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Lieferketten werden deflationär: Baltic Dry Index

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Der jüngste Verlauf von Baltic Dry Index und Welt-Container-Index (WCI) liefert weitere Belege für die Annahme, dass die Inflation vorübergehend («transitory») ist.Die Ermässigung der beiden Indexe von den Spitzenwerten bedeutet sicherlich eine Entspannung. Eine mögliche Schlussfolgerung daraus ist, der niedrige Stand von Baltic Dry Index auf eine bevorstehende Abkühlung des Inflationsdrucks in den kommenden Wochen hindeutet.Die ...

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Der jüngste Verlauf von Baltic Dry Index und Welt-Container-Index (WCI) liefert weitere Belege für die Annahme, dass die Inflation vorübergehendtransitory») ist.

Die Ermässigung der beiden Indexe von den Spitzenwerten bedeutet sicherlich eine Entspannung. 

Eine mögliche Schlussfolgerung daraus ist, der niedrige Stand von Baltic Dry Index auf eine bevorstehende Abkühlung des Inflationsdrucks in den kommenden Wochen hindeutet.


Lieferketten werden deflationär: Baltic Dry Index

Die Lieferketten («Supply Chain») werden deflationär: Baltic Dry Index (weiße Linie) und WCI Container Rate (blaue Linie), Graph: Bloomberg TV, Nov 16, 2021 


Gleichzeitig kann auch davon ausgegangen werden, dass der Rückgang der Indexe auf eine Abschwächung der chinesischen Nachfrage nach Rohstoffen zurückzuführen ist.

Diejenigen Ökonomen, die an die 1970er Jahre erinnern, geben im Grunde genommen einen Wink mit dem Zaunpfahl: Inflationsschock mit Zweitrundeneffekten.


Lieferketten werden deflationär: Baltic Dry Index

Zweitrundeneffekte in der Eurozone sind gegenwärtig kein Thema, Graph: Finanz und Wirtschaft, Nov 15, 2021 


Die Gesamtbeschäftigung in den USA liegt aber immer noch 5,1 mio. unter dem Vorkrisenniveau. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit ist eigentlich viel höher, wenn wir die Unterbeschäftigung mitzählen.

Insgesamt dürften Zweitrundeneffekte (Preiserhöhungen als Reaktion auf vorangegangene Kostensteigerungen) auch in der Eurozone und in der Schweiz kein grosses Thema sein. Die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale ist auf beiden Seiten des Atlantiks gering. 


Lieferketten werden deflationär: Baltic Dry Index

Die 1970er Jahre und der Elendsindex: Die heutige Misere besteht darin, dass die Reallöhne schrumpfen, so dass die Verbraucher das Gefühl haben, nicht mithalten zu können, Graph: Morgan Stanley, Nov 15, 2021 


In den 1970er Jahren, als eine Lohn-Preis-Spirale sowohl die Inflation als auch die Arbeitslosigkeit in die Höhe trieb, setzten Experten die beiden Faktoren zusammen und nannten dies den "Elendsindex" («Misery Index»).

Heute ist die Inflation zwar hoch, aber der Arbeitsmarkt ist gesund, weil die Löhne steigen, die Arbeitslosigkeit sinkt und sowohl die Zahl der offenen Stellen als auch die Zahl der Kündigungen hoch ist, wie Morgan Stanley erklärt.


Lieferketten werden deflationär: Baltic Dry Index

Baltic Dry Index fiel um 50%, nachdem er zuvor um 300% gestiegen ist, Graph: Bloomberg TV, Nov 16, 2021 


Die heutige Misere besteht darin, dass die Reallöhne, d. h. die inflationsbereinigten Löhne, schrumpfen, so dass die Verbraucher das Gefühl haben, dass sie nicht mithalten können. 

US-Produktivitätsgewinne werden in der Vergütung der Arbeitnehmer nicht reflektiert. Und der Anteil des Faktors Arbeit am Einkommen liegt immer noch unter den historischen Normen. Eine Lohn-Preis-Spirale erscheint vor diesem Hintergrund unwahrscheinlich.


