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Atlas Liberty Forum 2021: Mit Freude und Freunden für die Freiheit

Summary:
Photo: Florian A. Hartjen Letzte Woche traf sich die globale Freiheitsbewegung zum großen Familientreffen in Miami. Unsere Kollegen Florian A. Hartjen und Justus Enninga waren dabei. Überzeugung allein schafft noch keine Freiheitsbewegung Wir bei Prometheus treten ein für eine offene und freiheitliche Gesellschaft, weil wir davon überzeugt sind, durch unsere Arbeit zu einer Welt beizutragen, in der es allen Menschen immer besser geht. Doch Überzeugung allein macht noch keine Freiheitsbewegung. Eine Bewegung lebt von authentischen Vorbildern, die inspirieren und ermutigen. Und sie lebt vom lebendigen Austausch, in dem unsere Ideen fortwährend weiterentwickelt werden. Deshalb ist das jährlich stattfindende Liberty Forum unseres Partners Atlas Network so unschätzbar wertvoll. Und so ist es

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Photo: Florian A. Hartjen

Letzte Woche traf sich die globale Freiheitsbewegung zum großen Familientreffen in Miami. Unsere Kollegen Florian A. Hartjen und Justus Enninga waren dabei.

Überzeugung allein schafft noch keine Freiheitsbewegung

Wir bei Prometheus treten ein für eine offene und freiheitliche Gesellschaft, weil wir davon überzeugt sind, durch unsere Arbeit zu einer Welt beizutragen, in der es allen Menschen immer besser geht. Doch Überzeugung allein macht noch keine Freiheitsbewegung. Eine Bewegung lebt von authentischen Vorbildern, die inspirieren und ermutigen. Und sie lebt vom lebendigen Austausch, in dem unsere Ideen fortwährend weiterentwickelt werden. Deshalb ist das jährlich stattfindende Liberty Forum unseres Partners Atlas Network so unschätzbar wertvoll. Und so ist es uns ein Herzensanliegen, Ihnen vom Familientreffen der globalen Freiheitsbewegung zu berichten, das in der letzten Woche in Miami stattgefunden hat.

Mit Hingabe und Ausdauer verbessern Freiheitskämpfer auf der ganzen Welt das Leben

Wer die Welt verändern will, der darf sich nicht mit dem Status quo zufriedengeben. Trotzdem gebietet das jährliche Liberty Forum mit seinen 700 Teilnehmern aus aller Welt ein kurzes Innehalten: Wer in Deutschland leben darf, hat großes Glück. Das wurde uns auf eindrucksvolle Weise bewusst während des Dinner-Gespräch mit unserem Tischnachbarn aus Pakistan, der gegen eine Vetternwirtschaft beispiellosen Ausmaßes kämpft. Oder aber beim niederschmetternden Bericht des Freiheitskämpfers Simon Lee aus Hong Kong über die Inhaftierung abertausender Menschen, die ihre Stimme gegen die Unterdrückung der Kommunistischen Partei Chinas erhoben. Zu häufig vergessen wir, dass Milliarden Menschen weltweit in autokratischen Diktaturen leben. Diejenigen, die mit Hingabe und unter Einsatz ihres Lebens für die Freiheit ihrer Mitmenschen kämpfen, bedürfen unserer Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Gleichzeitig macht es Mut zu sehen, wie der beharrliche Einsatz für die Freiheit die Leben von Millionen von Menschen zum besseren verändern kann:

Kaum etwas zeigt das besser als die Finalisten des diesjährigen Templeton Freedom Award – der höchsten Auszeichnung der liberalen Think Tank-Welt. Neben dem gegen Polizeigewalt kämpfenden „Cato Institute“ aus den USA, den für Freihandelsabkommen streitenden Briten vom „Institute of Economic Affairs“ und den Unternehmerpersönlichkeiten vom „Center for Development and Enterprises Great Lakes“ aus Burundi wurden noch drei weitere Think Tanks für ihre herausragende Arbeit nominiert. Die verdienten Sieger sind die Kollegen vom „Center for Civil Society“ aus Indien. Seit Jahren setzen sie sich für selbständige Verkäufer auf Indiens Straßen ein und konnten eindrucksvolle Gesetzgebungserfolge erzielen, die das Leben von Tausenden Kleinstunternehmen in Indien dramatisch verbessert haben, indem ihr kommerzielles Leben aus dem illegalen Schatten ins legale Licht geholt wurde. Das Center for Civil Society kann sich verdientermaßen über den mit 100.000 US-Dollar dotierten Preis freuen.

