Thursday , November 23 2017
Home / Neueste Artikel in der Ökonomenstimme
Neueste Artikel in der Ökonomenstimme

Neueste Artikel Ökonomenstimme



Articles by Neueste Artikel Ökonomenstimme

Beschäftigungswachstum und “Worker Churn” auf der Betriebsebene

21 hours ago

Betriebe stellen häufig Mitarbeiter im gleichen Zeitraum ein, in dem sie sich von anderen Arbeitskräften trennen. Dieses Phänomen wird auch als “(Worker) Churn” bezeichnet. Die Churn-Rate misst pro Betrieb den Anteil der Arbeitnehmer, die neu hinzugekommen bzw. weggegangen sind, relativ zum Anteil der neu hinzugekommen bzw. weggefallen Arbeitsstellen. Auch in Deutschland ist die Churn-Rate groß, …

Read More »

Internationale Impulse beflügeln die Schweizer Wirtschaft

October 5, 2017

Das Schweizer BIP wird dieses Jahr aufgrund des schwachen ersten Halbjahres um 0.8% steigen. In den nächsten beiden Jahren gewinnt die Konjunktur an Fahrt. Die Schweizer Wirtschaft profitiert von einer positiven Entwicklung der internationalen Rahmenbedingungen. Dies kommt der Exportwirtschaft zugute. Der Arbeitsmarkt erholt sich etwas verzögert und die Preise steigen langsam. Dieser Beitrag präsentiert die …

Read More »

Kollektivversagen: Cum/Cum, Cum/Ex und Hopp!

July 27, 2017

Jahrelang wurde in Deutschland mittels sogenannter Cum/Ex-Geschäften mit Leerverkäufen illegal viel Geld verdient. Diese Lücke wurde geschlossen, aber weiterhin möglich sind Cum/Cum-Geschäfte, die ebenfalls fragwürdig sind, wie dieser Beitrag zeigt.

Read More »

Pseudowissenschaft in der Volkswirtschaftslehre

July 24, 2017

Die Volkswirtschaftslehre steht in der Kritik, doch oft aus falschen Gründen. Eine engstirnige, orthodoxe Mainstream-Ökonomie existiert nicht, es herrscht ein vitaler Wettbewerb der Ideen, wie dieser Beitrag zeigt.
Seit dem Ausbruch der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt wird der Wirtschaftswissenschaft von mancher Seite eine existentielle Krise angedichtet und zugleich ein Paradigmenwechsel gefordert.

Read More »

Die Bundesbank erklärt den Geldmultiplikator für falsch und das Geld aus dem Nichts für richtig

May 16, 2017

Im Monatsbericht April 2017 erklärt die Bundesbank "Die Rolle von Banken, Nichtbanken und Zentralbank im Geldschöpfungsprozess" und kommt zu dem Schluss, "dass die Kreditvergabe grundsätzlich ohne vorherige Zuflüsse von Kundeneinlagen stattfinden kann". Diese revolutionäre Einsicht wird die Universitäten zwingen, neue Lehrbücher in Makroökonomie anzuschaffen, wie dieser Beitrag zeigt.

Die Lehrbücher der Makroökonomie stehen schon seit Jahrzehnten unter Druck, da Zentralbanker, Banker und andere Finanzmarktakteure die Theorie des Geldmultiplikators und auch die Theorie der Zentralbank mit dem Instrument Geldmenge ablehnen. So steht etwa in dem Lehrbuch "Makroökonomik" von Gregory Mankiw (1993, S. 607): "Wir wollen nun davon ausgehen, dass Banken einen Teil ihrer Einlagen zur Vergabe von Krediten verwenden, z.B. an Familien, die sich ein Haus kaufen wollen, oder an Unternehmen, die in neue Gebäude oder Ausrüstungen investieren wollen". Banken sind demnach Intermediäre, die Ersparnisse in Form von Einlagen einsammeln und weiterverleihen an die, die kreditfinanziert Investitionen tätigen wollen.

Die Bundesbank sieht das in dem oben genannten Artikel grundlegend anders.

Read More »

Die Effekte von energiepolitischen Massnahmen aus Sicht der Unternehmen

May 16, 2017

Energiepolitik kann den Einsatz von grünen Energietechnologien stimulieren, ohne gleichzeitig die nationale oder internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu reduzieren, wie dieser Beitrag zeigt.

Das klassische Argument gegen energiepolitische Massnahmen sind die damit erwarteten höheren Produktionskosten (Anschaffung von teureren Maschinen/Fahrzeugen, höhere Wartungskosten, aufwendigeres Genehmigungsverfahren etc.) und der damit mögliche Wettbewerbsverlust der heimischen Wirtschaft.[ 1 ] Diesen höheren Kosten stehen jedoch auch potenzielle Kosteneinsparungen gegenüber, denn Marktversagen kann dazu führen, dass Unternehmen keine optimalen Entscheidungen treffen. Porter und Van der Linde (1995) argumentieren in einem viel zitierten wissenschaftlichen Artikel, dass Marktinterventionen gar zu besseren Entscheidungsergebnissen führen können. Ausgehend vom Artikel von Porter und Van der Linde (1995), werden in der ökonomischen Literatur die Effekte der Umweltpolitik in zwei Schritte unterteilt (Jaffe und Palmer 1997). In einem ersten Schritt wirkt Politik auf den Einsatz von grünen Technologien (schwache Porter-Hypothese). In einem zweiten Schritt wirkt der von der Politik ausgelöste Einsatz grüner Technologien auf die Performance der Firmen (starke Porter-Hypothese).

