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Finanzkrise: Nichts gesehen oder nichts verstanden?

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Zweifelt an den Grundlagen des Modells: Nobelpreisgewinner Joseph Stiglitz. Foto: Edgard Garrido (Reuters) Die «Oxford Review of Economic Policy» hat ihre neuste Ausgabe der Frage gewidmet, ob das makroökonomische Theoriegebäude in Folge der Finanzkrise neu geschrieben werden müsse. Dazu haben die Herausgeber eine Reihe von amerikanischen Ökonomen gefragt, die dem neukeynesianischen Lager zuzurechnen sind. «Die grosse Mässigung» war eine Fehlannahme Man nennt die Neukeynesianer auch Salzwasser-Ökonomen, weil ihre Anhänger meist an den Universitäten der Ost- und der Westküste beheimatet sind. Sie glauben, dass der Staat mittels Geldpolitik die Konjunktur gut zu steuern vermag. Demgegenüber sind die Neuklassiker, die wegen ihres Schwerpunkts in Chicago auch Süsswasser-Ökonomen genannt

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Finanzkrise: Nichts gesehen oder nichts verstanden?

Zweifelt an den Grundlagen des Modells: Nobelpreisgewinner Joseph Stiglitz. Foto: Edgard Garrido (Reuters)

Die «Oxford Review of Economic Policy» hat ihre neuste Ausgabe der Frage gewidmet, ob das makroökonomische Theoriegebäude in Folge der Finanzkrise neu geschrieben werden müsse. Dazu haben die Herausgeber eine Reihe von amerikanischen Ökonomen gefragt, die dem neukeynesianischen Lager zuzurechnen sind.

«Die grosse Mässigung» war eine Fehlannahme

Man nennt die Neukeynesianer auch Salzwasser-Ökonomen, weil ihre Anhänger meist an den Universitäten der Ost- und der Westküste beheimatet sind. Sie glauben, dass der Staat mittels Geldpolitik die Konjunktur gut zu steuern vermag. Demgegenüber sind die Neuklassiker, die wegen ihres Schwerpunkts in Chicago auch Süsswasser-Ökonomen genannt werden, staatskritischer. Sie glauben, dass die Konjunktur weniger von geldpolitischen Massnahmen als von Produktivitätsschwankungen getrieben wird.

Finanzkrise: Nichts gesehen oder nichts verstanden?

Will das bisherige Modell korrigieren und erweitern: Der französische Ökonom Olivier Blanchard. Foto: Mike Theiler (Reuters)

Die Finanzkrise brachte die Neukeynesianer in Verlegenheit, weil sie vor der Finanzkrise die Botschaft verbreiteten, dass die Geldpolitik so gut geworden sei, dass das Problem der Konjunkturschwankungen fast verschwunden sei. Um zu verdeutlichen, dass ein neues Zeitalter angebrochen sei, sprachen sie von der «Great Moderation», der grossen Mässigung.

In der Tat wurden die Ausschläge seit den 1980er-Jahren kleiner, wie die Grafik zeigt (Quelle):

Finanzkrise: Nichts gesehen oder nichts verstanden?

Die...

Tobias Straumann
Tobias Straumann (* 15. Mai 1966 in Wettingen) ist ein Schweizer Wirtschaftshistoriker. Tobias Straumann studierte Geschichte, Soziologie und Wirtschaft- und Sozialgeschichte in Zürich, Paris und Bielefeld. 1995 promovierte er bei Rudolf Braun an der Universität Zürich mit der Arbeit «Die Schöpfung im Reagenzglas. Eine Geschichte der Basler Chemie (1860–1920)». 1995–2000 arbeitete er als Journalist in Zürich, Zug und New York. 2005–2006 war er Oberassistent am Institut de l’histoire économique et sociale der Universität Lausanne.

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