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Die Stunde der Pessimisten

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Düstere Aussichten: Deutschlands Industrieproduktion ist weiterhin rückläufig. (Foto: iStock) Viel schlechter hätten die Wirtschaftsnachrichten zum Jahresbeginn nicht ausfallen können. Aus Deutschland wurde diese Woche gemeldet, dass die Industrieproduktion auch im November deutlich zurückgegangen ist. Sie sank um 1,9% gegenüber dem Vormonat. Bereits im Oktober wurde die Produktion zurückgefahren. Damit schwindet die Chance auf ein gesundes Wachstum der deutschen Gesamtwirtschaft im Schlussquartal 2018. Konjunkturforscher hofften, dass der überraschende Rückgang des deutschen Bruttoinlandprodukts im dritten Quartal (Juli/August/September) rasch ausgeglichen würde. Es sank damals –0,2% gegenüber dem zweiten. Nun warnen Ökonomen bereits vor einer «technischen Rezession» in Deutschland.

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Die Stunde der Pessimisten

Düstere Aussichten: Deutschlands Industrieproduktion ist weiterhin rückläufig. (Foto: iStock)

Viel schlechter hätten die Wirtschaftsnachrichten zum Jahresbeginn nicht ausfallen können. Aus Deutschland wurde diese Woche gemeldet, dass die Industrieproduktion auch im November deutlich zurückgegangen ist. Sie sank um 1,9% gegenüber dem Vormonat. Bereits im Oktober wurde die Produktion zurückgefahren.

Damit schwindet die Chance auf ein gesundes Wachstum der deutschen Gesamtwirtschaft im Schlussquartal 2018. Konjunkturforscher hofften, dass der überraschende Rückgang des deutschen Bruttoinlandprodukts im dritten Quartal (Juli/August/September) rasch ausgeglichen würde. Es sank damals –0,2% gegenüber dem zweiten.

Nun warnen Ökonomen bereits vor einer «technischen Rezession» in Deutschland. Dazu genügen zwei BIP-Quartalsrückgänge in Folge. Die Befürchtung passt zu den trüben Aussichten, die den Übergang ins neue Jahr prägen. Derzeit schlägt die Stunde der Pessimisten. Sie verfügen über die besseren Argumente. Leitzinserhöhungen werden inzwischen weitgehend ausgeschlossen. Aktien stehen überall auf der Verkaufsliste, sichere Staatsanleihen sind sehr hoch bewertet.

Abschwung nach unten verzerrt

Es ist nicht zu leugnen, dass die Weltwirtschaft langsamer wächst. Die globale Konjunktur kühlt sich seit dem zweiten Halbjahr 2018 ab, wie der untenstehende Chart zeigt. Offen bleibt jedoch, wie viel davon auf das Konto von einmaligen Sonderfaktoren geht, die den gegenwärtig sichtbaren Abschwung vorübergehend nach unten verzerren.

Die Stunde der Pessimisten

Quelle: Thomson Reuters

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Andreas Neinhaus
Andreas Neinhaus (Jg. 1963) ist seit 1997 als Redaktor bei «Finanz und Wirtschaft» tätig und schreibt über geld- und währungspolitische sowie konjunkturelle Fragen.

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