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Die ökonomische Antwort auf die Krise

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Je länger sich der Lockdown hinzieht, umso grösser fallen die wirtschaftlichen Schäden aus. Könnten flächendeckende Tests die Lösung sein? Mehr Tests, weniger wirtschaftliche Schäden? Ein Corona-Drive-in-Testzentrum in Deutschland. Foto: Keystone Erinnern Sie sich an den «Weissen Hai»? Im Kinoklassiker aus den Siebzigern lauert die unbekannte Gefahr vor den Stränden von Amity Island. Der lokale Polizeichef verfügt ein Badeverbot, um Anwohner und Feriengäste zu schützen. Das wird jedoch von den lokalen Wirtschaftsvertretern ausgehebelt, die um ihre Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft bangen. Bis der Hai zuschlägt und es Opfer gibt. Parallelen zur gegenwärtigen Debatte über Verbote und ihre Folgen sind nicht zu übersehen. Je länger sich die Schliessungen im Kampf

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Je länger sich der Lockdown hinzieht, umso grösser fallen die wirtschaftlichen Schäden aus. Könnten flächendeckende Tests die Lösung sein?

Die ökonomische Antwort auf die Krise

Mehr Tests, weniger wirtschaftliche Schäden? Ein Corona-Drive-in-Testzentrum in Deutschland. Foto: Keystone

Erinnern Sie sich an den «Weissen Hai»? Im Kinoklassiker aus den Siebzigern lauert die unbekannte Gefahr vor den Stränden von Amity Island. Der lokale Polizeichef verfügt ein Badeverbot, um Anwohner und Feriengäste zu schützen. Das wird jedoch von den lokalen Wirtschaftsvertretern ausgehebelt, die um ihre Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft bangen. Bis der Hai zuschlägt und es Opfer gibt.

Parallelen zur gegenwärtigen Debatte über Verbote und ihre Folgen sind nicht zu übersehen. Je länger sich die Schliessungen im Kampf gegen das Coronavirus hinziehen, umso grösser fallen die wirtschaftlichen Schäden aus. Dänemark und Österreich planen nun, die Einschränkungen zu lockern. Die eine Seite applaudiert, weil sie die drakonischen staatlichen Einschränkungen schon seit längerem kritisiert. Die andere fürchtet, dass die Lockerung zu früh kommt und die Krankheitsfälle wieder zunehmen könnten. In dem Fall sähen sich die Befürworter einer Lockerung umgehend dem Vorwurf ausgesetzt, fahrlässig gehandelt zu haben. Im Zentrum steht ein «Trade-Off» zwischen dem Schutz der Bevölkerung und ökonomischem Interesse.

Aber befinden wir uns wirklich in einer Lage, in der nur ein Entweder-oder zur Option steht? Im Film macht sich der Polizeichef auf, den Hai persönlich zu besiegen. Und es wäre nicht Hollywood, wenn ihm das am Ende nicht gelänge. Die Realität in Zeiten der Corona-Krise ist komplexer. Es geht nicht darum, ob Gesundheit oder Ökonomie vorgeht. Vielmehr muss eine Strategie gefunden werden, die den Schutz vor einer Erkrankung unverändert hoch hält (oder sogar erhöht) und gleichzeitig den wirtschaftlichen Schaden gegenüber der aktuellen Situation deutlich verringert.

Der US-Ökonom Paul Romer sagt, dass er die Lösung dafür gefunden habe. Er empfiehlt, die Kapazitäten, um die Bevölkerung auf das Coronavirus zu testen, massiv auszubauen und zu verbessern. Und das sehr schnell.

Er kommt zum Schluss, dass ein Land wie die USA permanent etwa 7 Prozent der Einwohner Tests unterziehen muss, um die Ansteckung wirksam in den Griff zu bekommen. Ob das möglich ist? Romer ist überzeugt davon. Aber bevor wir zu diesem Punkt kommen, lohnt es sich, anzuschauen, wie Romer zu dieser Zahl gelangt.

Die Kalkulation

Er geht davon aus, dass das Virus sich mit einer Geschwindigkeit von 2,5 ausbreitet. Infiziert sich eine Person, dann haben es bald 2,5 Personen und so weiter. Entscheidend ist daher, die Ansteckungsquote auf unter 1 zu reduzieren. Nur so kann eine Gesellschaft mit dem Virus leben....

Andreas Neinhaus
Andreas Neinhaus (Jg. 1963) ist seit 1997 als Redaktor bei «Finanz und Wirtschaft» tätig und schreibt über geld- und währungspolitische sowie konjunkturelle Fragen.

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