Read More »

Wahlumfragen: Konzeptionelle Probleme der Datenbereitstellung und Vertrauenskrise

May 9, 2017

Wahlumfragen liefern Orientierungshilfen vor Wahlen, so auch bei den eben erfolgten Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Sie sollen objektiv über die Erfolgsaussichten der Kandidaten Auskunft geben. Inwieweit sie diesen Anspruch erfüllen, ist jedoch zweifelhaft, wie dieser Beitrag zeigt.

Wahlen sind ein entscheidendes Instrument der Gestaltung der politischen Machtverhältnisse in Demokratien, d.h. freie und geheime Wahlen sollen den wahlberechtigten Bürgern eines Landes die Möglichkeit bieten, Parteien und Kandidaten entsprechend ihrer subjektiven Präferenzen unabhängig von der Einflussnahme anderer Akteure zu bestimmen. Soweit die Idealvorstellung einer Demokratie, die von mündigen Bürgern ihre politische Legitimation von Herrschaft über die Gesellschaft mittels Parlament und Regierung herleitet. Die Kommunikation zwischen Parteien und ihren Kandidaten mit den wahlberechtigten Bürgern ist daher ein zentrales Element der Gestaltung der politischen Machtverhältnisse einer Gesellschaft.

Wahlumfragen, die fortlaufend zu zukünftig stattfindenden Wahlen in den Medien veröffentlicht werden, liefern dabei wichtige Orientierungshilfen von potentiellen Wählern.

Read More »

Energiestrategie 2050: Implikationen für private Haushalte

May 8, 2017

Das Schweizer Stimmvolk entscheidet am 21. Mai 2017 über das revidierte Energiegesetz. Das Gesetz umfasst vier Bereiche: Senkung des Energieverbrauchs, Förderung der Energieeffizienz, Förderung erneuerbarer Energien und Ausstieg aus der Kernenergie. Dieser Beitrag diskutiert die entstehenden Kosten für die privaten Haushalte und zeigt, inwiefern diese durch Investitionen in Solaranlagen zum Ausbau der Solarenergie beitragen können.

Die öffentliche Diskussion um die Implementierung der Energiestrategie führt verstärkt die Kostenbelastung der Haushalte ins Feld. Dabei liegen die prognostizierten Werte mit 40 CHF bis 3‘200 CHF pro Jahr und Haushalt weit auseinander. Während die untere Schätzung nur die Zusatzkosten der geplanten Erhöhung der Netzzuschläge im Zuge der Gesetzesrevision berücksichtigt (vgl. UVEK, 2017a), ergibt sich der obere Wert durch eine Aufteilung der geschätzten Gesamtkosten der Energiewende von 200 Mia. CHF auf die Haushalte.[ 1 ] Der vorliegende Beitrag besitzt keinen Anspruch, die Gesamtkosten zu beziffern, sondern diskutiert ausschliesslich die Implikationen der erhöhten Netzbeiträge. Die Vorlage des Bundesrates sieht konkret vor, dass für die Finanzierung der Energiestrategie 2050 der Netzzuschlag[ 2 ] von derzeitig 1,5 Rp./kWh auf 2,3 Rp./kWh erhöht wird, was zu einem Subventionsvolumen von insgesamt 480 Mio. CHF/Jahr führen soll (UVEK, 2017a).

Read More »

Arbeitslosigkeit und Präsidentenwahlen in Frankreich

May 5, 2017

Am Sonntag wählt Frankreich einen neuen Präsidenten. Eine Analyse der französischen Präsidentschaftswahlen in den Jahren 2007, 2012 und 2017 zeigt, dass Arbeitslosigkeit eine starke Erklärungskraft für den Stimmanteil des Front National hat und auch für den Stimmanteil aller Globalisierungsgegner zusammen. Darüber hinaus tragen aktuelle und vergangene Veränderungen in der Arbeitslosigkeit dazu bei, Änderungen im Stimmanteil für den Front National bei Präsidentschaftswahlen zu erklären.

In den letzten Jahren haben populistische und oft fremdenfeindliche Parteien und Politiker große Wahlerfolge verzeichnet. Sorgen über Einwanderung und Wut gegen die Globalisierung spielten eine entscheidende Rolle für die knappe Mehrheit, die die Gegner der britischen Mitgliedschaft in der Europäischen Union im Brexit Referendum erreichten sowie bei Donald Trumps Wahl zum Präsidenten der USA. Im Allgemeinen haben populistische Parteien, welche Einwanderung, Globalisierung oder die Europäische Union und oft alle drei ablehnen in einigen europäischen Ländern große Gewinne erzielt. In der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen gewannen Kandidaten, die Globalisierung und oft sogar Frankreichs Mitgliedschaft in der Europäischen Union kritisieren, fast die Hälfte der Stimmen.

