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Andreas Neinhaus

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Andreas Neinhaus (Jg. 1963) ist seit 1997 als Redaktor bei «Finanz und Wirtschaft» tätig und schreibt über geld- und währungspolitische sowie konjunkturelle Fragen.

Articles by Andreas Neinhaus

Zu Tode gespart

10 days ago

Kein Geld mehr für Bildung: Studenten protestieren im November 2011 in Rom gegen die Austeritätspolitik der Regierung. Foto: Guido Montani (Keystone)
Europas Wirtschaft ist wieder auf Wachstumskurs. Siebeneinhalb Jahre nach Ausbruch der Euroschuldenkrise werden selbst in Südeuropa neue Stellen geschaffen, investieren Unternehmen und blicken die Bürger zuversichtlicher in die Zukunft. Die Realität gleicht zunehmend jenem Szenario, das Befürworter eines harten Sparkurses ab 2010 zeichneten: auf eine schmerzvolle Umbauphase, in der jedes Land seine Staatsfinanzen in Ordnung bringt und die Wirtschaftsstrukturen modernisiert, würden sie anschliessend gestärkt hervorgehen und mittelfristig solide wachsen. An den Finanzmärkten spricht man kurzum von «short pain, long gain».
Ob sich diese

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Europas solideste Volkswirtschaft

October 13, 2017

Hat wirtschaftpolitisch alles richtig gemacht – und könnte die Wahlen trotzdem verlieren: Der tschechische Premierminister Bohuslav Sobotka. Foto: Ints Kalnins (Reuters)
Die umfassendste und zugleich einflussreichste Konjunkturprognose liegt seit dieser Woche vor: der Weltwirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF). Auf fast 300 Seiten einschliesslich Statistischem Anhang berichtet er ausführlich über den Aufschwung, der inzwischen fast alle Länder erfasst hat. Ausgerechnet über das Land, das in der Vorhersage insgesamt am überzeugendsten abschneidet, verliert der IWF allerdings kein Wort.
Die Rede ist von der Tschechischen Republik. Die Wirtschaft boomt, die Konsum- und Investitionsausgaben steigen. Die Unternehmen schaffen neue Stellen und die Arbeitslosigkeit ist auf

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Grossbritanniens wundersame Zinswende

October 6, 2017

Geht es bald aufwärts für die Briten? Das Riesenrad London Eye. Foto: Hannah McKay (Reuters)
Seit dem überraschenden Brexit-Entscheid fährt die britische Regierung einen politischen Schlingerkurs. Theresa May verlor ihre Mehrheit im Parlament. In der Konservativen Partei geht es drunter und drüber. Der Streit zwischen den Hardlinern und den Gemässigten ist nicht ausgestanden, wie sich am viertägigen Parteikongress diese Woche leicht sehen liess. In Brüssel stocken die Austrittsverhandlungen mit der EU. Eben erst stufte die Ratingagentur Moody’s die Bonität der Insel herab.
Zum Glück gibt es die Bank of England. Die Notenbank des Königreichs wirkt in den politisch unsicheren Gezeiten bisher wie ein Fels in der Brandung. Aber auch damit ist es vorbei. Geldpolitisch sorgt sie inzwischen

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Die Lösung des Lohnrätsels

September 29, 2017

Der IWF hat Interessantes herausgefunden: Präsidentin Janet Yellen. Foto: Joshua Roberts (Reuters)
Janet Yellen fragte sich diese Woche, ob sie und ihre Kollegen in der US-Notenbank den Zusammenhang zwischen dem Arbeitsmarkt und der Inflation nicht grundsätzlich falsch beurteilen. Obwohl in den USA wieder nahezu Vollbeschäftigung herrsche, ziehe die Teuerung einfach nicht an. Die Arbeitslosenrate ist in den letzten zehn Jahren kräftig gefallen, aber trotzdem steigen die Löhne kaum.
Dieses Phänomen ist nicht auf die USA beschränkt. Es lässt sich vielerorts beobachten. Und es ist ein Rätsel, denn es widerspricht der ökonomischen Lehre. Viele Experten suchen seit Jahren nach Erklärungen. Sie verweisen häufig auf neue Paradigmen, wie die Idee der sekulären Stagnation, die theoretisch

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Der viel zu schwache Aufschwung

September 22, 2017

Wie geht es weiter mit der Weltwirtschaft? Container in Southampton, Grossbritannien. Foto: Peter Nicholls (Reuters)
Die Weltwirtschaft befindet sich endlich wieder im Aufwind. Erstmals seit Jahren verzeichnen alle Industriestaaten und ihre wichtigsten Handelspartner wirtschaftliches Wachstum und steigende Beschäftigungsraten. In keinem Land droht eine Rezession. Die Konjunktur gewinnt an Fahrt. Nach 3,1 Prozent im vergangenen Jahr wird die Weltwirtschaft dieses Jahr bereits 3,5 Prozent wachsen und 2018 voraussichtlich 3,7 Prozent, etwas mehr als noch im Juni angenommen. Das schätzt die OECD in ihrer Herbstprognose.
Chefökonomin Catherine Mann stellte sie diese Woche in Paris vor, zeigte sich aber mit dem Gang der Dinge alles andere als zufrieden. Sie fürchtet, dass das Tempo der

