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Von Claude Chatelain



Articles by Von Claude Chatelain

Geldunterstützung – Ist die Sozialhilfe wirklich so sozial?

25 days ago

Die Kolumne «Gopfried Stutz» erschien zuerst im 
Man stelle sich vor, da wird man entlassen, nach zwei Jahren ausgesteuert und muss Sozialhilfe beziehen. Fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung, sobald also der Anspruch auf Altersleistungen entsteht, heisst es dann seitens der Sozialhilfebehörde, man müsse sich das Kapital auf dem Freizügigkeitskonto auszahlen lassen, um damit die Sozialhilfeschulden zurückzuzahlen.
Seit Jahren sorgt diese Praxis für Unmut. Vor allem Aargauer Gemeinden setzen unterstützungsbedürftige Personen auf diese Weise unter Druck. Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos) empfiehlt zwar, auf eine Rückerstattung von Sozialhilfeleistungen mit Geldern der 2. Säule zu verzichten. Das Vorsorgeguthaben sei zur Deckung des aktuellen und künftigen

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Aktien – Schätzen Börsianer rund um den Globus die Lage völlig falsch ein?

July 10, 2022

Die Kolumne «Gopfried Stutz» erschien zuerst im 

Meine Stammtischpropheten sind sich mehrheitlich einig: An der Börse wird es noch einmal so richtig scheppern. Es kommt noch einiges auf uns zu.
Es gibt aber auch Leute, die Entwarnung geben und in der Flut von Finanzkennziffern, Konjunkturdaten und statistischen Begebenheiten durchaus positive Signale ausmachen.
Einer von ihnen ist Burkhard Varnholt, CIO der Credit Suisse (Schweiz) AG. Für ihn sind viele der schlechten Nachrichten bereits eingepreist, wie er vor Wochenfrist in seinem wöchentlichen Standpunkt schreibt.
Da ich das Wort "einpreisen" zumindest in meinem nicht mehr ganz druckfrischen Duden nicht gefunden habe, sei es hier kurz erklärt: Der Preis eines börsengehandelten Wertpapiers spiegelt die Einschätzung der Marktteilnehmer.

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Vorsorge – AHV: Wie ist das mit der Plafonierung von Teilrenten?

June 26, 2022

Die Kolumne «Gopfried Stutz» erschien zuerst im 

Heute wagen wir uns an ein Reizthema: die Plafonierung der Einzelrenten von Ehepaaren. Vor allem die Mitte-Partei, besser bekannt als CVP, kämpft beharrlich dagegen.
Eine maximale Vollrente beträgt heute 2390 Franken pro Monat. Kommen beide Ehepartner aufs Maximum, erhalten sie zusammen nicht 4780 Franken, sondern lediglich 150 Prozent der maximalen Vollrente: 3585 Franken. Das nennt man Plafonierung.
Viele Rentnerinnen und Rentner kommen nicht aufs Maximum. Will heissen, sie haben nicht Anspruch auf eine maximale Vollrente. Sei es, weil ihr Lohneinkommen nicht hoch genug war oder weil sie nicht die vollen 44 Jahre einbezahlt haben (bei Frauen genügen 43 Jahre). In solchen Fällen hat man nur Anspruch auf eine Teilrente der Skalen 1 bis

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Aktien – Wie «Amateure» sich an der Börse selber helfen können

May 4, 2022

Die Kolumne «Gopfried Stutz» erschien zuerst im
Credit Suisse und UBS liefern uns ein schönes Lehrstück. Die UBS verspekulierte sich in den USA derart, dass die Schweizerische Nationalbank deren faule Kredite in der Finanzkrise von 2008 übernehmen und somit die Grossbank vor dem Kollaps retten musste. Derweil vermochte die Credit Suisse die Verluste selber zu stemmen und erhielt dafür Anerkennung.
Heute ist es gerade umgekehrt: Die UBS schreibt wieder ansprechende Gewinne, liefert kaum negative Schlagzeilen; die CS hingegen kommt aus ihrer Negativspirale nicht mehr heraus. Während die UBS-Aktie in den zurückliegenden zwölf Monaten gut 19 Prozent zuzulegen vermochte, verlor die CS-Aktie in der gleichen Zeitspanne weitere 24 Prozent, notiert auf einem rekordtiefen

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Koordinationsabzug – Wie die zweite Säule wirklich frauenfreundlich würde

March 13, 2022

Die Kolumne «Gopfried Stutz» erschien zuerst im 
Das Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) muss frauenfreundlicher werden, sonst hat dessen Revision an der Urne keine Chance. Darüber sind sich Linke und Rechte einig. Nicht nur das: Das BVG muss auch deshalb frauenfreundlicher werden, damit die AHV-Revision mit der Anpassung des Frauenrentenalters im Herbst vom Schweizer Volk nicht versenkt wird. Der Ständerat will deshalb die BVG-Revision noch in der Sommersession beraten, damit die Frauen vor der AHV-Abstimmung wissen, womit sie im BVG, der zweiten Säule, rechnen können.
Der Nationalrat hat die BVG-Revision in der Wintersession verabschiedet. Nun brüsten sich die Macher damit, mit der Halbierung des Koordinationsabzugs von 25’095 auf 12’548 Franken besonders frauenfreundlich zu sein.