Read More »

Konjunkturanalyse: Die Sache mit der Vorratshaltung

May 3, 2017

Die Lager, auch bekannt als "Vorratshaltung" der Unternehmen, spielen eine wichtige Rolle im Konjunkturzyklus. Sie können im Konjunkturverlauf prozyklisch oder antizyklisch auf die Konjunkturschwankungen wirken. Die Messung der Vorratsveränderungen erweist sich in der Praxis allerdings als schwierig, wie dieser Beitrag mit Schweizer Daten zeigt.

Die Vorratshaltung ist ein wichtiger Faktor im Konjunkturzyklus.[ 1 ] Sie kann je nach Verhalten der Unternehmen die Konjunkturschwankungen dämpfen oder verstärken. Dass die Wachstumsbeiträge aus der Variablen "Vorratshaltung" beachtlich sein können, beweisen die vorliegenden Daten des SECO für das Jahr 2016. Abbildung 1 zeigt die jährlichen realen Wachstumsbeiträge der Vorratshaltung (einschliesslich statistischer Abweichungen) zum BIP der Schweiz. Im Jahr 2016 trug die "Vorratshaltung" das dritte Jahr in Folge negativ zur gesamtwirtschaftlichen Nachfrageentwicklung bei. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren ist das Minus im Jahr 2016 sogar besonders ausgeprägt. Bestätigt sich die erste Schätzung des Vorratsbeitrags[ 2 ] , wäre der Wert auch im historischen Vergleich markant, in den vergangenen 20 Jahren war kein so grosser (negativer oder positiver) Beitrag der "Vorräte" zu verzeichnen.

Read More »

Der Brexit als Chance für eine nachhaltigere Ausrichtung des EU-Budgets

April 26, 2017

Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU entschwindet der zweitgrößte Zahler ins EU-Budget. Bereits beginnt das Lamento darüber, wie der Ausfall kompensiert werden soll. Stattdessen böte der "Brexit" die Chance auf eine fundamentale Reform der Strukturen von Ausgaben und Einnahmen der EU, wie dieser Beitrag zeigt.

Die Diskussion über die Implikationen des bevorstehenden Brexit für das EU-Budget im Vorfeld der anstehenden Verhandlungen über den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der EU für die Periode 2021 bis 2027 fokussiert fast ausschließlich auf einige wenige Zahlen:[ 1 ] insbesondere auf das künftige Volumen des EU-Budgets und die nationalen Beiträge, die die EU-Staaten nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs – als zweitgrößtem Zahler in das EU-Budget – aus der EU zu erwarten haben. Vor allem die zehn Nettobeitragszahlerländer scheinen sich eher gegen steigende Beitragszahlungen zu positionieren. Unmittelbar ist diese Reaktion nachvollziehbar, da es – wie eine aktuelle Schätzung von Haas/Rubio (2017) zeigt – um nicht unerhebliche Beträge geht (vgl. Tabelle 1): So hätte etwa Deutschland jährlich zusätzliche Nettobeitragszahlungen von bis zu 3.543 Millionen € zu erwarten, auf Frankreich kämen zusätzlich bis zu 1.465 Millionen € und auf Österreich bis zu 394 Millionen € hinzu.

Read More »

Die Finanzierung des bedingungslosen Grundeinkommens durch eine Flat Tax

April 18, 2017

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ließe sich über Steuern finanzieren, wie dieser Beitrag zeigt. Dadurch ließe sich die Armut in Deutschland drastisch reduzieren. Allerdings müsste die Einkommenssteuer völlig neu gestaltet und sonstige Steuern sowie die Beiträge zur Sozialversicherung und die auf dieser Grundlage gewährten Leistungen weiterhin gezahlt werden.

Der Armutsbericht der Bundesregierung löst in Deutschland in schöner Regelmäßigkeit eine heiße Debatte darüber aus, wie man dieses soziale Problem lösen könnte. Die Debatte hat den unleugbaren Vorteil, die soziale Fantasie der tonangebenden Vertreter der Elite zu beflügeln. Ein Nachteil besteht darin, dass die Vielfalt der Konzeptionen eine Einigung verhindert und die Diskussionen darum meistens folgenlos bleiben. Eine einfache und effektive Lösung des Problems böte das bedingungslose Grundeinkommen (BGE). Über das Armutsproblem hinaus gibt es Dutzende von guten Gründen pro-BGE, aber eben mindestens auch ein ganz entscheidendes Argument dagegen: die Finanzierbarkeit. Bislang war der Autor auch dieser Meinung (Quaas/Thieme 2013). Einige Finanzierungsvorschläge kann man von vornherein aussortieren: Eine 50-prozentige Mehrwertsteuer wäre extrem unsozial und angesichts benachbarter Märkte mit geringerer Besteuerung auch nicht besonders realistisch.

Read More »

Eine deutsche Rentenbank – Ausweg aus der Zahlungsbilanzkrise?

