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Die Gesamtproduktion der Schweizer Landwirtschaft hält sich trotz Covid-19 gut

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06.10.2020 - Die Schweizer Landwirtschaft dürfte 2020 eine Bruttowertschöpfung von 4,4 Milliarden Franken generieren, was einem Anstieg von 5,8% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Gesamtproduktion ist stabil geblieben, die Produktionskosten sind hingegen gesunken. Im Kontext der vom Bundesrat in Zusammenhang mit Covid-19 erklärten «ausserordentliche Lage» und der im Frühling getroffenen Massnahmen legten die tierische Produktion und der Gemüsebau zu. Im Weinbau hat sich die Situation hingegen verschlechtert. Diese ersten Schätzungen für das laufende Jahr beruhen auf der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung, die das Bundesamt für Statistik (BFS) erarbeitet. Mit wenigen Ausnahmen ist

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06.10.2020 - Die Schweizer Landwirtschaft dürfte 2020 eine Bruttowertschöpfung von 4,4 Milliarden Franken generieren, was einem Anstieg von 5,8% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Gesamtproduktion ist stabil geblieben, die Produktionskosten sind hingegen gesunken. Im Kontext der vom Bundesrat in Zusammenhang mit Covid-19 erklärten «ausserordentliche Lage» und der im Frühling getroffenen Massnahmen legten die tierische Produktion und der Gemüsebau zu. Im Weinbau hat sich die Situation hingegen verschlechtert. Diese ersten Schätzungen für das laufende Jahr beruhen auf der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung, die das Bundesamt für Statistik (BFS) erarbeitet.

Mit wenigen Ausnahmen ist es schwierig zu ermitteln, inwieweit die Entwicklungen auf die Pandemiemassnahmen, die Witterung oder die bereits davor eingesetzten Trends zurückzuführen sind. Fest steht, dass sich die Landwirtschaft und die gesamte Lebensmittelbranche schnell an die neue Situation angepasst haben und ihre Produktion im Allgemeinen gut absetzen konnten.

Ausgehend von den ersten Schätzungen rechnet das BFS damit, dass sich die Gesamtproduktion der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2020 auf 11,4 Milliarden Franken beläuft. Das ist knapp mehr als 2019 (+0,2%). Die Ausgaben für Vorleistungen (Futtermittel, Energie, Dünger, Unterhalt und Reparaturen usw.) betragen 7,0 Milliarden Franken und sind damit 3,1% tiefer als im Vorjahr. Die Bruttowertschöpfung, die der Differenz zwischen dem Produktionswert und den Vorleistungen entspricht, erreicht 4,4 Milliarden Franken; das sind 5,8% mehr als 2019. Zu Vorjahrespreisen, also ohne Berücksichtigung der Teuerung, sinkt die Bruttowertschöpfung jedoch um 1,4%. Bei einem geschätzten Rückgang des Arbeitsvolumens um 0,8% geht die Arbeitsproduktivität zwischen 2019 und 2020 um 0,6% zurück, ist aber dennoch 34% höher als im Jahr 2000.

Der Pflanzenbau nimmt ab

Der Produktionswert des Pflanzenbaus verringert sich gegenüber 2019 um 5,5% auf geschätzte 4,2 Milliarden Franken. Die Getreideernte wird auf mehr als 920 000 Tonnen geschätzt und dürfte somit trotz der Trockenheit im Frühling im Vergleich zum Vorjahr um 1,5% zulegen. Der Produktionswert beim Getreide wächst um 3,4%. Einen starken Anstieg verzeichnet die Ölsaatenproduktion. Sie erhöht sich gegenüber 2019 sowohl mengen- (+21,6%) als auch wertmässig (+19,1%). Aufgrund der ausserordentlichen Situation im Frühling besteht eine grosse Nachfrage nach inländischem Gemüse. Infolge der gestiegenen Produktionsmenge verzeichnet ihr Produktionswert ein Plus von 6,0%. Im Futterbau ist die Ernte gut, der Heupreis sinkt und der Produktionswert der Futterpflanzen reduziert sich um 21,2%. Im Weinbau wurden die Quoten für die Traubenproduktion gesenkt und Weine deklassiert, um Problemen beim Absatz der bestehenden Vorräte entgegenzuwirken. Als Folge davon wird damit gerechnet, dass der Produktionswert von Trauben und Wein gegenüber 2019 um 8,5% zurückgeht.

