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Deutsche Sparer und Draghi-Nachfolge für die EZB

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Ein Sachverhalt, den jeder kennt, ist, dass Jens Weidmann keine Gelegenheit auslässt, für eine weniger expansive Geldpolitik zu plädieren. Der Chef der Deutschen Bundesbank kritisiert insbesondere die Käufe von Staatsanleihen durch die EZB.Seine Begründung: Die QE-Politik verwische die Grenze zwischen Währungs- und Finanzpolitik. Die EZB sei damit nahe an einer Staatsfinanzierung. Der Einsatz der Geldpolitik in dieser ...

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Ein Sachverhalt, den jeder kennt, ist, dass Jens Weidmann keine Gelegenheit auslässt, für eine weniger expansive Geldpolitik zu plädieren. 

Der Chef der Deutschen Bundesbank kritisiert insbesondere die Käufe von Staatsanleihen durch die EZB.

Seine Begründung: Die QE-Politik verwische die Grenze zwischen Währungs- und Finanzpolitik. 

Die EZB sei damit nahe an einer Staatsfinanzierung. Der Einsatz der Geldpolitik in dieser Form drohe, die Preisstabilität (das eigentliche Ziel der EZB) in den Hintergrund zu rücken. 

Weidmann, der als Kandidat für die Nachfolge von EZB-Präsident Mario Draghi im Jahr 2019 gilt, hat seine Warnung vor einer versteckten Staatsfinanzierung und Inflation, die wegen der Niedrigzinspolitik Geldpolitik der EZB durch die Decke schiessen würde, in den vergangenen acht Jahren unermüdlich wiederholt.

Das Ganze lässt sich daher nonchalant sicherlich kurz als "das Trübsal von fehlgeschlagenen Prognosen" zusammenfassen.

Eine Ironie des Schicksals ist aber, dass die Deutsche Bundesbank im Jahr 2017 einen Überschuss von 2,0 Mrd. EUR erzielt hat. 

Nach Rücklagendotierung verbleibt ein Bilanzgewinn von 1,9 Mrd. EUR, v.a. dank dem Anleihenkaufprogramm der EZB.

Deutsche Sparer und Draghi-Nachfolge für die EZB


Die Erträge von Ersparnissen der deutschen Privathaushalten, Graph: Prof. Peter Bofinger via Twitter, March 8, 2018


Allerdings hält Weidmann von der in den Mainstream-Medien vielfach verbreiteten Behauptung "die deutschen Sparer werden durch die Geldpolitik der EZB enteignet", nicht viel.

Angesichts der Tatsache, dass die harten Daten Bände sprechen, ist es nicht verwunderlich, wie in der oben aufgetragenen Abbildung von Peter Bofinger deutlich zu sehen ist.

Prof. Bofinger präsentiert, dass die deutschen Sparer in Sachen Real-Rendite am wenigsten in der Draghi-Ära gelitten haben.

Die Ergebnisse der Aufstockung von zwei inflationsfixierten Anleihen des Bundes am Dienstag deuten darauf hin, dass in absehbarer Zeit nicht mit einem Anstieg der Inflation zu rechnen ist:

Die reale Durchschnittsrendite für:

8 Jahre: -0,87% (Gebote: 993Mio. EUR, Zuteilung: 401,5mio. EUR)

12 Jahre: -0.55% (Gebote: 509Mio. EUR, Zuteilung: 389mio. EUR)

Die Aufstockung der Bundesobligationen mit 5 Jahren Laufzeit hat am Mittwoch eine Durchschnittsrendite von 0,05% ergeben. Die Gebote auf der Versteigerung lagen bei 4,1Mrd. EUR, während 3,2Mrd. EUR zugeteilt wurden.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der lesenswerte Eintrag 
("The most dangerous man in Europe is Jens Weidmann") von Simon Tilford bei Foreign Policy am Donnerstag.

Innerhalb Deutschlands vertritt Weidmann das orthodoxe Denken. Aber unter Europas angesehensten Währungsbeamten ist er ein Exzentriker. 

Wenn er zur Präsidentschaft der EZB aufsteigt, gibt es keinen Spass mehr, legt der britische Ökonom Mitarbeiter von Centre For European Reform dar.

Die EZB würde dann von jemandem geführt werden, der nicht nur gegen die vielen ausserordentlichen Massnahmen war, die dazu beitrugen, der Eurozone unter die Arme zu greifen, sondern auch die Grundprinzipien der modernen Makroökonomie und des Zentralbank-Wesens zu verwerfen scheint.

Weidmann hat die EZB gegenüber einer skeptischen deutschen Öffentlichkeit nicht verteidigt und sich lediglich auf eine Forderung der Politiker beschränkt, die Unabhängigkeit der Institution zu respektieren, nachdem der frühere deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble beispiellose Kritik daran geübt hatte.

Die Aussicht auf eine Weidmann-EZB-Präsidentschaft sollte bereits in ganz Europa eine grosse Sorge sein. Weidmann ist nicht die richtige Person für den Job, hält Tilford als Fazit fest, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.







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