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“Handelskrieg zwischen USA und China bietet erhebliche Chancen”

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Noch hat der Handelskrieg zwischen den USA und China seinen Höhepunkt nicht erreicht. (Bild: Pixabay) Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Gespräche am kommenden G20-Gipfel zwischen den USA und China scheitern, meint Sébastien Galy von Nordea AM. Um die Widerstandsfähigkeit des Portfolios zu erhöhen, sollte ein Produktmix gewählt werden, der das Risiko entweder reduziert oder diversifiziert.Der Konflikt zwischen China und den Vereinigten Staaten besteht darin, dass zwei Schwergewichte um die Vormachtstellung kämpfen. Im Vorfeld des G20-Gipfels scheint keine der beiden Seiten ihre Haltung zu lockern, und es besteht die Gefahr einer Ausweitung der Zölle auf Chinas Gesamtexporte in die Vereinigten Staaten."Die Auswirkungen auf das chinesische Wachstum wären beträchtlich, wenn

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Noch hat der Handelskrieg zwischen den USA und China seinen Höhepunkt nicht erreicht. (Bild: Pixabay)

Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Gespräche am kommenden G20-Gipfel zwischen den USA und China scheitern, meint Sébastien Galy von Nordea AM. Um die Widerstandsfähigkeit des Portfolios zu erhöhen, sollte ein Produktmix gewählt werden, der das Risiko entweder reduziert oder diversifiziert.

Der Konflikt zwischen China und den Vereinigten Staaten besteht darin, dass zwei Schwergewichte um die Vormachtstellung kämpfen. Im Vorfeld des G20-Gipfels scheint keine der beiden Seiten ihre Haltung zu lockern, und es besteht die Gefahr einer Ausweitung der Zölle auf Chinas Gesamtexporte in die Vereinigten Staaten.

"Die Auswirkungen auf das chinesische Wachstum wären beträchtlich, wenn wir davon ausgehen, dass das tatsächliche Wachstum bei etwa 4,5% liegt. Die geschätzten Auswirkungen der Zölle reichen von weniger als 1% bis 2% über einen Zeitraum von zwei Jahren. Für chinesische Produzenten mit niedrigen Margen läuft die Zeit ab", sagt Sébastien Galy, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management, im Ausblick für das zweite Halbjahr 2019, und veranschaulicht das am Beispiel eines in China hergestellten T-Shirts: Zölle von 25% verschlechtern die Gewinnspanne des US-Einzelhändlers, während die lokalen Hersteller wahrscheinlich nur begrenzt in der Lage sind, die zusätzlichen Kosten zu tragen.

"Unternehmen in Branchen, in denen nicht sicher ist, ob sich die Zölle in den nächsten Jahren nach oben oder nach unten bewegen, werden auch nach alternativen Produktionsstandorten wie Vietnam suchen, das dem Risiko ausgesetzt ist, als Währungsmanipulator gebrandmarkt zu werden", gibt Galy zu bedenken. Angesichts der Tatsache, dass die Zeit ablaufe und die Exportnachfrage zurückgehe, dürfte China einen Wertverlust seiner Währung höchstwahrscheinlich um zehn Prozent zulassen, schätzt er. Das wäre wohl nicht genug, um eine Dollar Rückzahlungskrise entstehen zu lassen, würde jedoch ausreichen, um eine Kreditkrise teilweise einzudämmen. Dies würde zu einer Abschwächung der Währungen im Asien Pazifik-Raum und zu einer Aufwertung des US-Dollars führen. Währungsinterventionen würden die importierte Inflation in Ländern wie Indonesien begrenzen. "Eine daraus resultierende rückläufige Nachfrage nach US-Treasuries mit kurzer Laufzeit dürfte sich nur begrenzt auswirken", folgert der Makrostratege.