March 22, 2017

Die Target-Forderungen der Deutschen Bundesbank haben im Januar mit 800 Mrd. Euro ein neues Allzeit-Hoch erreicht. Doch Anlass für eine öffentliche Debatte war dieser klare Hinweis auf das Zahlungsbilanzungleichgewicht in Europa nicht. Dieser Beitrag beleuchtet einen bereits in der Vergangenheit aus verschiedenen Richtungen vorgebrachten Lösungsansatz der Ungleichgewichte in Europa neu und entwickelt ihn weiter.

Das Grundprinzip der Zahlungsbilanzmechanik, dass Überschüsse in der Leistungsbilanz über die Kapitalbilanz (Kapitalexporte) oder Devisenbilanz (Gold- und Devisenimporte) ausgeglichen werden (LB-Defizite vice versa) und die Summe dieser Bilanzen die Zahlungsbilanz (ZB) ergibt, wird hier nicht näher erläutert. Die ZB ist ex definitione immer ausgeglichen. Trotzdem ist im Folgenden immer dann von ZB-Ungleichgewichten die Rede, wenn der ZB-Ausgleich eines Landes nur durch strukturellen Auf- oder Abbau von Gold-, Devisen- oder Target-Positionen der Notenbank möglich war.
Zahlungsbilanzungleichgewichte in der deutschen Geschichte
In der Wirtschaftsgeschichte wurden Zahlungsbilanzungleichgewichte meist über Gold oder Devisentransfers zwischen den beteiligten Notenbanken ausgeglichen.

Read More »

Wirtschaftspolitik und der Aufstieg des Populismus – So einfach ist es nicht!

March 16, 2017

Populisten und populistische Parteien dominieren die politische Agenda und die Schlagzeilen in vielen westlichen Industriestaaten. Doch wovon sprechen wir überhaupt bei Populismus und was kann getan werden, um seinen weiteren Aufstieg aufzuhalten? Dieser Beitrag macht eine Auslegeordnung.

Eine Welle des Populismus fegt über Europa und Nordamerika hinweg.[ 1 ] Das Jahr 2016 hielt gleich zwei außergewöhnliche Wahlergebnisse bereit: Erstens, in Form des Brexits am 24. Juni; und zweitens, die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten. Die Kräfte der Offenheit, Toleranz, Vielfalt, Multikulturalität und Globalisierung wurden von dieser Welle erschüttert, überfordert und versuchen vergeblich, sie zu begreifen.

Der Brexit und die Wahl Trumps sind lediglich angelsächsische Manifestationen eines europaweiten Phänomens. In Frankreich wird Marine le Pen vom Front National bei der Präsidentschaftswahl 2017 wahrscheinlich sehr gut abschneiden und hat sogar Chancen auf einen Wahlsieg, während Geert Wilders Freiheitspartei (Partij voor de Vrijheid – PVV) in den Niederlanden mit einem Anti-Islam Programm und EU-Austrittsforderungen weitere Wählerstimmen für sich gewinnen konnte. In Italien hat die Lega Nord durch ihre migrationsfeindliche Haltung wieder an Relevanz gewonnen, während die 5-Sterne Bewegung auf der linken Seite des politischen Spektrums zunehmend einflussreicher wird.

Read More »

Immigration und Flüchtlingskrise: Ist Europa der Herausforderung gewachsen?

March 14, 2017

Der Migrationsdruck auf Europa hat zwar etwas nachgelassen, doch er wird auch in Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit hoch bleiben. Die massive Immigration schürt Ängste und treibt viele Wähler in die Hände von Populisten. Umso wichtiger ist eine stärkere europäische Kooperation in der Flüchtlingspolitik, wie dieser Beitrag zeigt.

Unruhen im Nahen Osten und Nordafrika führen zu einer großflächigen Vertreibung der dortigen Bevölkerung in Nachbarländer und zu Flüchtlingsströmen nach Europa.[ 1 ] Dies wird in Abbildung 1 veranschaulicht.

Abbildung 1: Asylerstanträge

Obwohl diverse Maßnahmen den Zustrom von Flüchtlingen im Jahr 2016 in die EU ein Stück weit eindämmten, bleiben die zugrundeliegenden Probleme bestehen und es besteht aus humanitären Gründen weiterhin Migrationsdruck nach Europa.

Die Anzahl der vertriebenen Menschen ist enorm und zeugt von schwerem menschlichem Leid. Bedauerlicherweise sind großflächige Vertreibungen von Menschen aufgrund von Kriegen und Naturkatastrophen regelmäßig in verschiedensten Teilen der Welt zu beobachten. Im europäischen Kontext ist hier der Bosnienkonflikt in den 1990er Jahren zu nennen. Aktuell scheint die Situation jedoch eine andere zu sein. Der Konflikt in Bosnien folgte dem Fall des Eisernen Vorhangs und wurde allgemein für ein europäisches Dilemma gehalten.

Read More »

Die Prägung politischer Einstellungen durch das Fernsehen – Evidenz aus Ostdeutschland

March 10, 2017

Haben freie Medien im Hinblick auf die politischen Einstellungen und das Wahlverhalten einen Einfluss? Ja, wie dieser Beitrag anhand eines Vergleichs von ostdeutschen Gemeinden, die vor der Wiedervereinigung keinen Zugang zu Westfernsehen hatten, mit jenen Gemeinden, in denen Westfernsehen empfangbar war, zeig. Die Stimmenanteile sowohl links- als auch rechtsextremer Parteien bei den Wahlen ist seit der Wiedervereinigung bei ersteren signifikant höher. Gleichzeitig ist die Wahlbeteiligung in Gemeinden ohne Westfernsehempfang deutlich geringer.
Einleitung
Medieninhalte werden von totalitären Regimen manipuliert, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.[ 1 ] Die Einschränkungen der Pressefreiheit und die Zensur der medialen Berichterstattung in Nordkorea, China und der Türkei sind Beispiele hierfür. Auch in demokratischen Ländern wird den Medien ein großer Einfluss auf die öffentliche Meinung zugeschrieben. Die Bedeutung sog. „Fake News“ für das Erstarken populistischer Bewegungen und Parteien in westlichen Demokratien wird in der aktuellen Diskussion als gravierend eingeschätzt. Während es in obigen Beispielen vor allem um den kontemporären Zusammenhang zwischen Medieninhalten und der öffentlichen Meinung geht, fokussieren wir langfristige Effekte medialer Inhalte auf politische Einstellungen.

Read More »

Großbritannien und der EUexit – Das Volk gegen die EU

March 10, 2017

Der Brexit steht symptomatisch für das Unbehagen vieler BürgerInnen gegenüber der EU. Allerdings bietet er auch eine Chance, die EU weiterzuentwickeln, wie dieser Beitrag zeigt.

Die meisten Interpretationen, einschließlich des bis heute besten politischen Narrativs dafür warum das Vereinigte Königreich für den Brexit gestimmt hat, schreiben das Ergebnis des britischen Referendums britischen Besonderheiten und Eigenarten zu.[ 1 ] Dazu zählen eine seit langem bestehende Ambivalenz gegenüber der EU, interne Streitigkeiten der regierenden Conservative Party und der Zerfall der Labour Party (Shipman, 2016). Aber ist der Brexit auch symptomatisch für ein grundlegendes Problem der EU? Ist er nur eine Manifestation des europaweiten populistischen Aufbegehrens? Wenn ja, wie sollte damit umgegangen werden?

Skepsis oder Feindseligkeit gegenüber der EU lässt sich in den meisten EU-Staaten finden, wobei das Vereinigte Königreich besonders euroskeptisch ist (vgl.  Abbildung 1). Personen, die sich selbst zu den höheren sozialen Schichten zählen, halten in den meisten Ländern die EU-Mitgliedschaft eher für etwas Positives als ihre weniger privilegierten Mitmenschen. Dies gilt jedoch nicht im Vereinigten Königreich, wo sich der Brexit schon 2015 im Eurobarometer klar abzeichnete. Auch in Italien und Polen zeigen sich leicht abweichende Ergebnisse.

Read More »

Sollten Infrastrukturinvestitionen Teil eines Konjunkturprogramms sein?

March 10, 2017

Infrastrukturinvestitionen waren ein Hauptbestandteil der in der Rezession von 2009 verabschiedeten Konjunkturprogramme. Es ist jedoch bis heute unklar, ob Infrastrukturinvestitionen tatsächlich geeignet sind, kurzfristig Arbeitsplätze zu schaffen. Infrastrukturprojekte haben lange Planungs- und Bauphasen, weshalb Arbeitnehmer möglicherweise erst eingestellt werden, wenn die Rezession schon lange vorbei ist. Dieser Beitrag zeigt, dass ein gut konzipiertes Infrastrukturinvestitionsprogramm die Arbeitslosigkeit schnell und kostengünstig senken kann.

In der jüngsten Krise von 2008/09 waren Investitionen in Infrastruktur ein wesentlicher Bestandteil von Konjunkturprogrammen weltweit. Zum Beispiel wurden im Rahmen des US-amerikanischen Konjunkturprogramms $105 Mrd. in neue Straßen und die Renovierung von Gebäuden investiert. Das deutsche Konjunkturpaket II sah insgesamt €13,3 Mrd.  für neue Infrastrukturprojekte vor.

Jedoch diskutierten damals viele Experten, ob Infrastrukturinvestitionen tatsächlich ein wirksames Instrument antizyklischer Fiskalpolitik sein können oder ob das Geld nicht lieber in Steuersenkungen fließen sollte (Becker, 2009, Summers, 2008). Die Befürworter argumentierten, dass Investitionen in die Infrastruktur eine doppelte Dividende schaffen: Sie generieren direkt neue Arbeitsplätze und erhöhen gleichzeitig das zukünftige Wachstumspotential der Ökonomie.