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Sanktionen statt Waffen

September 11, 2017

Eine Provokation für den Rest der Welt: Die Nachricht von einem Raketentest flimmert über den Köpfen von Passanten in Pyongyang, 30. August 2017. Foto: Kyodo, Reuters
In diesen Tagen wird im UNO-Sicherheitsrat um härtere wirtschaftliche Sanktionen gegen Nordkorea gerungen. Die USA fordern unter anderem, dass China seine Ölausfuhren nach Nordkorea einstellt. Nordkorea soll wirtschaftlich lahmgelegt und das Regime so von der Ausweglosigkeit seines militärischen Alleingangs überzeugt werden. Peking ist skeptisch und warnt vor einem Zusammenbruch Nordkoreas, der unabsehbare Konsequenzen haben könnte. Russlands Präsident Putin kritisiert das Vorhaben ebenfalls. Im Notfall würden die Machthaber «eher Gras essen als das Atomprogramm aufgeben».
Putin weiss, wovon er spricht, ist sein Land

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Die EZB und der Super-Euro

September 1, 2017

Die Europäische Zentralbank ist sich uneins bezüglich Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik. (Foto: Getty Images)
Der Wechselkurs des Euros sei nicht Gegenstand ihrer Geldpolitik, betonen die Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank (EZB) stets. Aber das ist nur formal richtig. Auf dem Papier ist die Zentralbank der 19 Staaten, die den Euro als Währung adoptiert haben, allein dem Ziel verpflichtet, eine geringe Inflation zu garantieren. Das sei die beste Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung, ist in ihren Statuten zu lesen.
Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass die Währungshüter in den vergangenen Jahren die Zinsen auch deshalb so massiv senkten und die Wirtschaft mit Liquidität fluteten, um auf diese Weise den Euro abzuwerten. Die Überlegung

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Was Populismus für die Wirtschaft bedeutet

July 14, 2017

Vorreiter des europäischen Populismus: Marine Le Pen und Geert Wilders. Foto: Robert Pratta (Reuters)
Der türkisch-amerikanische Ökonom Dani Rodrik hat die Ursachen der Globalisierungskritik untersucht und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis. Nicht dass heute populistische Parteien so sehr an Macht gewonnen haben und die Globalisierung verurteilen, sei überraschend, sondern die Tatsache, dass es erst jetzt dazu gekommen sei und nicht schon viel früher.
Rodrik lehrt als ordentlicher Professor politische Ökonomie an der Harvard-Universität in den USA. Er ist kein Globalisierungsgegner. Aber er stösst sich daran, dass die meisten seiner Kollegen zu einseitig die Vorteile betonten, die Kosten und Fehlentwicklungen indes unter den Tisch kehren. Vor 20 Jahren schrieb er im Buch «Has

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Was Populismus für die Wirtschaft bedeutet

July 14, 2017

Vorreiter des europäischen Populismus: Marine Le Pen und Geert Wilders. Foto: Robert Pratta (Reuters)
Der türkisch-amerikanische Ökonom Dani Rodrik hat die Ursachen der Globalisierungskritik untersucht und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis. Nicht dass heute populistische Parteien so sehr an Macht gewonnen haben und die Globalisierung verurteilen, sei überraschend, sondern die Tatsache, dass es erst jetzt dazu gekommen sei und nicht schon viel früher.
Rodrik lehrt als ordentlicher Professor politische Ökonomie an der Harvard-Universität in den USA. Er ist kein Globalisierungsgegner. Aber er stösst sich daran, dass die meisten seiner Kollegen zu einseitig die Vorteile betonten, die Kosten und Fehlentwicklungen indes unter den Tisch kehren. Vor 20 Jahren schrieb er im Buch «Has

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Die wahren Helden im US-Schatzamt

June 21, 2017

Könnte mit ihrem Vorhaben die Finanzmärkte ins Chaos stürzen: US-Notenbank-Chefin Janet Yellen. (Foto: Getty Images / Drew Angerer)
Seit vergangener Woche stehen die amerikanische Zentralbank und ihre Präsidentin noch stärker im Rampenlicht als zuvor. Janet Yellen kündigte an, ab diesem Jahr die riesige Bilanz zu verkürzen. Der «QE»-Prozess wird umgekehrt und die Zahl der Wertschriften im Zentralbank-Portfolio wird sinken.
Etwas Vergleichbares hat noch nie jemand gewagt. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mahnt im aktuellen Jahresbericht, das US-Fed sei weitgehend dafür verantwortlich, wie die globalen Finanzströme verlaufen. Ein falscher Schritt der Fed-Gouverneure – und die Finanzmärkte stürzen ins Chaos.
Diese Sicht der Dinge verkennt ein Detail: Das US-Schatzamt

