die EZB dürfte vor diesem Hintergrund keinen Anlass sehen, den lockeren Kurs der Geldpolitik zu revidieren.Der Chefvolkswirt der EZB sagt in diesem Interview, das in den Niederlanden heute veröffentlicht wurde, dass „wir die Lohninflation (wage inflation) manchmal überschätzt haben“. Diese Aussage lässt keinen Zweifel daran, dass die EZB das Geschehen am Arbeitsmarkt durch die Linse der neoklassischen Theorie betrachtet, wonach die Arbeitslosigkeit sinkt, wenn die Löhne fallen.Dass das Unsinn ist und in der Praxis nicht zutrifft, unterstreicht der am Mittwoch publizierte Bericht der ECB (Economic Bulletin Issue 3, 2017), der auf den hohen Anteil der Unterbeschäftigung in Europa hinweist.Unterbeschäftigung (Unterauslastung des Faktors Arbeit) im Euroraum, Graph: ECB in Economic Bulletin, May 2017.Nach Berechnungen der EZB macht die Anzahl der Personen, die von Unterbeschäftigung betroffen sind, rund 18% des Arbeitsmarktes aus.Praet sagt in diesem Kontext, dass die EZB jetzt über ein besseres Bild von der Unterauslastung der Wirtschaft, die grösser ist als die offizielle Arbeitslosigkeit reflektiert, verfügt.

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Will Macron nun über Wasser laufen?

May 9, 2017

Emmanuel Macron (39) ist neuer Präsident Frankreichs. Er wird in den Mainstream-Medien immer wieder als „Zentrist“ genannt. Aber es stimmt nicht. Macron war zuletzt Wirtschaftsminister im Kabinett des Staatspräsidenten François Hollande, von August 2014 bis August 2016. In einem seiner jüngsten Wahlkampauftritte hat Macron darauf bestanden, nicht als „Kandidat der Finanzoligarchie“ bezeichnet zu werden.Doch es ist ein offenes Geheimnis, dass der neue Hausherr im Élysèe-Palast die Regulierung des Finanzsektors lockern und die progressive Kapitalertragsteuer auf Zinsen und Dividenden abschaffen will.Der neue Präsident Frankreichs möchte eine Politik zu Gunsten der Reichsten verfolgen und dem Rest der Gesellschaft eine schmerzhafte Kürzungspolitik verordnen, schreibt Dominique Plihon, Prof. Emeritus for Wirtschaftswissenschaften an der Uni Paris-XIII in einem Kommentar im Der Standard.Auch Mark Weisbrot deutet darauf hin, dass Macron allem Anschein nach am bisherigen Kurs festhalten wird: öffentlich-rechtliche Rentenkürzungen, Arbeitsmarktreform, Schwächung der Verhandlungsmacht der Gewerkschaften und weitere Ausgaben-Kürzungen im öffentlichen Sektor.Frankreich hält sich an die Regeln im Euroraum. Das ist deutlich zu sehen, z.B.

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Warum Euroraum Lohnwachstum braucht

May 6, 2017

Peter Praet, Chefvolkswirt der EZB hat in einem Referat am Donnerstag in Brüssel gesagt, dass die Risiken im Euroraum immer noch überwiegend abwärtsgerichtet sind.Daher halte die EZB am lockeren Kurs der Geldpolitik via Forward Guidance und Wertpapierkäufe fest. Die konjunkturelle Erholung der Wirtschaft komme zwar voran. Aber die Inflation und der Preisdruck bleiben gedämpft.Der BIP-Deflator zeige laut Praet keine Anhaltspunkte für eine Stärkung des Preisdrucks. Die jährliche Wachstumsrate der BIP-Deflators sei im vierten Quartal 2016 sogar weiter gefallen.Praet verweist vor diesem Hintergrund auf den „relativ flachen Verlauf der Lohnstückkosten“. Ein Anstieg der Lohnstückkosten wäre ein verlässliches Signal dafür, dass die Inflation an Zugkraft gewänne, so der belgische Ökonom, der Direktoriumsmitglied der EZB ist.Mit anderen Worten: Damit die Inflation zulegt, ist Lohnwachstum erforderlich.Bilanzsumme der Zentralbanken im Vergleich: EZB vs. Fed, Graph: Peter Praet ECB in: Ensuring price stability, May 4, 2017Es sei laut Praet aber schwer vorauszusagen, wie schnell das höhere Beschäftigungsniveau die Lohndynamik anrege.Aus diesem Grund sei die anhaltende geldpolitische Unterstützung der Nachfrage für die Inflationskonvergenz nach wie vor notwendig.

