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Ein Blick in die Dollar-Zukunft

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Was passiert mit unserer Weltwährung? Lächelnder Benjamin Franklin auf der 100-Dollar-Note. Foto: iStock Der Kursverlauf des Dollars überrascht wieder einmal viele Währungsanalysten. Sie gingen davon aus, dass die Aufwertung dieses Jahr zu Ende gehen würde. Der Dollar hat sich in den vergangenen zwölf Monaten gegenüber den wichtigsten Währungen um 10% verteuert. Und der Anstieg geht weiter, obwohl US-Zentralbankchef Powell im Januar die Hoffnung auf immer höhere Dollarzinsen zerstörte. Inzwischen wird an den Märkten sogar über Zinssenkungen spekuliert, was die US-Währung eigentlich schwächen sollte. Aber das Gegenteil ist zu beobachten. Um den unerklärlichen Wegen des Greenbacks auf die Spur zu kommen, hatte das Devisenresearch der Bank Morgan Stanley vor über zehn Jahren ein

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Ein Blick in die Dollar-Zukunft

Was passiert mit unserer Weltwährung? Lächelnder Benjamin Franklin auf der 100-Dollar-Note. Foto: iStock

Der Kursverlauf des Dollars überrascht wieder einmal viele Währungsanalysten. Sie gingen davon aus, dass die Aufwertung dieses Jahr zu Ende gehen würde. Der Dollar hat sich in den vergangenen zwölf Monaten gegenüber den wichtigsten Währungen um 10% verteuert. Und der Anstieg geht weiter, obwohl US-Zentralbankchef Powell im Januar die Hoffnung auf immer höhere Dollarzinsen zerstörte. Inzwischen wird an den Märkten sogar über Zinssenkungen spekuliert, was die US-Währung eigentlich schwächen sollte. Aber das Gegenteil ist zu beobachten.

Um den unerklärlichen Wegen des Greenbacks auf die Spur zu kommen, hatte das Devisenresearch der Bank Morgan Stanley vor über zehn Jahren ein hilfreiches Schaubild entworfen: das Dollar-Smile. Währungsökonomen ziehen es dieser Tage wieder öfters zurate.

Ein Blick in die Dollar-Zukunft

Quelle: Nordea: FX Weekly

Der Dollar ist die Weltwährung. In 88% aller Devisengeschäfte ist er als Gegenpartei beteiligt. Folglich hängt sein Wert auch davon ab, wie sich die Weltwirtschaft entwickelt. Das Dollar-Smile erklärt den Zusammenhang.

Szenario 1 – Der Dollar wertet sich ab: Es gehört zu den bekanntesten Fehleinschätzungen, zu erwarten, dass eine bessere Weltkonjunktur die Weltwährung stärkt. Tatsächlich lässt sich das Gegenteil beobachten. Sobald alle Wirtschaftsräume synchron wachsen, investieren Anleger in zahlreiche verschiedene Währungen. Viel Kapital fliesst beispielsweise in Schwellenländer, deren Valuten nachgefragt werden. Der Dollar steht hingegen häufiger auf der Verkaufseite, sein Wert sinkt tendenziell. Wie der Chart zeigt, herrschte dieses Szenario vor allem 2017 vor und schickte den Dollar weltweit auf Talfahrt.

Szenario 2 – Der Dollar wertet sich auf: Dazu kommt es vor allem dann, wenn die USA wirtschaftlich schneller wachsen als der Rest der Welt. Dann fliesst das Kapital der Anleger in die USA, weil die Unternehmen mehr verdienen und die lokalen Aktien besser abschneiden. Aber auch, weil die US-Zentralbank die Zinsen erhöhen dürfte. Das verschafft Geldmarktanlagen in Dollar einen...

Andreas Neinhaus
Andreas Neinhaus (Jg. 1963) ist seit 1997 als Redaktor bei «Finanz und Wirtschaft» tätig und schreibt über geld- und währungspolitische sowie konjunkturelle Fragen.

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