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Sozialversicherungen – IV-Rente und Erwerbsarbeit: Das kommt auch den Kantonen und den Steuerzahlenden zugute

December 26, 2021

Die Kolumne «Gopfried Stutz» erschien zuerst im 
In der besinnlichen Zeit wollen wir uns mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern befassen, die nicht auf der Sonnenseite stehen.
Seit ich unser System der Sozialversicherungen aus nächster Nähe verfolge, also seit über 20 Jahren, wird in der IV über die Einführung eines stufenlosen Rentensystems geredet. Ein solches wäre gerechter als das heutige System mit Viertelrenten, halben Renten, Dreiviertelrenten und ganzen Renten.
Ein Beispiel: Erhöhen IV-Rentner mit einer Dreiviertelrente das Pensum, haben sie unter Umständen nur noch Anspruch auf eine halbe Rente. Zählt man Erwerbseinkommen und Rente zusammen, haben sie unter dem Strich weniger als vorher. Man nennt dies Schwelleneffekt.
Nun wird auf Anfang 2022 nach langem Hin und Her das stufenlose

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Vorsorge – Die wichtigsten zwei Säulen: So sollen AHV und und BVG repariert werden

December 5, 2021

So werden nun AHV und BVG separat, aber in unterschiedlichem Tempo reformiert. Bei der AHV sind noch letzte Differenzen zu bereinigen, ehe sie am letzten Sessionstag zur Schlussabstimmung kommen sollte. Das BVG wird derzeit im Nationalrat beraten, bevor es in die vorberatende Kommission des Ständerats kommt.
Also wollen wir doch kurz repetieren, worum es bei diesen beiden Vorlagen geht. Bei der AHV ist es relativ einfach: Hier gehts um eine Anpassung des Frauenrentenalters von 64 auf 65 Jahren. Ein überfälliger Schritt, über den wir schon 2004 abgestimmt haben. Mindestens so wichtig ist die Zusatzfinanzierung der AHV mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozentpunkte. Schon in Kraft ist das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF), womit jährlich 2

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Zusatzversicherungen – 12’645 statt 6039 Franken: Horrende Tarifunterschiede für eine Hüftoperation

October 24, 2021

Die Zahlen hat das Branchenportal Medinside vor einem Jahr veröffentlicht. Sie betreffen das Jahr 2020 und gelten nur für eine Gruppe mittelgrosser Krankenversicherer. Um welche es sich handelt, ist nicht bekannt. Die Tarife für Spitalkostenzusatzversicherungen werden grundsätzlich einzeln verhandelt. Sie sind daher ein streng gehütetes Geheimnis. Kein Wunder bei diesen Unterschieden.
Aufgepasst: Operation, Spitalaufenthalt, Operateur, Anästhesie, Implantat – all diese Leistungen werden durch die obligatorische Grundversicherung bezahlt. Die oben genannten Beträge von mehreren Tausend Franken kommen noch obendrauf. Sie kommen dem Spital und den Ärztinnen und Ärzten zugute.
Also nochmals: Nur weil ein Patient neben der obligatorischen Grundversicherung noch eine Zusatzversicherung

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Krankenkassen – Je höher die Gesundheitskosten, desto höher die Prämien? So einfach ist es nicht

October 10, 2021

Die Kolumne "Gopfried Stutz" erschien zuerst im 
Je höher die gesamten Gesundheitskosten, desto höher die Krankenkassenprämien. Oder wie es an der Medienkonferenz vom Dienstag wiederholt zu hören war: Die Prämienentwicklung bildet die Kostenentwicklung ab. Dass es diesmal andersherum läuft, ist einzig dem Abbau von Reserven geschuldet.
Das Zusammenspiel von Prämien und Gesundheitskosten tönt nach Mathematik. Doch in Tat und Wahrheit ist es Politik.
Denn man muss wissen, dass wir mit unseren Krankenkassenprämien nur einen kleineren Teil der Gesundheitskosten abdecken: 2019 nahmen die Krankenkassen für die obligatorische Grundversicherung 31 Milliarden Franken ein. Das sind bloss 38 Prozent der gesamten Gesundheitskosten von rund 82 Milliarden Franken.
Der zweitgrösste Beitragszahler sind

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Versicherungen – Wasser im Keller: Wer zahlt den Schaden?

