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Draghis Bazooka wäre heute fehl am Platz

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Mit einem Versprechen beendete der damalige EZB-Chef Mario Draghi die akute Phase der Eurokrise. Welche Mittel sind heute angemessen? «Es wird reichen»: Das war 2012 das Versprechen des ehemaligen EZB-Chefs Mario Draghi. Foto: AP (Keystone) Die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Panik an den Finanzmärkten weitet sich aus. Notenbanken und Regierungen stemmen sich dagegen. Der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt dabei eine besondere Rolle zu. Sie regelt die Geldversorgung im Euroraum, der 19 EU-Mitgliedsländer umfasst. Weil ihre Politik über das Schicksal des Euros entscheidet, ist ihr Vorgehen auch für die Schweiz von grosser Bedeutung. Das zeigte sich vor sieben Jahren, mitten in der Euro-Staatsschuldenkrise. Im Sommer 2012 versprach der damalige EZB-Chef Mario

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Mit einem Versprechen beendete der damalige EZB-Chef Mario Draghi die akute Phase der Eurokrise. Welche Mittel sind heute angemessen?

Draghis Bazooka wäre heute fehl am Platz

«Es wird reichen»: Das war 2012 das Versprechen des ehemaligen EZB-Chefs Mario Draghi. Foto: AP (Keystone)

Die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Panik an den Finanzmärkten weitet sich aus. Notenbanken und Regierungen stemmen sich dagegen. Der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt dabei eine besondere Rolle zu. Sie regelt die Geldversorgung im Euroraum, der 19 EU-Mitgliedsländer umfasst. Weil ihre Politik über das Schicksal des Euros entscheidet, ist ihr Vorgehen auch für die Schweiz von grosser Bedeutung.

Das zeigte sich vor sieben Jahren, mitten in der Euro-Staatsschuldenkrise. Im Sommer 2012 versprach der damalige EZB-Chef Mario Draghi in einer öffentlichen Rede in London, dass seine Behörde alles unternehmen werde, um die Krise zu beenden. «Und glauben Sie mir, es wird reichen», sagte er damals. Das Versprechen wirkte Wunder, die Verkaufsspekulation an den Märkten ebbte ab. Die akute Phase der Eurokrise war überwunden.

In diesen Tagen ist Draghis Zauberformel «Whatever it takes» ein geflügeltes Wort. Vor allem Regierungschefs zitieren sie, wenn sie ihre Sondermassnahmen und Nachtragshaushalte verkünden. Auch Draghis Nachfolgerin, die amtierende EZB-Chefin Christine Lagarde, bezog sich darauf, als sie ihr Notfallprogramm vorstellte. Interessanterweise packte sie Draghis Bazooka nicht aus. Und vielleicht noch interessanter: Die Märkte fordern das auch gar nicht.

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Andreas Neinhaus
Andreas Neinhaus (Jg. 1963) ist seit 1997 als Redaktor bei «Finanz und Wirtschaft» tätig und schreibt über geld- und währungspolitische sowie konjunkturelle Fragen.

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