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Die wahren Helden im US-Schatzamt

June 21, 2017

Könnte mit ihrem Vorhaben die Finanzmärkte ins Chaos stürzen: US-Notenbank-Chefin Janet Yellen. (Foto: Getty Images / Drew Angerer)
Seit vergangener Woche stehen die amerikanische Zentralbank und ihre Präsidentin noch stärker im Rampenlicht als zuvor. Janet Yellen kündigte an, ab diesem Jahr die riesige Bilanz zu verkürzen. Der «QE»-Prozess wird umgekehrt und die Zahl der Wertschriften im Zentralbank-Portfolio wird sinken.
Etwas Vergleichbares hat noch nie jemand gewagt. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mahnt im aktuellen Jahresbericht, das US-Fed sei weitgehend dafür verantwortlich, wie die globalen Finanzströme verlaufen. Ein falscher Schritt der Fed-Gouverneure – und die Finanzmärkte stürzen ins Chaos.
Diese Sicht der Dinge verkennt ein Detail: Das US-Schatzamt

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Alle gegen Deutschland

May 31, 2017

Symbol von Deutschlands Wirtschaftsmacht: Ein neuer BMW erhält im Werk Regensburg den letzten Schliff. Foto: Lennart Preiss (Keystone)
«The Germans are bad, really bad. Look at the millions of cars they sell in the US. It’s terrible. We’ll put a stop to that.» Donald Trumps Ausruf gegen die Exportweltmeister an seinem ersten Arbeitstreffen mit der EU in Brüssel vergangene Woche sorgt in deutschen Diplomatenkreisen für Entsetzen.
Trump hat sich – mal wieder – im Ton und in der Sachlage vergriffen. Dennoch sollte sich Deutschland nach der Brüskierung in Brüssel nicht in falscher Solidarität wiegen: Trump tritt mit seiner Kritik offene Türen ein – in der EU, beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und bei vielen Ökonomen, die haupt- und nebenamtlich als Politikberater tätig sind. Nur

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Alle gegen Deutschland

May 31, 2017

Symbol von Deutschlands Wirtschaftsmacht: Ein neuer BMW erhält im Werk Regensburg den letzten Schliff. Foto: Lennart Preiss (Keystone)
«The Germans are bad, really bad. Look at the millions of cars they sell in the US. It’s terrible. We’ll put a stop to that.» Donald Trumps Ausruf gegen die Exportweltmeister an seinem ersten Arbeitstreffen mit der EU in Brüssel vergangene Woche sorgt in deutschen Diplomatenkreisen für Entsetzen.
Trump hat sich – mal wieder – im Ton und in der Sachlage vergriffen. Dennoch sollte sich Deutschland nach der Brüskierung in Brüssel nicht in falscher Solidarität wiegen: Trump tritt mit seiner Kritik offene Türen ein – in der EU, beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und bei vielen Ökonomen, die haupt- und nebenamtlich als Politikberater tätig sind. Nur

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Ungleichheit in China nimmt rapide zu

May 5, 2017

Die Bestverdienenden haben am meisten vom Wachstum profitiert: Luxuswagen vor Luxus-Wohnhäusern in der Provinz Hainan. Foto: Wang Zhao (AFP)
Seit seinem Bestseller «Das Kapital im 21. Jahrhundert» zählt der französische Wirtschaftsprofessor Thomas Piketty zu den bekanntesten Ökonomen. (Er war mehrfach Thema dieses Blogs, zum Beispiel hier und hier.) Piketty lehrt in Paris und widmet seine Forschung der Einkommensungleichheit. Seine These: Immer weniger Menschen profitieren von dem steigenden Wohlstand und dem Wachstum der Wirtschaft. Nachdem seine Forschung sich in den vergangenen fünf Jahren vor allem auf die USA und Europa konzentrierte, hat Piketty nun eine neue Studie veröffentlicht: Sie widmet sich Chinas Aufstieg zu einem der wichtigsten Player der Weltwirtschaft.
Abgedeckt wird der Zeitraum von 1978 bis 2015, in dem die Volksrepublik sich von einem planwirtschaftlichen Staat zu einer Marktwirtschaft wandelte. Piketty und seine Co-Autoren Gabriel Zucman von der Universität Berkeley und Li Yang von der Weltbank sprechen allerdings lieber von einer «mixed economy». Denn der öffentliche Sektor besitzt zwar heute einen kleineren Teil des Volksvermögens als früher, aber im Vergleich mit den modernen Industrieländern ist der Anteil immer noch deutlich grösser. Das zeigt die folgende Grafik.

