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The Economics of Belonging

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Buchbesprechung:Martin Sandbu: The Economics of Belonging – A Radical Plan to Win Back the Left Behind and Achieve Prosperity for All, Princeton University Press, June 2020. Martin Sandbu argumentiert, dass es nicht die Globalisierung ist, die für zu viele der Probleme zurückgebliebener Gruppen verantwortlich ist, sondern der technologische Wandel und die wirtschaftlichen Veränderungen. Handel und Migration bestenfalls ...

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Buchbesprechung:

Martin Sandbu: The Economics of Belonging – A Radical Plan to Win Back the Left Behind and Achieve Prosperity for All, Princeton University Press, June 2020. 


The Economics of Belonging
Martin Sandbu argumentiert, dass es nicht die Globalisierung ist, die für zu viele der Probleme zurückgebliebener Gruppen verantwortlich ist, sondern der technologische Wandel und die wirtschaftlichen Veränderungen. 

Handel und Migration bestenfalls erklären nur einen kleinen Teil des Verschwindens guter Arbeitsplätze und der zunehmenden Ungleichheit.

Die Veränderung der Marktwirtschaft in den vergangenen 40 Jahren ist seiner Ansicht nach auf wirtschaftliche Transformationen und politisches Versagen zurückzuführen.

Marktmechanismen, die gute Arbeitsplätze und Wohlstand für einige, aber schlechte Arbeitsplätze und Prekarität für zurückgebliebene Gruppen schaffen, führen ohne Zweifel dazu, dass der Sozialvertrag im Westen untergraben wird.

Wir müssen uns nun der Macht des Staates zuwenden, der diesen Mechanismen am offensichtlichsten hätte entgegenwirken können, z.B. mit einem revidierten Steuersystem, um beispielsweise Steuerumgehung via Steuerparadies zu unterbinden.

Mit der Art von Massnahmen, die Sandbu im Buch ausführlich darlegt - eine makroökonomische Hochdruckpolitik (high-pressure macroeconomic policy), universelles Grundeinkommen, Finanzreformen zur Verbesserung des Zugangs zum Finanzkapital, wenn neue "Mission Banken" zur Behebung lokaler Kreditdürren eingerichtet würden usw. - ist die wirtschaftliche Öffnung nicht nur eine Bedrohung, sondern tatsächlich ein positiver Beitrag zur heimischen Wirtschaft der Zugehörigkeit. 

Historisch gesehen sei es ein Fehler, von einem Kompromiss zwischen internationaler Offenheit und innerstaatlichem wirtschaftlichen Zusammenhalt zu sprechen. Globalisierung bedeute nicht Deregulierung.

Wenn die Innenpolitik sich um alle Menschen kümmert, wird die Globalisierung auch politisch weitgehend akzeptabel bleiben. Um zu sehen, wie dies funktionieren könnte, schauen wir uns den Fall Norwegen an, legt Sandbu nahe. 

Norwegen hat eine stärkere Zugehörigkeitsökonomie („economy of belonging“) aufrechterhalten als Großbritannien. Vor allem drei Dinge waren wichtig. Erstens hat Norwegen durch stimulierende Staatsausgaben eine Wirtschaft mit hohem Druck („high-pressure economy“) aufrechterhalten, ganz im Gegensatz zu Großbritanniens Sparmaßnahmen (fiscal austerity).

Zweitens wurden Gesetze erlassen, um wirksame Lohnuntergrenzen für Arbeitsplätze in den Sektoren, die am stärksten exponierten sind, wie z.B. in der Reinigungs- und Baubranche, einzuführen, obwohl es keinen allgemeinen Mindestlohn gibt.

Und drittens erleichterten gut ausgebildete Arbeitskräfte und ein reibungsloser Arbeitsmarkt den Arbeitsplatzwechsel, so dass viele einheimische Arbeitnehmer in den exponierten Sektoren in bessere Jobs wechselten.

Wenn hinter der treibenden Kraft der Einwanderung von Geringqualifizierten das Wachstumsmodell von Unternehmen steht, die wenig produktive Arbeitskräfte intensiv nutzen, dann würde eine Politik, die darauf abzielt, ein solches Geschäftsmodell zu verhindern, diese Expansion und damit die Nachfrage nach eingewanderten Arbeitskräften dämpfen. 

Die Einwanderer, die ohnehin gekommen wären, hätten mehr verdient und daher sowohl mehr vor Ort ausgegeben als auch mehr Steuern gezahlt - was wiederum sowohl die Nachfrage unter hohem Druck als auch die Finanzierung des öffentlichen Dienstes unterstützt hätte.

Dies wäre ohne strengere Einwanderungsregeln, d.h. nicht weniger Globalisierung, geschehen. Stattdessen hätten wir laut Sandbu eine bessere und damit populärere Globalisierung sehen können.

Das Kapitel 9 („A smarter financial system“) bietet sicherlich den interessantesten Lesestoff im ganzen Buch. Der Autor befasst sich mit dem Wesen der Finanzwelt, die in der Tat von Natur aus destabilisierend wirkt. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Kreditvergabe der Banken sich selbst verstärkt.

Das radikalste Ziel einer finanziellen Zugehörigkeitsökonomie ist laut Sandbu der Schutz vor den Schäden von Krediten, mittels Entwöhnung der Wirtschaft von der Fremdfinanzierung.

Die Lösung besteht in zweifacher Hinsicht: Erstens, die Wirtschaft davon abzubringen, ihre Ausgaben mit Schulden zu finanzieren, zugunsten anderer Finanzierungsformen wie z.B. Eigenkapital. Zweitens, die Schulden selbst so umwandeln, dass sie sich mehr wie Eigenkapital verhalten.

Wir brauchen eine Verlagerung von einer schulden-basierten zu einer Eigenkapital-basierten Wirtschaft, lautet das Fazit des Autors: "Wir müssen nicht die Schulden selbst regulieren, sondern die gefährlichsten Merkmale". 

Und bitte beachten, dass Kredite in modernen Volkswirtschaften vom Private-Banking-System geschaffen werden. Wir müssen daher makroprudenzielle Regeln stärker einsetzen.

Sandbu liefert eine überzeugende und aufschlussreiche Erklärung für die gegenwärtige Misere der finanzpolitischen Unordnung, die in den vergangenen 40 Jahren die Welt und die Gesellschaft polarisiert hat und nur den Interessen von wenigen zugutekommt. Es gibt dennoch Hoffnung, die Zurückgebliebenen zurückzugewinnen und Wohlstand für alle zu erreichen („shared prosperity“). Ein eindrucksvolles, bildendes Buch. 


The Economics of Belonging

Martin Sandbu: The Economics of Belonging, Princeton University Press, June 2020







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