Thursday , November 15 2018
Home / Never mind the markets / Drei Strategien gegen Immobilienblasen

Drei Strategien gegen Immobilienblasen

Summary:
In Schweden sind die Immobilienpreise aufgrund der Negativzinsen stark angestiegen: Stadtzentrum von Stockholm. Foto: Mikael Sjoberg (Bloomberg, Getty) Nationalbankpräsident Thomas Jordan hat diese Woche in einem Referat erläutert, warum Notenbanken auf ein und dasselbe Problem ganz unterschiedlich reagieren können. Er bezog sich dabei auf das Risiko eines globalen Handelskriegs. Angenommen, die Zölle steigen abrupt und heftig, argumentiert Jordan, «soll die Zentralbank in einer solchen Situation die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen, oder soll sie die Zinsen senken, um die wirtschaftliche Aktivität anzukurbeln?» Je nach Situation sei beides plausibel, lautet sein Fazit. Genau dieses Dilemma müssen einige der führenden Zentralbanken bereits heute meistern, nur in einem

Topics:
Andreas Neinhaus considers the following as important: , , , , ,

This could be interesting, too:

Markus Diem Meier writes Der Feind, die Maschine

Urs Birchler writes Ehrendoktorat für @BatzMonika

Markus Diem Meier writes Der Dollar regiert die Welt

Andreas Neinhaus writes Was kommt zuerst: Handel oder Entwicklung?

Drei Strategien gegen Immobilienblasen

In Schweden sind die Immobilienpreise aufgrund der Negativzinsen stark angestiegen: Stadtzentrum von Stockholm. Foto: Mikael Sjoberg (Bloomberg, Getty)

Nationalbankpräsident Thomas Jordan hat diese Woche in einem Referat erläutert, warum Notenbanken auf ein und dasselbe Problem ganz unterschiedlich reagieren können. Er bezog sich dabei auf das Risiko eines globalen Handelskriegs. Angenommen, die Zölle steigen abrupt und heftig, argumentiert Jordan, «soll die Zentralbank in einer solchen Situation die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen, oder soll sie die Zinsen senken, um die wirtschaftliche Aktivität anzukurbeln?» Je nach Situation sei beides plausibel, lautet sein Fazit.

Genau dieses Dilemma müssen einige der führenden Zentralbanken bereits heute meistern, nur in einem anderen Bereich: eine enorme private Verschuldung an den lokalen Immobilienmärkten. Sie schränkt die Handlungsfähigkeit der Notenbanken ein. Auch hier ist, wie Jordan beim Thema Zölle formulierte, «die optimale geldpolitische Reaktion a priori nicht klar».

Zehn Jahre nach dem Immobiliencrash in den USA mit anschliessender Rezession ist das Risiko erneut gegenwärtig. Nicht in den USA und auch nicht in Form von Subprime-Hypotheken, aber ein Jahrzehnt mit aussergewöhnlich tiefen Zinsen hat in Ländern wie Australien, Kanada, Schweden und nicht zuletzt in der Schweiz zu einem massiven Anstieg der Immobilienpreise geführt, grösstenteils alimentiert durch immer höhere Schulden der Privathaushalte. Diese Bombe gilt es zu entschärfen. Aber Zentralbanken sind nur bedingt dazu in der Lage. Anders als die «Bomb Squads» in Hollywoodfilmen können sie nicht den Tatort abriegeln und sich darauf konzentrieren, den Zündmechanismus zu entfernen.

Kanada: Mit Zinserhöhungen wurde wenig erreicht

Kanadas Zentralbank (Bank of Canada, BoC) erlebt gerade, wie schwierig Geldpolitik in Zeiten einer hohen Privatverschuldung ist. Aus konjunkturellen Gründen muss sie die Leitzinsen konsequent erhöhen. Die Kapazitäten sind ausgelastet, es herrscht Vollbeschäftigung, die Inflation steigt. Die Wirtschaft droht zu überhitzen. Wohnraum ist in den Metropolen des Landes längst unerschwinglich. Viele Menschen müssen einen substanziellen Teil ihres monatlichen Einkommens aufbringen, um Immobilienkredite zu bedienen.

Die BoC versucht zweigleisig zu fahren. Die Kreditvergaberegelungen wurden erschwert, sogenannte...

Andreas Neinhaus
Andreas Neinhaus (Jg. 1963) ist seit 1997 als Redaktor bei «Finanz und Wirtschaft» tätig und schreibt über geld- und währungspolitische sowie konjunkturelle Fragen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *