Sunday , December 15 2019
Home / Never mind the markets / Negativzinsen, unser notwendiges Übel

Negativzinsen, unser notwendiges Übel

Summary:
Warum die Schweizer Negativzinspolitik trotz aller leidigen Nebenwirkungen bis auf weiteres unumgänglich ist. Muss sich der EZB und deren zementierten Negativpolitik anpassen: SNB-Präsident Thomas Jordan. Foto: Keystone/Anthony Anex Negativzinsen in der Schweiz sind ein Sonderfall. Denn die Schweiz hat keine Negativzinsen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln oder um bedrohte Schuldner vor dem Zusammenbruch zu retten. Die Negativzinsen hierzulande haben nur einen einzigen Grund: Ein weiteres Erstarken des Schweizer Frankens soll verhindert werden. Dazu müssen Geldanlagen in der Schweiz genügend unattraktiv gemacht werden. Der Zins muss geringer sein als im Ausland und vor allem geringer als in der Eurozone. Und weil die Eurozone im Moment ebenfalls negative Zinsen

Topics:
Mathias Binswanger considers the following as important: , , , , ,

This could be interesting, too:

Mathias Binswanger writes Chinas Aufstieg zur digitalen Macht

Andreas Neinhaus writes Die Inflation wird überschätzt

investrends.ch writes SNB entbindet zwei Bilanzpositionen der Unterlegungspflicht

Markus Diem Meier writes China widerlegt Montesquieu

Warum die Schweizer Negativzinspolitik trotz aller leidigen Nebenwirkungen bis auf weiteres unumgänglich ist.

Negativzinsen, unser notwendiges Übel

Muss sich der EZB und deren zementierten Negativpolitik anpassen: SNB-Präsident Thomas Jordan. Foto: Keystone/Anthony Anex

Negativzinsen in der Schweiz sind ein Sonderfall. Denn die Schweiz hat keine Negativzinsen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln oder um bedrohte Schuldner vor dem Zusammenbruch zu retten. Die Negativzinsen hierzulande haben nur einen einzigen Grund: Ein weiteres Erstarken des Schweizer Frankens soll verhindert werden. Dazu müssen Geldanlagen in der Schweiz genügend unattraktiv gemacht werden. Der Zins muss geringer sein als im Ausland und vor allem geringer als in der Eurozone. Und weil die Eurozone im Moment ebenfalls negative Zinsen hat und nicht daran denkt, diese in nächster Zeit anzuheben, müssen wir noch stärker negative Zinsen haben. Das ist grob zusammengefasst die Logik der momentanen Geldpolitik der Schweiz.

In Wirklichkeit sind die negativen Zinsen aber nicht ausreichend, um die Aufwertung des Schweizer Frankens zu verhindern. Zusätzlich hat die SNB seit 2015, als die Negativzinsen eingeführt wurden, Devisen im Wert von rund 300 Milliarden Franken gekauft. Man kann sich deshalb vorstellen, was die Konsequenz einer Aufhebung der Negativzinsen wäre. Entweder der Schweizer Franken gewinnt noch einmal deutlich an Wert, oder die SNB muss massiv weitere Devisen kaufen, um das zu verhindern. Da sind Negativzinsen das kleinere Übel.

Eine klassische Falschmeldung

Allerdings wurde diese auch von der SNB vertretene Auffassung vor kurzem infrage gestellt. Diverse Zeitungen und Internetportale berichteten von einer UBS-Studie, welche gezeigt habe, dass die Kosten gesamtwirtschaftlich höher seien als der Nutzen. Eine langfristige Fortführung der Negativzinsen könne deshalb nicht mehr im Gesamtinteresse der Schweiz liegen. In Wirklichkeit ist das eine klassische Falschmeldung. Die UBS und ihr Chefökonom Daniel Kalt haben keine Studie zu Kosten und Nutzen von Negativzinsen erstellt. Was sie in Wirklichkeit gemacht haben, ist eine Umfrage unter 2500 Unternehmen in der Schweiz. Und von diesen...

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *