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Die Roboter kommen

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Nehmen uns die Roboter die Arbeit weg, oder schaffen sie neue Arbeit? Ein Arbeiter bei der Endmontage eines Industrieroboters. Foto: Karl-Josef Hildenbrand (Keystone) Donald Trump verspricht, Amerika wieder «great» zu machen. Er verspricht, im Land neue Arbeitsplätze zu schaffen, Industriejobs in den von der Globalisierung gebeutelten Regionen von Michigan, Ohio, Indiana oder North Carolina. Seine bisherigen Äusserungen – von einem kohärenten «Programm» kann bislang immer noch nicht die Rede sein – richten sich vor allem gegen die Handelspartner der USA. China betreibe eine unfaire Handelspolitik, Deutschland ebenso, wettert Trump. Das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta will er neu verhandeln und Jobs aus Mexiko zurückholen. Die personellen Besetzungen, die der Präsident in Industrie- und Handelsfragen bislang vorgenommen hat – Peter Navarro als nationaler Handelsberater, Wilbur Ross als Handelsminister –, lassen schwierige Zeiten für den Freihandel vermuten. Die Ideen von Navarro und Ross haben wir in diesem Blogbeitrag bereits näher betrachtet. Die Industriejobs bleiben verloren Gewiss lässt sich berechtigte Kritik am bisweilen merkantilistischen Handelsverständnis der chinesischen oder auch der deutschen Regierung anbringen.

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Die Roboter kommen

Nehmen uns die Roboter die Arbeit weg, oder schaffen sie neue Arbeit? Ein Arbeiter bei der Endmontage eines Industrieroboters. Foto: Karl-Josef Hildenbrand (Keystone)

Donald Trump verspricht, Amerika wieder «great» zu machen. Er verspricht, im Land neue Arbeitsplätze zu schaffen, Industriejobs in den von der Globalisierung gebeutelten Regionen von Michigan, Ohio, Indiana oder North Carolina.

Seine bisherigen Äusserungen – von einem kohärenten «Programm» kann bislang immer noch nicht die Rede sein – richten sich vor allem gegen die Handelspartner der USA. China betreibe eine unfaire Handelspolitik, Deutschland ebenso, wettert Trump.

Das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta will er neu verhandeln und Jobs aus Mexiko zurückholen.

Die personellen Besetzungen, die der Präsident in Industrie- und Handelsfragen bislang vorgenommen hat – Peter Navarro als nationaler Handelsberater, Wilbur Ross als Handelsminister –, lassen schwierige Zeiten für den Freihandel vermuten. Die Ideen von Navarro und Ross haben wir in diesem Blogbeitrag bereits näher betrachtet.

Die Industriejobs bleiben verloren

Gewiss lässt sich berechtigte Kritik am bisweilen merkantilistischen Handelsverständnis der chinesischen oder auch der deutschen Regierung anbringen. Und tatsächlich hatte der Freihandel vor allem seit der Aufnahme Chinas in die Welthandelsorganisation WTO im Jahr 2001 einen nachteiligen Effekt auf viele Regionen in den USA, wie die Ökonomen David Autor, David Dorn und Gordon Hanson in ihren Arbeiten dargelegt haben.

Dennoch: Wird es Trump gelingen, im grossen Stil wieder Industrie-Arbeitsplätze in den USA anzusiedeln?

Das ist höchst unwahrscheinlich. Der Grund dafür liegt nicht in der Globalisierung, sondern im Aufstieg der Robotik.

Der Einsatz von Industrierobotern ist an sich kein neues Phänomen, doch eine Reihe von Faktoren – dazu zählen immense Fortschritte in der Rechenleistung, der Sensorik sowie der Vernetzung von Maschinen – hat in den letzten Jahren eine Art «Tipping Point» verursacht und den Einsatz von Industrierobotern enorm beschleunigt.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung (Quelle: Bank of America Merrill Lynch):

Die Roboter kommen

Die Balken zeigen die Anzahl Industrieroboter, die global im Einsatz...

Mark Dittli
Mark Dittli (* 1974) ist ein Schweizer Finanz- und Wirtschaftsjournalist. Er ist seit 2012 Chefredaktor von Finanz und Wirtschaft.

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