Read More »

Zwischen Hoffnungsträger und Spielverderber: Der Beitrag von Dienstleistungen zum Produktivitäts­wachstum

March 3, 2017

Auf was ist das geringe Produktivitätswachstum in den Industrieländern der letzten Jahrzehnte zurückzuführen? Handelt es sich dabei um ein reines statistisches Artefakt? Keineswegs, wie dieser Artikel zeigt. Und aufgrund des zunehmenden Anteils von produktivitätsschwachen Dienstleistungssektoren an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung dürften sich die niedrigeren Produktivitätswachstumsraten fortsetzen.[ 1 ]

In den entwickelten Volkswirtschaften der Welt ist die Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität seit den 1970er Jahren tendenziell rückläufig.[ 2 ] Über die Ursachen des sich abschwächenden Produktivitätsfortschritts und mögliche Gegenmaßnahmen wurden seitdem zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, die aber bislang noch zu keinem eindeutigen Ergebnis geführt haben. Dienstleistungen stehen auf der Liste der möglichen Faktoren weit oben. Aufgrund ihres relativ geringen Produktivitätswachstums in Verbindung mit ihrem gleichzeitig wachsenden Wert­schöpfungs­anteil gelten sie einerseits als „Spielverderber“ für den gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsfortschritt. Andererseits werden in wachsendem Maße gerade in Dienstleistungen große Hoffnungen für eine Wiederbelebung des allgemeinen Produktivitätswachstums gesetzt.

Read More »

Das Niedrigzinsumfeld vergrößert die Schere zwischen Arm und Reich

March 1, 2017

Niedrige Sparzinsen sind nicht zwingend schlecht für das Geldvermögen. Entscheidend ist, wie dieses insgesamt angelegt ist. Hier zeigen sich große Unterschiede zwischen "Arm" und "Reich". Tendenziell verschlechtern sich niedrige relativ zu hohen Einkommen aufgrund ihrer Vermögensstruktur und der geringeren Flexibilität ihres Finanzvermögens, wie dieser Beitrag zeigt.

Verluste der Sparer infolge der Niedrigzinspolitik sind in aller Munde, die Nominalzinsen insbesondere auf Bankeinlagen sind auf einem historisch niedrigen Niveau. Aber diese Verluste können zum Teil durch eine rückläufige Inflation und damit steigende Kaufkraft kompensiert werden. Außerdem, und bisher wenig beachtet, können niedrigere Sparzinsen durch höhere Erträge auf andere Anlagen oder niedrigere Kreditzinsen ausgeglichen werden. Die Zusammensetzung des Geldvermögens und der Verbindlichkeiten entscheidet, wer gewinnt oder verliert. Tendenziell verschlechtern sich niedrige relativ zu hohen Einkommen aufgrund ihrer Vermögensstruktur und der geringeren Flexibilität ihres Finanzvermögens. Unter der Annahme einer gegebenen Vermögensstruktur des Jahres 2010/2011 ist die durchschnittliche reale Rendite des Netto-Finanzvermögens seit Ende 2008 bei den 10 Prozent Reichsten gestiegen, während sie bei den 20 Prozent Ärmsten gesunken ist.

Read More »

Firmen – Die Gewinner der Personenfreizügigkeit

February 27, 2017

Viele Unternehmer in der Schweiz sagen, dass die Personenfreizügigkeit für den Erfolg ihres Unternehmens zentral sei. Doch hat die Personenfreizügigkeit die Firmen tatsächlich grösser, produktiver und innovativer gemacht? Ja, wie dieser Beitrag zeigt: Die Firmen wurden grösser und innovativer, einige wurden auch produktiver. Sie entschieden sich aufgrund der Personenfreizügigkeit sogar, vermehrt in der Schweiz zu produzieren.

Fast drei Jahre nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative (MEI) hat das Schweizer Parlament den "Inländervorrang light" beschlossen. Künftig müssen Firmen den regionalen Arbeitsämtern offene Stellen melden, die Berufe betreffen, in denen es viele ansässige Arbeitslose gibt. Eine entscheidende Frage bei der Diskussion zur Umsetzung der MEI war, welchen Einfluss die Wiedereinführung von Zuwanderungsbeschränkungen auf die Firmen in der Schweiz hätte. Aussagen von Schweizer Firmen suggerieren, dass diese Auswirkungen erheblich wären. In einer Umfrage von BAK Basel meint die Hälfte aller Firmen, dass europäische Fachkräfte für den Erfolg der Firma wichtig sind; ein Viertel der Unternehmen ist sogar überzeugt, dass Arbeitskräfte aus der EU für ihren Erfolg unersetzlich sind.

Read More »

Selbstanzeigen bei Steuerhinterziehung – eine gute Idee?

February 23, 2017

Selbstanzeigen ermöglichen es Steuerflüchtigen, ihre Steuern nachträglich zu entrichten; dabei bleiben sie entweder ganz straffrei oder müssen nur mit deutlich gesenkten Strafen rechnen. Dieser Beitrag nutzt Daten aus Deutschland und den USA, um die Vor- und Nachteile von steuerlichen Selbstanzeigen zu untersuchen. Es zeigt sich, dass die Möglichkeit zur Selbstanzeige zwar die Bereitschaft zur Steuerhinterziehung erhöht, aber gleichzeitig die Verwaltungskosten der Steuerbehörden deutlich senkt.

