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Börse – Fünf Aktien, die diesen Oktober an der Börse auffallen

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Die Börsenlage ist geprägt vom Hin- und Her der amerikanischen Politik - Stichworte: Präsidentschaftswahlen und Streit um Konjunkturhilfen - und grossen Unsicherheiten wegen steigender Coronafallzahlen - Stichwort: Mögliche zweite Welle und drohende Lockdowns. Einzelaktien sind aber auch durch unternehmensspezifische Ereignisse geprägt und schwanken auch deswegen deutlich im Kurs. Bei folgenden Unternehmen haben sich die Kursverläufe auf die eine oder andere Weise bemerkbar gemacht: Kaum eine Branche ist so schwer von der Coronakrise getroffen worden wie die Luftfahrt. Und damit auch ein Betreiber von Duty-Free-Shops wie Dufry. Trotzdem geben die Anleger nicht auf. Das Buzzword "Alibaba" hat allein in der vergangenen Woche für einen Kursanstieg von 42 Prozent gesorgt. Chinas

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Von Marc Forster considers the following as important:

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Die Börsenlage ist geprägt vom Hin- und Her der amerikanischen Politik - Stichworte: Präsidentschaftswahlen und Streit um Konjunkturhilfen - und grossen Unsicherheiten wegen steigender Coronafallzahlen - Stichwort: Mögliche zweite Welle und drohende Lockdowns.

Einzelaktien sind aber auch durch unternehmensspezifische Ereignisse geprägt und schwanken auch deswegen deutlich im Kurs. Bei folgenden Unternehmen haben sich die Kursverläufe auf die eine oder andere Weise bemerkbar gemacht:

Kaum eine Branche ist so schwer von der Coronakrise getroffen worden wie die Luftfahrt. Und damit auch ein Betreiber von Duty-Free-Shops wie Dufry. Trotzdem geben die Anleger nicht auf.

Das Buzzword "Alibaba" hat allein in der vergangenen Woche für einen Kursanstieg von 42 Prozent gesorgt. Chinas Internet-Gigant steigt bei Dufry mit einer 10-Prozent-Beteiligung ein, wie vergangene Woche bekannt wurde. Dies gibt der finanziell angespannten Dufry-Gruppe Schub beim Einsammeln frischen Kapitals. Und: Schon manches Unternehmen hat von einer China-Kooperation profitiert, und Alibaba könnte Dufry im (zuletzt vor Corona) viel bereisten Asien unterstützen.

Um wieder auf den Stand von Anfang Jahr zu kommen, müsste der Dufry-Aktienkurs um knapp 60 Prozent zulegen. Dieses theoretisch grosse Erholpotential spiegelt aber auch die Unsicherheit wider. Schätzungsweise kann es bis 2024 dauern, bis wieder so viel geflogen wird wie im vergangenen Januar. Und auch wenn dies früher geschehen sollte: Die Reisebranche ist angesichts schnell erlassener Reisebeschränkungen derzeit noch nicht aus dem Schneider. Bei Dufry ist höchstens vorsichtiger Optimismus angebracht.

Im Vergleich zum Kurs von Anfang Jahr ist Novartis heute 12 Prozent weniger wert. Roche hingegen liegt im selben Zeitraum leicht im Plus. Im Zuge der Coronakrise können der Novartis-Aktie keine grossen Impfstoffhoffnungen angeheftet werden. An den drei Pfeilern Diagnostik, Antivirale Medikamente und Impfstoffe ist Novartis nicht direkt beteiligt.

Analysten sehen noch zwei weitere Gründe, die den Aktienkurs zuletzt gehemmt haben: Die Schmiergeld-Affäre in den USA hat das Image und damit auch den Kurs belastet. Zudem ist dieses Jahr kein grosser Durchbruch wie mit der Gentherapie-Zulassung 2019 zu erwarten. 

Novartis fällt in diesen Tagen indessen nicht durch starke Kursausschläge auf, sondern durch die Kritik, die der Pharmakonzern auf sich zieht. Die Londoner Grossbank Barclays befürchtet, das die noch neuen Medikamente Zolgensma, Beovu oder Kesimpta die Erwartungen nicht erfüllen könnten (cash berichtete). Nachdem im Sommer die Zweitquartalszahlen durchwachsen waren, könnten auch die Resultate zum dritten Quartal mässig ausfallen.

Die meisten anderen Branchenexperten sind sehr positiv zu Novartis. Bei einem Kurs von 81 Franken besteht zum gemittelten Kursziel von gut 96 Franken in der Theorie grosses Potential. Barclays allerdings sieht das Risiko, dass der Kurs noch auf 65 Franken zurückfällt.

