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Da haben wir den Salat: Ewig niedrige Zinsen

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Die Preise der Staatsanleihen von grossen Industrieländern sind in diesem Jahr in die Höhe geschossen. Und die Renditen sind damit auf Rekordtiefs gesunken.Ein wesentlicher Grund ist, dass die „sicheren Vermögenswerte“ („safe assets“) knapp sind. Das heisst, dass das Angebot abnimmt.Eine Vielzahl von Anlegern und Unternehmen schätzen die Staatsanleihen von höchster Qualität wegen der bargeldähnlichen Eigenschaften, ...

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Die Preise der Staatsanleihen von grossen Industrieländern sind in diesem Jahr in die Höhe geschossen. Und die Renditen sind damit auf Rekordtiefs gesunken.

Ein wesentlicher Grund ist, dass die „sicheren Vermögenswerte“ („safe assets“) knapp sind. Das heisst, dass das Angebot abnimmt.

Eine Vielzahl von Anlegern und Unternehmen schätzen die Staatsanleihen von höchster Qualität wegen der bargeldähnlichen Eigenschaften, die diese Papiere innehaben. 

Die nahezu Gewissheit, dass die Investoren ihr Geld zurückerhalten, treibt die Nachfrage v.a. seit der Global Financial Crisis (GFC) 2008 besonders.

Die Nachfrage nach „safe assets“ wird aber auch von den Zentralbanken im Rahmen ihrer QE-Politik (Quantitative Easing) gestützt, die ja einen erheblichen Teil der Anleihemärkte absaugen.

Da haben wir den Salat: Ewig niedrige Zinsen

Die USA liefern den Grossteil der sicheren Vermögenswerte (Staatsanleihen) der Welt, Graph: FT, Nov 19, 2019 


Es lässt sich vor diesem Hintergrund unschwer festhalten, dass die grössten Käufer von Staatspapieren relativ preisunempfindlich sind. Das bedeutet, dass sie bereit sind, im Austausch für Sicherheit weiterhin niedrige Renditen zu akzeptieren, wie Oxford Economics (*) betont.

Da haben wir den Salat: Ewig niedrige Zinsen

Es wird jedoch erwartet, dass das Wachstum von sicheren Vermögenswerten (gemeint sind in erster Linie die Staatspapiere) hinter dem globalen Wachstum (BIP) zurückbleibt, Graph: FT, Nov 19, 2019 


Da die Weltwirtschaft schneller wächst als das Angebot an sicheren Anlagen („safe assets“), ist (weiterhin) mit zusätzlicher Nachfrage zu rechnen.

Der Mangel an sicheren, liquiden und als risikofrei wahrgenommenen Anlagen könnte im Grunde genommen leicht behoben werden, wenn die Staaten dazu übergingen, mehr Papiere auszugeben.

Ein bedeutsamer Schritt hin zu einer lockeren Fiskalpolitik ist auf der ganzen Welt jedoch unwahrscheinlich. In Europa ist eine Politik à la „deficit spending“ wegen Deutschlands Besessenheit für ausgeglichene Haushalte schlicht unmöglich.

Fazit: Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus: Das Angebot fällt, die Nachfrage steigt und die Renditen bleiben nach Adam Riese umfassend niedrig.


(*) Oxford Economics schätzt, dass das Angebot der sicheren Anlagen („safe assets“) in den kommenden fünf Jahren jährlich um 1‘700 Mrd. USD zunehmen wird, wobei 1‘200 Mrd. USD der ausgegebenen Staatspapiere zur Finanzierung des US-Haushaltsdefizits den grössten Treiber darstellen.

Es wird jedoch davon ausgegeben, dass die Nachfrage nach diesen sicheren Anlagen schneller wächst, was zu einem jährlichen Fehlbetrag um 400 Mrd. USD führen dürfte, was darauf hindeutet, dass die Renditen von Staatsanleihen niedrig bleiben werden.


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