Zwischen 2010 und 2013 wurden in Deutschland über 67.000 Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung abgegeben. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern können reuige Steuersünder Selbstanzeigen abgeben: Österreich, Kanada, Norwegen und Schweden bieten beispielsweise die Möglichkeit einer straffreien Selbstanzeige; in anderen Ländern werden stark reduzierte Strafen angewandt. Einige Länder, wie z.B. die USA, Frankreich oder Griechenland, haben in den letzten Jahren Selbstanzeigenprogramme eingeführt. Insgesamt bieten fast alle entwickelten Länder die Möglichkeit zur einer strafmindernden oder straffreien steuerlichen Selbstanzeige.
Vorteil von Selbstanzeigen
Sollte ein Staat Steuersündern die Möglichkeit zur Selbstanzeige geben? Ziel der entsprechenden Programme ist, das Steueraufkommen zu erhöhen.

Read More »

Konzentration der Innovationstätigkeit in Deutschland nimmt zu

February 21, 2017

Seit Jahren weisen die Investitionen in Innovationen und Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland einen ansteigenden Trend auf. Mit 157,4 Milliarden Euro in 2015 sind sie auf ein Rekordniveau gestiegen. Gleichzeitig verteilen sich die Innovationsausgaben auf immer weniger Akteure. Die Innovatorenquote, also der Anteil der Unternehmen, die überhaupt in Innovationen investieren, sinkt stetig. Dadurch steigt die Ungleichheit in der Innovationstätigkeit deutscher Unternehmen. Dieser Beitrag diskutiert mögliche Gründe für diese Entwicklung.

Die Ausgaben für die Entwicklung und Einführung innovativer Produkte, Dienstleistungen und Prozesse nehmen weltweit zu. Laut dem EU Industrial R&D Scoreboard stiegen die FuE-Ausgaben der hundert forschungsstärksten Unternehmen von 198,4 im Jahr 2003 auf 269,4 in 2015 (+86 Prozent). Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft um 59 Prozent. Rund ein Drittel der Unternehmen in Deutschland messen der Einführung neuer oder verbesserter Produkte und Dienstleistungen eine hohe Bedeutung für die Umsetzung ihrer Unternehmensziele bei. Gleichzeitig scheinen jedoch immer mehr Unternehmen den Anschluss an diese Entwicklung zu verlieren. Der Anteil der Unternehmen, die überhaupt in FuE und Innovationen investieren, nimmt stetig ab. Im Jahr 2003 betrug die Innovatorenquote, d.h.

Read More »

Steueroasen gegen den Rest der Welt

February 16, 2017

Steueroasen vermindern den globalen Steuerertag und schaden damit vor allem den ärmeren Ländern, wie dieser Beitrag zeigt.

In verschiedenen Ländern sind die Unternehmenssteuersätze im freien Fall. So ist in Australien gerade ein weitreichende Senkung aufgegleist, Donald Trump und Theresa May haben ihre Absicht erklärt, die USA und das Vereinigte Königreich entsprechend zu positionieren, und am 12. Februar 2017 wurde in der Schweiz über eine von Regierung und Parlament beschlossene "Unternehmenssteuerreform III" abgestimmt. Auf Druck des Auslands sollten anstößige Privilegien für im Ausland erzielte Gewinn durch (noch nicht) "verpönte" ersetzt und dazu die Unternehmenssteuersätze generell gesenkt werden, um das durch die Privilegien generierte ausländische Steuersubstrat in der Schweiz zu halten. In den letzten Wochen hat das Thema hier hohe Wellen geschlagen. Die Stimmbevölkerung hat die Vorlage letztlich mit knapp 60% abgelehnt, vor allem wohl, weil hohe Steuerausfälle befürchtet wurden.

In der Debatte ging aber fast völlig unter, dass die bestehenden und mit der beabsichtigten Reform angepassten Steuerprivilegien deshalb international "verpönt" sind, weil sie dem Rest der Welt Steuereinnahmen für dort ausgeübte Wirtschaftsaktivitäten vorenthalten.

Read More »

Arbeitsmarktwirkungen von Lohnspreizung: Höhere Ungleichheit schadet

February 15, 2017

Die Frage nach der Wirkung von Ungleichheit ist theoretisch nicht direkt beantwortbar. So könnte Ungleichheit die Anreize und damit den Arbeitsmarkt stärken oder die Entwicklungsmöglichkeiten der Geringverdiener, etwa in der Bildung, behindern. Dieser Beitrag zeigt, dass die seit den 1990er Jahren gestiegene Lohnungleichheit in Deutschland der Beschäftigung und der Produktivität geschadet hat.

Seit den 1990er Jahren haben sich nicht nur über lange Zeit die Reallöhne in Deutschland schwach entwickelt, ebenso nahm die Lohnungleichheit deutlich zu. Vor diesem Hintergrund wurde auch die Debatte um die Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns geführt. Gründe für die Entwicklung werden unter anderem in der Globalisierung, dem technologischen Wandel und der sinkenden Tarifabdeckung gesehen.

