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Das wird teuer, liebe Italiener

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Gescheitertes populistisches Experiment: Zeitungsmeldung zum Abgang des Lega-Chefs Salvini. Foto: Reuters/Yara Nardi Die Regierungskrise in Italien ist vorüber. Vergangene Woche hat eine neue Koalition ihre Arbeit aufgenommen. Das populistische Experiment aus der Protestbewegung Movimento 5 Stelle (M5S) und der rechten Lega ist gescheitert. Nun hat sich M5S als Juniorpartner die Sozialdemokraten des Partito Democratico und kleinere Splitterparteien ins Boot geholt. Der Premierminister, Giuseppe Conte, bleibt zwar der gleiche. Aber der angekündigte politische Kurs ist deutlich europa- und vor allem eurofreundlicher. Daraufhin hat sich die Risikoprämie von Staatsanleihen stark zurückgebildet. Der Spread – also die Zinsdifferenz – zwischen zehnjährigen italienischen BTPs und deutschen

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Das wird teuer, liebe Italiener

Gescheitertes populistisches Experiment: Zeitungsmeldung zum Abgang des Lega-Chefs Salvini. Foto: Reuters/Yara Nardi

Die Regierungskrise in Italien ist vorüber. Vergangene Woche hat eine neue Koalition ihre Arbeit aufgenommen. Das populistische Experiment aus der Protestbewegung Movimento 5 Stelle (M5S) und der rechten Lega ist gescheitert. Nun hat sich M5S als Juniorpartner die Sozialdemokraten des Partito Democratico und kleinere Splitterparteien ins Boot geholt. Der Premierminister, Giuseppe Conte, bleibt zwar der gleiche. Aber der angekündigte politische Kurs ist deutlich europa- und vor allem eurofreundlicher. Daraufhin hat sich die Risikoprämie von Staatsanleihen stark zurückgebildet. Der Spread – also die Zinsdifferenz – zwischen zehnjährigen italienischen BTPs und deutschen Bundesanleihen fiel vergangene Woche zum ersten Mal seit Mai 2018 unter 150 Basispunkte (Bp). Inzwischen beträgt er nur noch 133 Bp.

Das wird teuer, liebe Italiener

Quelle: Refinitiv Datastream

Damit herrschen wieder ähnliche Bedingungen wie im Frühjahr 2018, als von einer Koalition aus M5S und Lega noch nicht die Rede war. Ist also wieder alles beim Alten? Mitnichten. Die vorübergehende Ausweitung des Spreads erhöht die Staatsrechnung um 20 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität CSC in Mailand.

Dazu kalkulieren die Ökonomen den Spread von Juni 2018 bis Juli 2019. Sie nehmen ein Szenario an, bei dem der...

Andreas Neinhaus
Andreas Neinhaus (Jg. 1963) ist seit 1997 als Redaktor bei «Finanz und Wirtschaft» tätig und schreibt über geld- und währungspolitische sowie konjunkturelle Fragen.

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