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Arbeit, Kapital und Wachstum in Europa

May 3, 2017

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Das ist die Redewendung, die bei der Vorstellung der folgenden Abbildung perfekt passt.Was wir sehen, ist die sektorale Bilanz der deutschen Wirtschaft. Die Finanzierungssalden zeigen, dass private Haushalte, Unternehmen und die öffentliche Hand in Deutschland Netto-Sparer sind.Die Entscheidungsträger in Sachen Wirtschaftspolitik müssten im Grunde genommen beim Anblick dieses Charts fast vom Stuhl fallen. Denn wo ist die Nachfrage, wenn alle sparen wollen? Woher soll das Wachstum kommen?Was wir dabei nicht sehen, ist das Ausland. Die „dummen Ausländer“ verschulden sich, um deutsche Waren und Dienstleistungen zu kaufen. Und obendrauf werden sie von der Politik beschimpft, weil sie, die Schuldner-Länder auf Pump leben.Die Evidenz deutet darauf hin, dass ein relativer Kapitalmangel (d.h. das Zurückbleiben der Investitionen) in Deutschland das Gegenstück zum Rückgang des Anteils der Arbeit an der deutschen Wirtschaft widerspiegelt, lautet eine Botschaft der aktuellen Studie, die von Bruegel, einer wirtschaftswissenschaftlichen Denkfabrik mit Sitz in Brüssel am Dienstag vorgelegt wurde.

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Arbeitslosigkeit und Löhne im Euroraum

May 1, 2017

Die Arbeitslosigkeit im Euroraum ist zwar in den vergangenen Monaten gesunken. Aber die Anzahl der in Vollzeit beschäftigten Arbeitnehmer hat deutlich abgenommen.Zugleich ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigten angestiegen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Arbeitsmarkt sich im vergangenen Jahrzehnt deutlich gewandelt hat, weg von Vollzeit-Jobs, hin zu unfreiwilligen Teilzeit- und Nebenjobs.Dass viele Menschen trotz Arbeit arm sind, deutet auf eine nicht existenzsichernde Beschäftigung hin.Ein neuer Bericht der Bank of America Merrill Lynch (BoAML) mit dem Titel „Job Quality and Escape Velocity“ unterstreicht vor diesem Hintergrund, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Euroraum in den letzten drei Jahren von Arbeitsplätzen der schlechteren Qualität untermauert wurde.Gilles Moëc schreibt in der Analyse, dass die quantitative Verbesserung der Arbeitsplätze ohne Zweifel von einer qualitativen Verschlechterung begleitet werde.Der BoAML-Ökonom bekräftigt zudem den Wandel des europäischen Arbeitsmarktes mit dem Hinweis auf die stetig schrumpfende „Kernbeschäftigung“ (core employment), d.h. die Beschäftigung ohne Teilzeit und befristete Stellen, die trotz des ansteigenden gesamten Beschäftigungsniveaus unter dem langfristigen Durchschnitt bleibt.Die Arbeitslosigkeit im Euroraum sinkt.

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Überschussländer und makroökonomische Ungleichgewichte

April 28, 2017

Die makroökonomischen Ungleichgewichte sind zumindest seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise von 2008 offensichtlich und in aller Munde.Was ist zu tun? Soll man Fiskalpolitik (z.B. einen expansiven resp. restriktiven Kurs) einsetzen oder die Handelspolitik (z.B. mit Protektionismus) neugestalten?Der IWF findet, dass die Fiskalpolitik im Gegensatz zur Handelspolitik einen erheblichen Einfluss auf das externe Gleichgewicht hat.Wenn die Überschuss-Länder eine expansive Fiskalpolitik ausführen, stimulieren sie die Nachfrage im Binnenmarkt und steigern ihre Einfuhren. Eine lockere Fiskalpolitik führt i.d.R. zu einer restriktiven Geldpolitik, die wiederum dazu beiträgt, dass die Landeswährung aufwertet.Und wenn die Defizit-Länder eine restriktive Fiskalpolitik verfolgen, reduzieren sie das Nachfragewachstum im Inland und schränken die Einfuhren ein. Unternehmen in Defizit-Ländern beginnen dann, nach Märkten Ausschau zu halten, wo eine expansive Fiskalpolitik eingesetzt wird und Nachfrage vorhanden ist.Veränderungen im strukturellen Haushalt im Ländervergleich, Graph: Brad Setser(*) Basierend auf IWF-Daten tragen Deutschland und die Niederlande am meisten zu der Haushaltskonsolidierung im Euroraum bei, und zwar seit 2014.