Die führende Stellung von Novartis in der Forschung, der Einsatz von drei innovativen Technologieplattformen und die weltweite Verankerung geben dem Konzern aber weiter Gewicht. Mittel- und langfristig bleibt Novartis ein Investment.

Innerhalb einer Woche ist der Kurs des Chemie-  und Kunststoffunternehmens um 5 Prozent zurückgegangen. Im Vier-Wochen-Rückblick bleibt aber ein Plus von 10 Prozent.

Gurit gehört zu den Titeln, die heute deutlich höher im Kurs stehen als vor dem Beginn der Coronakrise. Im Februar-März-Sturz fiel der Titel von 1664 auf 980 Franken, wird jetzt aber für 2000 Franken gehandelt. Auftrieb erhielt der Titel auch, weil im August gute Halbjahreszahlen vorgelegt wurden. Gurit ist bisher gut durch diese schwierige konjunkturelle Zeit gekommen.

Börse - Fünf Aktien, die diesen Oktober an der Börse auffallen

Langjähriges Rekordhoch: Die Gurit-Aktie im Fünf-Jahres-Chart (Grafik: cash.ch).

Der Investment-Case für Gurit hängt stark von Windenergiemarkt ab. Der Spezialist für Verbundwerkstoffe ist ein wichtiger Anbieter im Formenbau für die Rotorenblätter von Windanlagen. Von der Sparte Autozulieferung hat sich Gurit noch vor dem Beginn der Krise verabschiedet - angesichts der Krise der Autobauer ist man darüber jetzt vermutlich erleichtert.

Der Windmarkt indessen dürfte auch 2021 gut laufen, womit für die Gurit-Aktie auch mittelfristig noch Kurs-Wachstumschancen bestehen.

Bei der chronisch verlustschreibenden und mit vielen Schwierigkeiten kämpfenden Solartechnikfirma Meyer Burger sind die Marktbeobachter in letzter Zeit optimistischer geworden. Statt als Zulieferer für Solarunternehmen zu agieren, will Meyer Burger nun selbst Solarzellen und Solarmodule auf den Markt bringen. Für den Strategiewechsel war frisches Kapital nötig, dieses ist von den Aktionären genehmigt worden.

Ob der neue Optimismus um Meyer Burger einen Vier-Wochen-Kursanstieg von 58 Prozent rechtfertigt, kann hinterfragt werden. Die Aktie ist bei 0,28 Franken Kurswert nach wie vor ein "penny stock". Wer aber wiederum bisher eine kritische Haltung zu Meyer Burger eingenommen hat, sollte diese zumindest ein bisschen revidieren.

Mit der Umstellung des Geschäfts hat Meyer Burger eine Chance, jenes Zukunftsunternehmen zu werden, das sich Aktionäre schon lange erträumt haben. Die Chance, profitabel zu wachsen, ist realistischer, wenn Meyer Burger die eigene Technologie nutzt. Ein möglicher Stolperstein bleibt natürlich die Finanzierung.

Risikofreude müssen Meyer-Burger-Aktionäre weiterhin haben. Die Schwankungsanfälligkeit bleibt hoch, allein am vergangenen Freitag ging die Aktie im Tageshandel um rund 9 Prozent zurück. 

Mit einem Kursplus von 6,5 Prozent innerhalb einer Woche und über 8 Prozent innerhalb der vergangenen vier Wochen ist Alcon die jeweils stärkste SMI-Aktie in diesen Zeiträumen.

Über eine längere Frist betrachtet ist der Augenmedizinkonzern an der Börse aber nicht so deutlich gewachsen. Die erst seit April 2019 kotierte Aktie fiel nach einem Mehr-Monate-Hoch bei knapp 62 Franken Anfang Juni auf 50,50 Franken, hat sich aber auf 56 Franken erholt. Im August fielen die Halbjahreszahlen auch wegen der Coronakrise enttäuschend aus.

Die Novartis-Abspaltung ist weiterhin im Turnaround begriffen. Positive Analystenstimmen zur Aktie sind darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen auf gutem Weg gesehen wird. 

Daher: Auf dem Schirm behalten sollte man Alcon unbedingt. Positive Kursdynamik vorauszusagen ist schwierig. Eine interessante Beobachtung hat kürzlich die Privatbank Rahn & Bodmer gemacht: Wenn immer der Kurs zur Marke von 50 Franken gefallen sei, habe sich dies als gute Kaufgelegenheit erwiesen. Und fallen kann die Aktie in diesem unsicheren Umfeld sehr schnell wieder. 

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