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Jungen Menschen Perspektiven geben

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Der aktuelle wirtschaftliche Abschwung aufgrund des Coronavirus wird insbesondere auch den Berufseinstieg junger Menschen erschweren und könnte deren Karrierechancen und Einkommen nachhaltig beeinträchtigen. In den nächsten Monaten und Jahren werden sich, wie alle Jahre zuvor auch, wieder Hunderttausende junger Menschen erstmals auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz oder nach einer Erwerbstätigkeit begeben. Das ist nicht neu, aber etwas wird für diese jungen Menschen in der nächsten Zeit anders sein als für ihre Vorgängerinnen und Vorgänger in den letzten zehn Jahren zuvor: Ihre Anstrengungen werden in die Zeit eines signifikanten wirtschaftlichen Rückgangs fallen. Kommt es zu bleibenden Narben im Lebenslauf junger Arbeitnehmender? Die aus übergeordneten Gründen von der

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Der aktuelle wirtschaftliche Abschwung aufgrund des Coronavirus wird insbesondere auch den Berufseinstieg junger Menschen erschweren und könnte deren Karrierechancen und Einkommen nachhaltig beeinträchtigen.

In den nächsten Monaten und Jahren werden sich, wie alle Jahre zuvor auch, wieder Hunderttausende junger Menschen erstmals auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz oder nach einer Erwerbstätigkeit begeben. Das ist nicht neu, aber etwas wird für diese jungen Menschen in der nächsten Zeit anders sein als für ihre Vorgängerinnen und Vorgänger in den letzten zehn Jahren zuvor: Ihre Anstrengungen werden in die Zeit eines signifikanten wirtschaftlichen Rückgangs fallen.

Kommt es zu bleibenden Narben im Lebenslauf junger Arbeitnehmender?

Die aus übergeordneten Gründen von der Politik herbeigeführte wirtschaftliche Rezession kann, wenn sie länger anhält, für jüngere Menschen mit negativen Wirkungen für die weitere Karriere einhergehen. Das liegt in erster Linie daran, dass in Zeiten ohne Ausbildung oder Beschäftigung keine eigenen, beruflich relevanten, Erfahrungen gesammelt werden können, die dann später im Berufsleben fehlen und nachgeholt werden müssen. Auch staatliche finanzielle Unterstützung kann den Verlust an Berufserfahrung nicht immer kompensieren. Gerade zu Beginn des Erwerbslebens sind die Berufserfahrung und das Lernen in der Ausbildung und während der beruflichen Tätigkeit sehr wertvoll für den weiteren Berufsweg.

Je länger die Rezession dauert, desto schwieriger wird für viele der Einstieg in die Ausbildung und das Erwerbsleben. Die Dauer des Abschwungs wird mit darüber entscheiden, ob es bei temporären Blessuren bleibt, oder ob permanente Narben im Lebenslauf bleiben. Mit Ersterem ist gemeint, dass die möglichen Einkommens- und Berufserfahrungsverluste durch die Zeit der Beschäftigungslosigkeit im weiteren Verlauf des Erwerbslebens wieder aufgeholt werden. Mit Letzterem ist gemeint, dass bei einem zu holprigen Start ins Erwerbsleben die Lebenseinkommen verglichen mit den Neueinsteigerinnen und Neueinsteigern in Zeiten eines Aufschwungs niedriger sein werden. Entweder werden viele erst mit einer Verzögerung die gewünschte Stelle antreten können, oder aber sie werden Kompromisse eingehen müssen. Insgesamt kann das zur Folge haben, dass sie die resultierenden Einkommenseinbußen im weiteren Erwerbsleben nicht mehr aufholen können.

Bildungs- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen könnten erforderlich werden

Um die Chancen der jungen Generation auf einen Ausbildungs- und Erwerbseinstieg zu verbessern, sind die anlaufenden Öffnungen aller Wirtschaftsbereiche aus Sicht des Verfassers sehr zu begrüßen. Auch das bereits geplante staatliche Konjunkturprogramm sollte helfen, dass Unternehmen wieder optimistischer werden und damit beginnen, wieder mehr zu produzieren und zu investieren. Zunächst sollte als Folge der höheren Produktion die Kurzarbeit zurückgehen. Gelingt es, einen sich selbst tragenden Aufschwung mit weiteren Investitionen anzustoßen, werden mit der Zeit dann auch wieder Neueinstellungen stattfinden. Damit werden sich allmählich auch die Ausbildungs- und Beschäftigungschancen junger Menschen verbessern. Derzeit reichen angesichts der Kaufzurückhaltung die offenen Stellen noch nicht aus, um den Arbeitsmarkt zu entlasten. Vielmehr nimmt die Arbeitslosigkeit weiter zu. Selbst wenn das Hochfahren der Wirtschaft erfolgreich angestoßen wird, wird es wohl dauern, bis Alle eine Chance auf eine Ausbildung und eine Beschäftigung erhalten werden. Von daher könnten im Laufe der Zeit auch flankierende bildungs- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen erforderlich werden, um den von der Corona-Krise betroffenen jungen Menschen berufliche Perspektiven zu eröffnen.

©KOF ETH Zürich, 12. Jun. 2020

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