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Wo ist der Stimulus für die US-Wirtschaft?

April 26, 2017

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hatte anfangs unter Investoren Zuversicht in Sachen Wachstum ausgelöst.

Inzwischen mehren sich die Zeichen, dass die soft-Data von hard-Data nicht gestützt werden.

Der sog. „reflation-Trade“ flacht sich nach und nach ab. Und die Inflationserwartungen bilden sich zurück.

Trump hat vor diesem Hintergrund nun eine Steuersenkung für Unternehmen (von 35% auf 15%) angekündigt.

Ob die US-Administration damit für mehr Stimulus sorgen kann, mag dahingestellt sein.

Jan Hatzius von Goldman Sachs sagt in einem Interview mit dem Bloomberg TV, dass er nicht mit einem BIP-Wachstum von 3% für das kommende Jahr rechnet.
 

 

 
Der neutrale Zinssatz für die US-Wirtschaft, Graph: Bloomberg

Seiner Ansicht nach ist das angekündigte Vorhaben von Trump, soweit bekannt, nicht neutral in Bezug auf das Budget. Der US-Haushalt werde damit belastet, ohne dass die Wirtschaft nennenswert angekurbelt werde.

Auch das Center on Budget and Policy Priorities hält die Argumente zugunsten einer Steuersenkung für Unternehmen für schwach, zumal die US-Unternehmen im internationalen Vergleich (nach Steuervergünstigungen und Schlupflöchern) nicht schlecht dastehen.

Die geplante Steuersenkung würde aus Sicht der US-Wirtschaft Kosten von mehr als 2’000 Mrd. USD in den nächsten 10 Jahren bedeuten, so das Fazit der Studie.

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Bundesbank erklärt den Geldschöpfungsprozess

April 25, 2017

Hyman Minsky hat darauf hingedeutet, dass das Geld nicht einfach durch zentrale Behörden geschaffen werde. Geldschöpfung geschieht, jedes Mal Geschäftsbanken Geld leihen, d.h. Kredit gewähren, weil die Kreditvergabe die Kaufkraft derjenigen erhöht, die das Geld borgen.Es ist daher die Nachfrage nach Kredit durch die Geschäftsbanken und die privaten Haushalte in der Wirtschaft, die die Geldmenge (money supply) bestimmen.Geld wird in der Realwirtschaft deswegen als endogen bezeichnet und es ist nicht unabhängig von der Herstellung von Waren und Dienstleistungen.Das ist die Erkenntnis, die das Herzstück der modernen Geldtheorie (modern money theory) bildet.Es ist vor diesem Hintergrund aufschlussreich, wie die Deutsche Bundesbank im aktuellen Monatsbericht (April 2017) die Rolle von Banken, Nichtbanken und Zentralbank im Geldschöpfungsprozess beschreibt.Die Kredit- und Geldschöpfung ist das Ergebnis komplexer Interaktionen zwischen Banken, Nichtbanken und Zentralbank, so die Bundesbank.Und sie erklärt weiter, dass die Fähigkeit der Banken dabei, Kredite zu vergeben und Geld zu schaffen, nicht davon abhängt, ob sie bereits über freie Zentralbankguthaben oder Einlagen verfügen.Geldmenge und Zentralbankguthaben, Graph: Bundesbank in: Monatsbericht (April 2017)Das heisst im Klartext, dass die Banken nicht über Einlagen oder Reserven verfügen müssen, um Kredit zu geben.

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Can we avoid another financial crisis?