July 18, 2021

Die Kolumne "Gopfried Stutz" erschien zuerst im 
Aus aktuellem Anlass widme ich die heutige Kolumne Gustavo. Jeder Versicherungsexperte kennt ihn. Der gemeinte Gustavo ist kein Mann mit südländischem Migrationshintergrund, sondern eine Eselsbrücke. Der Begriff setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Kantone Genf, Uri, Schwyz, Tessin, Appenzell Innerrhoden, Valais und Obwalden zusammen.
Das sind jene Kantone, die keine kantonale Gebäudeversicherung beziehungsweise kein kantonales Monopol haben. Hausbesitzer dieser Kantone können oder müssen ihr Gebäude bei einem privaten Versicherer gegen Feuer- und Elementarschäden versichern. Wobei ausdrücklich gesagt ist: können oder müssen. Das Müssen bezieht sich auf Uri, Schwyz und Obwalden, wo der Abschluss wie bei den Nicht-Gustavo-Kantonen

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Todesfallkapital – Schwester und Partnerin streiten sich ums Kapital des Verstorbenen

September 27, 2020

Die Kolumne «Gopfried Stutz» erschien zuerst im 
Am Berner Verwaltungsgericht ist kürzlich ein interessanter Fall behandelt worden. Es ging um die Frage, ob die Schwester oder die Lebenspartnerin eines Verstorbenen Anspruch auf das Kapital der zweiten Säule von 640’000 Franken haben.
Ich nehme diesen Fall zum Anlass, um ein weit verbreitetes Missverständnis zu beseitigen. Gemäss Gesetz haben nämlich weder die Schwester noch die hinterbliebene Partnerin Anspruch auf das Todesfallkapital. Nur Ehegatten und unterstützungspflichtige Kinder haben einen gesetzlichen Anspruch auf Leistungen der Pensionskasse.
Und doch können Geschwister und Lebenspartner unter Umständen auf Leistungen der Pensionskasse hoffen. Dann aber nicht aus gesetzlichen Gründen, sondern aus reglementarischen. Man nennt

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Investieren – Weshalb diese Fonds nur auf den ersten Blick günstig sind

August 2, 2020

Die Kolumne «Gopfried Stutz» erschien zuerst im 
Heute wollen wir uns mit Anlagefonds beschäftigen. Fast 10’000 verschiedene Produkte sind in der Schweiz zum Verkauf zugelassen. Viele davon sind Me-too-Produkte.
Welcher Fonds ist nun der beste? Banken empfehlen die eigenen Exemplare oder jene von Partnerbanken. Postfinance macht’s besser: Sie bietet nur eine Handvoll eigener Fonds an, und dann für jede Fondskategorie einen der Klassenbesten. Also von all den Technologiefonds nur den "Fidelity Global Technology", von den Osteuropafonds den "Schroder Emerging Europe", von den Nachhaltigkeitsfonds den "BMO Responsible Global Equity".
Wenn ein Anlagefonds die Erwartungen nicht erfüllt, wird er ausgewechselt. Dieses Schicksal ereilte zum Beispiel den Asienfonds von Templeton, den Europafonds

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Indexfonds – Die Credit Suisse steigt ins ETF-Geschäft ein – warum aber erst jetzt?

February 23, 2020

Die Kolumne "Gopfried Stutz" erschien zuerst im 
"Credit Suisse Asset Management lanciert Exchange Traded Funds (ETFs)". Diese Schlagzeile stammt nicht von Ende der Neunzigerjahre. Sie stammt von Anfang Februar 2020.
Dabei muss man wissen, dass börsenkotierte Indexfonds, eben ETF, seit zwanzig Jahren einen wahren Boom erleben. Zudem muss man auch wissen, dass gerade die CS über ein stattliches Angebot an ETF verfügte – lange bevor sie mit seltsamen Beschattungsaktionen auf sich aufmerksam machte, 2013 verkaufte sie ihre 58 ETF an den Fondsriesen Blackrock. Jener Gesellschaft also, in der der frühere Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand in der Geschäftsleitung sitzt und jetzt als Nachfolger des glücklosen Urs Rohner als VR-Präsident der CS gehandelt wird.
Nun also bringt die CS drei

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Steuern – Von wegen Heiratsstrafe!

December 22, 2019

Die Kolumne "Gopfried Stutz" erschien zuerst im 
Scheininvalide, Ökoterror, Dichtestress, erweiterter Selbstmord, Inländervorrang light – es sind dies Begriffe, die einst zum "Unwort des Jahres" gekürt worden sind. In dieser Liste fehlt mir "Heiratsstrafe".
Ich komme auf dieses Thema zurück, weil sich National- und Ständerat in der zurückliegenden Sessionswoche einmal mehr mit dieser Thematik befassten. Der Bundesrat machte einen Vorschlag, wie die steuerliche Benachteiligung von Verheirateten zu beseitigen wäre. Der Ständerat wies den Vorschlag schon in der Herbstsession zurück, und der Nationalrat folgte ihm am Mittwoch. Und weil nun viele Jahre ins Land ziehen, ehe ein neuer Vorschlag auf dem Tisch liegen wird, verlangen die CVP-Ständeräte eine Übergangslösung, indem der Sozialabzug

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