Der Staat hält etwa 30 Prozent des Volksvermögens.

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Die Mär vom inflationsfreien Aufschwung

April 28, 2017

Unberechenbare Preisentwicklung: Noch ist unklar, ob sich die Situation normalisiert. (Bild: Reuters/ Edgar Su)
Die Weltwirtschaft erholt sich in raschen Schritten. Konjunkturauguren revidieren erstmals wieder ihre Wachstumsprognosen nach oben, ein Phänomen, das es seit bald zehn Jahren nicht mehr in dieser Form gegeben hat. Frühindikatoren, wie die Einkaufsmanagerindizes, fallen seit Monaten sehr kräftig aus. Selbst die Unternehmensinvestitionen – lange Zeit das grösste Sorgenkind der Wirtschaftsentwicklung – legen in vielen Ländern zu und tragen zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei.
Und was ist mit der Inflation? Auf den ersten Blick hat auch sie stark zugelegt. Im Euroraum beispielsweise sprang sie von nahe 0 Prozent auf 2 Prozent. In fast allen Industrieländern wird sie dieses Jahr deutlich höher liegen als letztes Jahr.
Das ist fast ausschliesslich den Rohstoff- und Energiepreisen zuzuschreiben. Rohöl hat sich kräftig verteuert, seit sich die Opec-Länder im November auf eine geringere Fördermenge verständigten und hierbei von Nicht-Kartellmitgliedern wie Russland unterstützt werden. Metalle kosten inzwischen ein Fünftel mehr als vor einem Jahr dank einer stabileren Nachfrage aus China und den USA. Nahrungsmittel haben sich ebenfalls auf breiter Front verteuert.

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Der letzte Schuss mit der Wunderwaffe

March 29, 2017

Mehr als Geldpolitik: Die Europäische Zentralbank – im Bild der Hauptsitz in Frankfurt – greift in die Kreditpolitik der Banken ein. Foto: Ralph Orlowski (Reuters)
Es ist eines der ungewöhnlichsten Instrumente, das sich Zentralbanken haben einfallen lassen: sogenannte gezielte Geldkredite («T-LTROs»).
Notenbanken versorgen die Wirtschaft mit Geld. Dies geschieht über die Banken, die zu diesem Zweck Konten bei der Notenbank unterhalten. Normalerweise bietet die Notenbank eines Landes einmal wöchentlich kurzfristige Liquidität zu einem bestimmten Zinssatz an. Banken können entscheiden, wie viel Geld sie sich zu diesem Preis und für den vorgeschlagenen Zeitraum beschaffen wollen. Sie müssen dann Wertschriften oder andere Sicherheiten als Deckung hinterlegen.
Die Liquidität, welche die Banken auf diese Weise aufgenommen haben, verkaufen sie anschliessend weiter. Zum Beispiel begeben sie Kredite an Unternehmen oder Privathaushalte. Das geschieht zu einem etwas höheren Zinssatz, damit sie daran Geld verdienen. Je tiefer der Zins, zu dem die Notenbank Geld ausleiht, desto günstiger kann eine Bank Kredite vergeben und desto mehr Unternehmen können es sich leisten, einen Kredit aufzunehmen, um zu investieren. Das bringt den Konjunkturmotor zum Laufen. So weit die Theorie.

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Sind reiche Menschen egoistisch?

March 22, 2017

Zuschauerinnen am White Turf in St. Moritz. Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)
Forscher in den Niederlanden haben kürzlich ein interessantes Experiment durchgeführt, um einem hartnäckigen öffentlichen (Vor-)Urteil auf die Spur zu kommen: Sind reiche Menschen wirklich egoistischer als andere? Dazu wählten sie in einer mittelgrossen holländischen Stadt zwei Kategorien von Privathaushalten aus: solche mit einem durchschnittlichen Vermögen von 2,5 Millionen Euro und solche mit einem Vermögen von rund 27’000 Euro. Ihnen allen schickten sie einen Brief, der eine Glückwunschkarte von einem Grossvater an seinen Enkel enthielt. Zusätzlich befanden sich in den Umschlägen kleine Geldgeschenke. Entweder eine 5- oder 20-Euro-Note oder eine entsprechende Banküberweisungskarte über diesen Betrag, die allerdings nur von dem korrekten Empfänger eingelöst werden konnte. Die Umschläge waren leicht transparent, sodass sich von aussen erahnen liess, was die Post enthielt.
Die Sache hatte nur einen Haken: Die adressierten Briefe wurden absichtlich an die falschen Adressen geschickt.

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