Robustes US-Wirtschaftswachstum

Galy erwartet, dass sich die Auswirkungen der Zölle im nächsten Jahr verstärken dürften und Wachstumsaktien wie Apple, Konsumgüter wie Nike und einige Hotels erschüttern. Das Umfeld der IT-Aktien könnte in einer Zeit, in der der Aktienmarkt teilweise einen Deal eingepreist hat, turbulent bleiben. Galy meint, dass Vergeltungsmassnahmen besonders Prestigetitel treffen dürften: beispielsweise FedEx, gegen das derzeit eine Untersuchung läuft, und Apple, das mit Huawei konkurriert. Daher sei im Vorfeld des G20-Gipfels ein defensiverer Portfoliomix zu empfehlen. "Aber jenseits dieser rauen Gewässer sind die Aussichten für Wachstumswerte positiv", sagt er. Betrachte man die US-Wirtschaftslandschaft, stelle man fest, dass das Wachstum – vorangetrieben vom Dienstleistungssektor – robust bleiben sollte. Ausserdem werde sich die Fed weiterhin auf das anhaltend niedrige Inflationsniveau konzentrieren, mit dem Ergebnis einer produktiveren Wirtschaft und möglicherweise mehr als den beiden vom Markt erwarteten Zinssenkungen. Dies wiederum würde Aktien stützen.

"Bei den festverzinslichen US-Anlagen ist eine Rezession im Jahr 2021 das Thema, meint der Makrostratege. Jedoch sei der US-Konjunkturzyklus sei zu einem grossen Teil vom sehr beständigen Dienstleistungssektor angetrieben. Die Art der Dienstleistung werde sich jedoch ändern", sagt Galy und fährt fort: "Apple durchläuft eine Berg- und Talfahrt. Uber erreicht ein reiferes Stadium und liefert immer noch negative Cashflows. Sein Börsengang nahm ein unglückliches Ende. Amazon und Aldi rücken in den US-Einzelhandel vor, um das Segment im Kern zu erschüttern, während Unternehmen aus reiferen Branchen versuchen, Kosten zu senken und Innovationen voranzutreiben." Infolgedessen erhöhe sich die Produktivität in den Vereinigten Staaten, was ebenfalls zu einem Produktivitätsanstieg in anderen Ländern führen dürfte. Die Erwartungen an eine Rezession, die durch eine Erschütterung in den Schwellenländern verstärkt werde, mache Absolute-Fixed-Income Renditestrategien attraktiv, da die Absicherung von festverzinslichen US-Anlagen einige Kosten verursache.

Europäische Aktien: Handelskrieg nicht eingepreist

Wie Galy weiter ausführt, ist der europäische Aktienmarkt dem Risiko einer Abkühlung der Schwellenländer und – mit geringer Wahrscheinlichkeit – Zöllen aus den USA ausgesetzt. Dies sei teilweise eingepreist. Nicht eingepreist sei jedoch die Verschärfung des Handelskrieges zwischen den USA und China. Diese werde Auswirkungen auf deutsche Autoexporteure bis hin zu den europäische Banken haben, die in Asien tätig sind und dort viele Erträge generieren. "Dennoch entwickelt sich die europäische Wirtschaft zunehmend gut. Diese anhaltende Erholung dürfte sich positiv auf das Ergebnis auswirken. In Europa werden die Bewertungen günstiger, und mit der Verschärfung des Handelskrieges dürfte sich diese Entwicklung fortsetzen. Aber jenseits des G20-Gipfels lassen sich höchstwahrscheinlich sowohl in der Eurozone als auch in den skandinavischen Ländern Gelegenheiten finden", meint Galy. Europäische Festzinsanlagen sollten in einem zunächst schwierigen Umfeld Zuflucht bieten.

Galy schlägt vor, die Widerstandsfähigkeit im Vorfeld des G20-Gipfels zu erhöhen: "Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht, wird jedoch, wenn es so weit ist, von Europa über die USA erhebliche Chancen bieten.

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