Die tierische Produktion steigt weiter an

Die tierische Produktion nimmt im Jahr 2020 gegenüber 2019 um 4,5% auf geschätzte 5,7 Milliarden Franken zu. Der Wert der Milchproduktion wird auf 2,5 Milliarden Franken beziffert (+2,6%), wobei die Produktionsmenge leicht rückläufig ist (–0,8%) und der Durchschnittspreis weiter steigt (+3,4%). Die Nachfrage nach Schlachtrindern ist weiterhin gross. Nach einem Einbruch der Durchschnittspreise im März liegen sie seit Juni über dem Niveau des Vorjahres. Entsprechend steigt auch der Wert der Rindviehproduktion um 5,3% auf 1,5 Milliarden Franken. Auf dem Schweinemarkt verbessert sich die Situation weiter: Die Durchschnittspreise übertreffen den Stand vom Vorjahr. Dadurch erhöht sich der Wert der Schweineproduktion um 5,7% auf 1,0 Milliarden Franken. Schliesslich setzt sich der in den vergangenen Jahren beobachtete Aufschwung der Geflügelhaltung auch 2020 fort. Sie erreicht 2020 einen Produktionswert von 0,6 Milliarden Franken (+6,0%), was insbesondere auf den zunehmenden Konsum von Geflügel und Eiern aus der Schweiz zurückzuführen ist.

Staatsbeiträge als wichtiger Einkommensbestandteil

Die schrittweise Öffnung der Agrarmärkte in den 1990er-Jahren führte zur Einführung von Direktzahlungen, die ab 1999 verallgemeinert und 2014 neu ausgerichtet wurden. Seit mehr als zwei Jahrzehnten dienen die an die Landwirtschaftsbetriebe ausbezahlten Staatsbeiträge insbesondere dazu, Leistungen von allgemeinem Interesse zu vergüten. Nach ersten, auf den Voranschlag des Bundes gestützten Schätzungen bleiben die Staatsbeiträge gegenüber 2019 praktisch unverändert. Mit nahezu 3,0 Milliarden Franken machen diese Beiträge 2020 rund 21% der Gesamtressourcen des Schweizer Agrarsektors aus und bilden damit einen wichtigen Bestandteil des sektoralen Einkommens.

Tiefere Produktionskosten aufgrund rückläufiger Futtermittel- und Energiepreise

2020 sinken die Produktionskosten (Vorleistungen, Abschreibungen, Löhne, Pachten, Schuldzinsen und Produktionsabgaben) gegenüber 2019 um 2,3%. Der Rückgang der Vorleistungen (7,0 Milliarden Franken, –3,1%) ist in erster Linie auf die tieferen Preise für Futtermittel und Energie zurückzuführen. Demgegenüber erklären sich die leicht geringeren Abschreibungen durch die Abnahme des produktiven Vermögens (Kapital) der Schweizer Landwirtschaft. Die Löhne der Angestellten (1,3 Milliarden Franken, –0,1%), die Pachten (0,4 Milliarden Franken, +0,2%) und die Schuldzinsen (0,2 Milliarden Franken, +0,3%) bleiben nach den ersten Schätzungen im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil.

Das sektorale Einkommen der Schweizer Landwirtschaft nimmt zu

2020 nehmen die Einnahmen (Produktionswert, Staatsbeiträge und Habenzinsen) um 0,1% bzw. knapp 17 Millionen Franken auf rund 14,4 Milliarden Franken zu. Die Ausgaben (Vorleistungen, Abschreibungen, Löhne, Pachten, Schuldzinsen und Produktionsabgaben) verringern sich um mehr als 258 Millionen Franken (–2,3%) auf nahezu 11,1 Milliarden Franken. Der Saldo, d.h. das Nettounternehmenseinkommen der Schweizer Landwirtschaft (sektorales Einkommen), wird somit für das Jahr 2020 auf knapp 3,3 Milliarden Franken geschätzt. Dies entspricht einem Plus von 9,2% (+275 Mio. Franken) gegenüber 2019. Das sektorale Einkommen, das hauptsächlich die Arbeit und das produktive Vermögen (Kapital und Boden) sämtlicher Bauernfamilien in der Schweiz entschädigt, liegt damit nahezu 12% über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Zusätzliche Informationen wie Tabellen und Grafiken finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.


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Die Gesamtproduktion der Schweizer Landwirtschaft hält sich trotz Covid-19 gut
(PDF, 8 Seiten, 445 kB)


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