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Die Lebenserwartung bei Geburt ist 2020 in der Schweiz deutlich gesunken

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25.10.2021 - Im von der Covid-19-Pandemie geprägten Jahr 2020 sank die Lebenserwartung bei Geburt gegenüber dem Vorjahr bei den Männern um 0,9 auf 81,0 Jahre und bei den Frauen um 0,5 auf 85,1 Jahre (2019: Männer 81,9; Frauen 85,6). Eine solche Abnahme wurde gemäss den Sterbetafeln des Bundesamtes für Statistik (BFS) bei den Männern seit 1944 und bei den Frauen seit 1962 nicht beobachtet. 2020 wurde die höchste Lebenserwartung der Frauen in den Kantonen Appenzell-Innerrhoden (87,3 Jahre), Zug (86,2) und Uri (86,2) beobachtet. Bei den Männern waren es die Kantone Nidwalden (83,7), Zug (82,9) und Basel-Landschaft (82,3). Am deutlichsten ging die Lebenserwartung bei Geburt zwischen 2019

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25.10.2021 - Im von der Covid-19-Pandemie geprägten Jahr 2020 sank die Lebenserwartung bei Geburt gegenüber dem Vorjahr bei den Männern um 0,9 auf 81,0 Jahre und bei den Frauen um 0,5 auf 85,1 Jahre (2019: Männer 81,9; Frauen 85,6). Eine solche Abnahme wurde gemäss den Sterbetafeln des Bundesamtes für Statistik (BFS) bei den Männern seit 1944 und bei den Frauen seit 1962 nicht beobachtet.

2020 wurde die höchste Lebenserwartung der Frauen in den Kantonen Appenzell-Innerrhoden (87,3 Jahre), Zug (86,2) und Uri (86,2) beobachtet. Bei den Männern waren es die Kantone Nidwalden (83,7), Zug (82,9) und Basel-Landschaft (82,3). Am deutlichsten ging die Lebenserwartung bei Geburt zwischen 2019 und 2020 bei den Männern in den Kantonen Obwalden (–2,5 Jahre), Tessin (–2,3) und Genf (–2,3) und bei den Frauen in den Kantonen Jura (–1,8), Genf (–1,5) und Schwyz (–1,4) zurück.

Die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren ist aussergewöhnlich stark gesunken

Zwischen 2019 und 2020 ging die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren aufgrund der pandemiebedingten Todesfälle um 0,7 Jahre bei den Männern und um 0,5 Jahre bei den Frauen zurück. Die Lebenserwartung der Männer im Alter von 65 Jahren sank zwischen 2019 und 2020 von 20,0 auf 19,3 Jahre. Jene der Frauen verringerte sich von 22,7 auf 22,2 Jahre.

Während bei den Männern noch nie ein so starker Rückgang beobachtet wurde, war die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren bei den Frauen im Jahr 1944 infolge eines besonders harten Winters noch stärker gesunken. Auf kantonaler Ebene liessen sich die stärksten Abnahmen der Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren für die Männer in den Kantonen Schwyz (–2,1 Jahre), Genf (–1,8 Jahre) und Tessin (–1,8) bzw. für die Frauen in den Kantonen Jura (–1,8), Obwalden (–1,7), Waadt (–1,4) und Tessin (–1,4) beobachten.

Die Anzahl Todesfälle war in der Schweiz noch nie so hoch

Aufgrund des Bevölkerungswachstums sowie des fortgeschrittenen Alters der in den geburtenstarken Jahrgängen von 1940 bis 1970 geborenen Personen hat die jährliche Anzahl Todesfälle in den letzten Jahrzehnten tendenziell zugenommen. Gleichzeitig ist die Zahl der Todesfälle pro 1000 Personen der ständigen Wohnbevölkerung (rohe Sterbeziffer) gesunken.

Das Jahr 2020 hebt sich in mehrerlei Hinsicht ab, insbesondere durch eine Rekordzahl an Todesfällen (76 195 gegenüber 67 780 im Jahr 2019). Ein so hoher Wert wurde seit Beginn der systematischen Erfassung der Todesfälle durch die Zivilstandsämter ab 1876 noch nie registriert. Während die rohe Sterbeziffer 2020 nicht übermässig hoch ausfiel (8,8 pro 1000 Personen; 2019: 7,9), war die jährliche Zunahme dieser Ziffer zwischen 2019 und 2020 aussergewöhnlich stark (+11,3% gegenüber +0,3% zwischen 2018 und 2019). 

Die Sterblichkeit steigt in den Kantonen unterschiedlich stark an

Zwischen 2019 und 2020 nahm die Sterblichkeit in den Kantonen im Westen und Süden der Schweiz stärker zu. Der Anstieg bewegte sich in Genf, im Jura und im Tessin zwischen +25% und+27%. In den Kantonen Obwalden, Schwyz, Waadt und Freiburg lag die Zunahme ebenfalls über 20%. In Nidwalden ging die Anzahl Todesfälle dagegen leicht zurück (–0,3%) und in den Kantonen Graubünden, Glarus, Basel-Stadt und Schaffhausen nahm sie um weniger als 5% zu. So fiel der Anstieg der Todesfälle in den Kantonen im Norden und Osten der Schweiz weniger stark aus.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Pandemien von 1918 und 2020

Ein Vergleich der Sterblichkeit in der Schweiz während der beiden Pandemien zeigt grosse Unterschiede auf. Im Zuge der Spanischen Grippe im Jahr 1918 wurden deutlich mehr Todesfälle registriert als 2020 infolge der Covid-19-Pandemie. Die Spanische Grippe war 1918 für nahezu 22 000 Todesfälle verantwortlich, was 5,6 Todesfällen pro 1000 Personen entspricht.

An Covid-19 starben im Jahr 2020 (gemäss BAG) 7600 Personen bzw. 0,9 pro 1000 Personen. Die Spanische Grippe 1918 traf hauptsächlich Frauen und Männer zwischen 20 und 40 Jahren, während an Covid-19 vor allem Personen über 80 Jahren starben. Zwischen 1917 und 1918 ging die Lebenserwartung der Männer bei Geburt um 10,1 Jahre und jene der Frauen um 8,4 Jahre zurück, eine deutlich stärkere Abnahme als zwischen 2019 und 2020.

Die Pandemien von 1918 und 2020 weisen jedoch auch einige frappante Ähnlichkeiten auf. Sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen fielen den Pandemien mehr Männer zum Opfer als Frauen. Die zweite Ansteckungswelle fand 1918 und 2020 in den gleichen Monaten statt und die Spitze der Todesfälle lag in beiden Pandemien etwa im November. In beiden Fällen wiesen die Kantone im Westen insgesamt höhere Sterberaten auf als jene im Osten. Schliesslich erreichte die Zahl der jährlichen Todesfälle für alle Todesursachen zusammengenommen sowohl 1918 als auch 2020 einen Höchstwert.

Zusätzliche Informationen in Form von Tabellen und Grafiken finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.


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Die Lebenserwartung bei Geburt ist 2020 in der Schweiz deutlich gesunken
(PDF, 5 Seiten, 392 kB)


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