Die Zahlen zur Arbeitslosigkeit und Beschäftigung zeigen über die vergangenen zwölf Jahre einen kräftigen Arbeitsmarktaufschwung in Deutschland. Im Zeichen größerer Arbeitskräfteknappheit steigen die Löhne mittlerweile wieder stärker. Auch der Trend bei der Lohnungleichheit ist gebrochen, seit einigen Jahren geht sie wieder etwas zurück (vgl. Weber 2015, 2016, Möller 2016). Abbildung 1 zeigt diese Entwicklung anhand des Gini-Koeffizienten, des bekanntesten Ungleichheitsmaßes (vgl. Infokasten 1).

Read More »

War was? – Eine Replik zur Mindestlohndebatte

February 8, 2017

Karl Brenke hat in seinem Beitrag War was? Zwei Jahre gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland darauf hingewiesen, dass die Mindestlohn-Einführung keine negativen (auch keine positiven) Effekte hatte. An dieser Stelle folgt eine Replik von Fank Westermann, der argumentiert, dass es für eine Entwarnung noch zu früh ist.

Die Einführung des Mindestlohns in Deutschland im Januar 2015 ist aus wissenschaftlicher Sicht eines der interessantesten natürlichen Experimente der Bundesrepublik. Kaum ein Thema hat die wirtschaftspolitische Diskussion so geprägt und die Volkswirte an Universitäten und Forschungsinstituten mit Gutachten und Expertisen beschäftigt.

Eine der besten Prognosen zur Auswirkung des Mindestlohns auf die Beschäftigung stammte z.B. von Thum und Ragnitz (2007) vom ifo Dresden. Auf Basis der Daten des statistischen Bundesamtes sowie einer Literatur-Analyse zu Schätzungen der Arbeitsnachfrageelastizität nahmen sie eine Überschlagsrechnung vor, die zunächst für die jeweiligen Lohnstufen die prozentuale Änderung der Löhne berechnete und anschließend, über alle Lohnstufen aggregiert, eine Abschätzung der Verluste an Arbeitsplätzen vornahm. Die Ergebnisse lagen – je nach Höhe des Mindestlohns – in einem Bereich von ca. 360.000 bis zu 1.9 Millionen Arbeitsplätzen.

Read More »

Die Finanzkraft von Zentralbanken im internationalen Vergleich

February 1, 2017

Die Finanzen von Zentralbanken und insbesondere jene der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gerieten in jüngster Vergangenheit vermehrt in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 bescherte der SNB einen Buchverlust, der das Eigenkapital deutlich schmelzen liess. Andere Zentralbanken haben eine lange Historie von negativem Eigenkapital. Doch wie definiert sich die Finanzkraft von Zentralbanken und wie steht die Schweiz im internationalen Kontext da? Dieser Beitrag gibt eine Orientierungshilfe.

Im Zusammenhang mit der expansiven Geldpolitik vieler Zentralbanken wird immer mehr über die Rolle und Bedeutung des Eigenkapitals debattiert. Im Zuge der Finanzkrise sah sich SNB-Präsident Thomas Jordan im September 2011 veranlasst, ein Grundsatzreferat zur Frage "Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?" zu halten. Die Frage spitzte sich im Januar 2015 weiter zu, als die Schweizerische Nationalbank nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses über Nacht rund 50 Milliarden Franken Buchverluste in Kauf nehmen musste. Abbildung 1 zeigt auf, dass die wechselkursabhängigen Fremdwährungsengagements der SNB zu grossen Schwankungen des Eigenkapitals führten. Dabei korreliert das Eigenkapital stark mit dem CHF/EUR Wechselkurs (r = 0,62).

Read More »

War was? Zwei Jahre gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland

January 27, 2017

Die geplante Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hatte in Deutschland zu heftigen Diskussionen geführt. Zwei Jahre nach der Einführung lässt sich festhalten: Passiert ist bisher nicht viel, weder in positiver noch in negativer Hinsicht.

Vor zwei Jahren wurde in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn eingeführt. Die Reform war heiß umstritten. Ihre Gegner befürchteten Arbeitsplatzverluste in großem Umfang. Ihre Befürworter wollten den vermeintlich immer mehr ausufernden Niedriglohnsektor zurückdrängen und mit "sozial gerechten" Löhnen dafür sorgen, dass die Arbeitsentgelte für den Lebensunterhalt ausreichen, so dass nicht mehr aufstockenden Sozialleistungen bezogen werden müssen. Wenngleich der Mindestlohn mittlerweile nicht mehr im Vordergrund des wirtschaftspolitischen öffentlichen Interesses steht, bietet es sich dennoch an zu prüfen, was aus den mit der Reform verbundenen Erwartungen geworden ist.

Was die Beschäftigungseffekte anbelangt, kann sich die Untersuchung lediglich auf einschlägige Zeitreihen der amtlichen Statistik stützen. Individualdaten von Arbeitgebern über deren personalpolitische Reaktionen auf die Reform sind leider nicht verfügbar. Die amtlichen Statistiken zeigen saisonbereinigt einen Bruch bei der Entwicklung der Zahl derjenigen Personen, die ausschließlich einem Mini-Job nachgehen.

Read More »