April 23, 2017

BuchbesprechungSteve Keen: Can we avoid another financial crisis? Polity Books, Cambridge, 2017Die Makroökonomie lässt sich von der Mikroökonomie nicht ableiten. Es ist daher abwegig, von z.B. „Schweiz AG“ oder „Deutschland AG“ zu reden, wenn es um die Wirtschaftspolitik geht.Dass Unternehmer einzelwirtschaftlich denken, ist in Ordnung. Aber es bedarf der öffentlichen Hand, die für die Gesamtwirtschaft sorgt. Steve Keen gibt uns im ersten Kapitel seines lesenswerten Buches einen erkenntnisreichen Überblick über die Wirtschaftsmodelle der neoklassischen Schule.Das RBC-Modell (Real Business Cycle) und das nachfolgende DSGE-Modell (Dynamic Stochastic General Equilibrium) beruhen alle auf Mikrofundierung (microfounded macroeconomics), d.h. dem Versuch, Makroökonomie auf dem „rationalen Verhalten“ von Individuen und Unternehmen zu begründen.Die herrschende Lehre propagiert die direkte Ableitung makroökonomischer Verhaltensgleichungen aus dem einzelwirtschaftlichen Maximierungsverhalten (Nutzenmaximierung der Haushalte und Gewinnmaximierung der Unternehmungen).Das ist auch der Grund dafür, warum in diesen Modellen der Finanzsektor und damit im Grunde genommen auch das Geld (money illusion) ausgeklammert werden.

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Inflation und der seine Bilanzen reparierende Privatsektor

April 21, 2017

Die Bilanzsumme der EZB reflektiert die expansive Geldpolitik der EZB unmittelbar. Da niemand Geld leihen will, wirkt die mengenmässige Lockerung der Geldpolitik (genannt QE-Policy) kaum. Trotz der Null-Zinsen sparen nämlich die privaten Haushalte. In Deutschland macht die Quote rund 6% des BIP aus. Auch Unternehmen sind Netto-Sparer.Obwohl die Notenbankgeldmenge (monetary base) sich in den vergangenen Jahren vervielfacht hat, kommt die Inflation nicht vom Fleck, abgesehen von einigen „Beulen“, ausgelöst durch die Preisanstiege für Rohstoffe und Energie.Das neu geschaffene Geld kommt in der Realwirtschaft nicht an, weil der Privatsektor immer noch damit beschäftigt ist, die Bilanzen zu reparieren (Balance Sheet Recession), wie Richard Koo in einem lesenswerten Interview mit der Finanz und Wirtschaft beschreibt.Die Bilanzsumme der EZB im Vergleich zum BIP (Wirtschaftsleistung), Graph: Peter Praet, ECB auf der Hyman Minsky Konferenz in New York am 19. April 2017 Irland und Spanien halten sich gut, weil dort die Löhne gesunken sind. Deshalb wird die Produktion in diese Länder verlagert, argumentiert der Chefökonom von Nomura Research Institute mit Sitz in Tokyo.

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Macro-Paradoxes im Überblick

April 20, 2017

Auch wenn es sich für manche “intuitiv” nicht realistisch anhört, führt die Erhöhung des Mindestlohnes nicht zu weniger, sondern zu mehr Beschäftigung.Im Grunde genommen gibt es eine Reihe von Macro-Paradoxen. Das bekannteste ist sicherlich das Sparparadoxon (paradox of thrift). Keynes hat erklärt, dass die gesamtwirtschaftliche Nachfrage sinkt, wenn in schlechten Zeiten alle sparen, wodurch auch die gesamten Ersparnisse am Ende zurückgehen, aufgrund des rückläufigen Konsums und des abnehmenden Wirtschaftswachstums. Wenn alle privaten Haushalte ihre Ausgaben kürzen, sinkt der Gesamtverbrauch und damit auch die Nachfrage nach Arbeitskräften. In diesem Kontext liefert Marc Lavoie in seinem im Jahr 2015 weiter verarbeiteten Buch eine aufschlussreiche Abbildung, um alle Macro-Paradoxes kurz zu erläutern.Macro-Paradoxes im Überblick, Graph: Prof. Marc Lavoie in: Post-Keynesian Economics: New Foundations, Edward Elgar Publishing, 2015.Der an der University of Ottawa, Canada lehrende Wirtschaftsprofessor erinnert in diesem Zusammenhang auf eine Analyse von Michal Kalecki.Der aus Polen stammende Ökonomen hat in einer Forschungsarbeit 1939 festgehalten, dass ein Rückgang der Reallöhne die Gewinne von Unternehmen nicht erhöht (paradox of costs), sondern zu einem Rückgang der Beschäftigung führt.

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