Unser Freund Tom Palmer wird für sein Lebenswerk geehrt

Geehrt wurden nicht nur herausragende Institutionen aus aller Welt, sondern auch ein besonderer Wegbereiter für Prometheus. Tom Palmer, gerade noch auf der Prometheus-Weihnachtsfeier in der Mulackstraße, wurde für sein Lebenswerk mit dem „Sir Antony Fisher Achievement Award“ gefeiert. Seit Jahrzehnten bereist Tom im Dienste der Freiheit die Welt und unterstützt mit Enthusiasmus und scheinbar unendlicher Geduld Menschen dabei, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. So war Tom auch ein enger Wegbereiter von Prometheus bei unserer Gründung vor 7 Jahren. In seiner Dankesrede während des großen Freedom Dinners im Baseball Stadion von Miami fasste Tom in Worte, was auch unserer Arbeit Motivation und Richtung gibt:

„Wenn wir für die Freiheit streiten, sollten wir nicht versuchen, Feinde zu vernichten, zu besiegen, zu demütigen oder zu zerstören, sondern Freunde für die Freiheit zu gewinnen. Der beste Sieg in einem Streit ist nicht, wenn man den anderen verletzt, sondern wenn man hört, wie der andere sechs Monate – oder sechs Jahre – später seine Argumente wiederholt.“

Prometheus auf der großen Bühne

Doch können wir nicht nur über die Erfolge anderer Think Tanker berichten. Auf Einladung unserer internationalen Partner nahm unser Senior Fellow Florian Hartjen an einer Podiumsdiskussion zum Thema Europa teil. Hier debattierte er zusammen mit Kollegen aus Belgien, Bosnien & Herzegowina und aus Spanien über die aktuelle Situation und die Zukunft Europas. Dabei brachte Florian Hartjen insbesondere die Hoffnungslosigkeit zur Sprache, die er bei großen Teilen der Jugend in Anbetracht von Klimawandel und sozialer Isolation als Folge von Corona-Beschränkungen ausmachte. Auf dem Panel war man sich einig, dass ein auf Innovation und Fortschritt begründeter Liberalismus der jungen Generation Optimismus und Zukunftsfreude zurückgeben kann – und muss! Es sei besonders wichtig, dass Liberale diese Ideen jetzt voranbringen, da eine enttäuschte Jugend sich sonst schnell einer der populistischen Linken oder Rechten zuwendet.

Vor einem noch größeren Publikum bekam Justus Enninga die Möglichkeit, an einer „Pitch Competition“ teilzunehmen. Er begeisterte die versammelte Teilnehmerschaft des Liberty Forums mit seinem Vorschlag, die intellektuellen Leuchttürme des Liberalismus in Deutschland mit der nächsten Generation von Freiheitskämpfern zusammenzubringen. Denn die Freiheit braucht wortgewandte und überzeugte Verteidiger – das zeige insbesondere die Geschichte Deutschlands. Diese zu finden und auf ihrem Weg in die Öffentlichkeit zu unterstützen, sei eine unserer wichtigsten Aufgaben.

Wir müssen uns von einer der ganz Großen verabschieden

Neben all den positiven, hoffnungsfrohen und auch herausfordernd-spannenden Erlebnissen der letzten Tage, hat uns eine Nachricht bis ins Mark getroffen. Linda Whetstone – die Grand Dame der internationalen liberalen Bewegung – ist am letzten Tag des Liberty Forums plötzlich verstorben. Sie war die Tochter von Antony Fisher, der in der 50er Jahren das Institute of Economic Affairs gegründet hatte und zwanzig Jahre später das Atlas Network ins Leben rief. Zudem amtierte sie gerade als Präsidentin der Mont Pèlerin Society. Es ist schwer, den positiven Einfluss Lindas in Worte zu fassen. Es trifft es aber wohl am besten, wenn man sie als eine Freundin für alle liberalen Think Tanks weltweit beschreibt – insbesondere für die, die sonst nicht viele Freunde haben. Noch kurz vor Ihrem Tod hatte Justus Enninga die Möglichkeit, mit ihr zusammen zu frühstücken und Geschichten aus einer beeindruckenden Karriere zu hören. Über Jahrzehnte hinweg übersetzte sie liberale Klassiker in die seltensten Sprachen und reiste in die entlegensten Gegenden der Welt, um unsere Ideen auch dort hin zu bringen. Dabei half sie mit Rat und Tat beim Aufbau von Denkfabriken in Ländern wie Afghanistan, Pakistan und Nepal, um die Ideen von ziviler und ökonomischer Freiheit auch dort zu verbreiten, wo sie noch nicht gehört wurden. Mit Linda verlieren wir eine Freundin der Freiheit zu früh. Doch sie starb als sie das tat, was sie liebte, umgeben von den Menschen, die sie liebte. Möge sie in Frieden ruhen.

Freude, Freundschaft und Freiheit

In seiner Dankesrede berichtet Tom Palmer auch von einer Gruppe von Studenten in einem noch immer kommunistisch regierten Land. Um ihre wahren Intentionen vor der Autokratie des Landes zu verbergen nennen sie sich die „F-Group“. Das stünde für Freude, Freundschaft und Freiheit.

Und in der Tat: Eine Bewegung braucht Überzeugung, und sie braucht Vorbilder und Inspiration. Aber sie lebt vor allem von der Freude daran, die Welt zum Besseren zu verändern. Und von den abertausenden Freunden, die man auf diesem Weg gewinnt. Wir beide verlassen Miami ermutigt, inspiriert und stolz, Teil dieser einzigartigen Bewegung zu sein. Und unendlich dankbar dafür, dass Sie als unsere Leser, Unterstützer, Spender und Freunde mit uns gemeinsam der Freiheit in Deutschland eine Heimat geben.

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