Lieferketten werden deflationär: Baltic Dry Index

US-Produktivitätsgewinne werden nicht mit den Arbeitnehmern geteilt, Graph: Morgan Stanley, Nov 15, 2021


Ein aktuelles Working Paper 2021-24 («Estimating Hysteresis Effects») der Atlanta Fed befasst sich mit dem Thema «Nachfrageschocks», die durch Hysterese-Effekte eine dauerhafte Wirkung auf die Produktion haben können. 


Lieferketten werden deflationär: Baltic Dry Index

Der Anteil des Faktors Arbeit am Einkommen liegt immer noch unter den historischen Normen, Graph: Morgan Stanley, Nov 15, 2021


Es gibt demnach deutliche Hinweise darauf, dass die Hysterese durch einen Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit und einen Rückgang der Erwerbsbeteiligung weitergegeben wird und die am wenigsten produktiven Arbeitnehmer unverhältnismässig stark betrifft.


Lieferketten werden deflationär: Baltic Dry Index

Es handelt sich hauptsächlich um einen Nachfrageschock. Die blaue Kurve: die nominale Nachfrage versus die rote Kurve: globale reale Produktion von Gütern für US-Verbraucher, Graph: John Authers, Nov 16, 2021 


Bridgewater Associates hat kürzlich ein lesenswertes Papier veröffentlicht. Nach Schätzungen des Hedge-Fonds entspricht die weltweite reale Produktion nach dem Schock des letzten Jahres wieder dem Trend des letzten halben Jahrhunderts, während die Nachfrage ins Unermessliche gestiegen ist.

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Es gibt keine Lohn-Preise-Spirale; die weisse Kurve; Atlanta Fed das gewichtete Lohnwachstum Tracker, die blaue Kurve: Atlanta Fed Lohnwachstum und die lila Kurve: US-Inflation (CPI), Graph: Bloomberg TV, Nov 15, 2021 


Auch die Unternehmensdaten lassen die Gefahr einer Stagflation wie in den 1970er Jahren kaum erkennen. Grundsätzlich sind die Umsätze je Aktie der S&P-500-Unternehmen im vergangenen Jahr zurückgegangen, haben sich aber inzwischen wieder so weit erholt, dass sie den seit 2016 bestehenden Trend fortsetzen, wie John Authers in seiner Kolumne bei Bloomberg unterstreicht.


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Der reale durchschnittliche Wochenverdienst (AWE) in den USA: Das inflationsbereinigte Lohnwachstum bleibt unter null und unter dem historischen Durchschnitt, Graph: Bloomberg TV, Nov 15, 2021 


Larry Summers fordert inzwischen die US-Notenbank auf, zu signalisieren, dass die Überhitzung das Hauptrisiko sei.

Doch wenn Rezessionen in einer transformierten digitalen Wirtschaft eine sich selbst erfüllende Prophezeiung sind, warum sollte die Fed dann signalisieren, dass das Hauptrisiko eine Überhitzung ist? 

Was ist das für ein wirtschaftlicher Fortschritt?

Paul Krugman hingegen nimmt sich der Frage an, was wir von 1946-48 über die Inflation im Jahr 2021 lernen können. 

Damals wie heute kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Verbraucherausgaben, da die Familien sich beeilten, die Güter zu kaufen, die in Kriegszeiten nicht verfügbar waren. 

Damals wie heute brauchte die Wirtschaft Zeit, um sich auf eine große Nachfrageverschiebung einzustellen.

Das Ergebnis war damals wie heute eine Inflation, die 1947 einen Höchststand von fast 20% erreichte. Aber die Inflation war nicht von Dauer. Die Preise stiegen noch weit über ein Jahr lang rapide an. Im Laufe des Jahres 1948 ging die Inflation jedoch zurück und mündete 1949 in eine kurze Deflation.




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