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Wie gross ist zu gross? US-Wirtschaftsschutzprogramm

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Wow! Das ist eine hochinteressante Debatte über die Grössenordnung des Rettungsprogramms von Joe Biden, dem neuen US-Präsidenten.Larry Summers, der ehemalige US-Finanzminister äussert sich besorgt, dass Bidens Rettungspaket im Umfang von 1,9 Billionen USD zu gross sei und die Überhitzung dadurch Inflation auslösen könnte.Zudem bliebe zu wenig Spielraum zurück, um weitere Investitionen in die Infrastruktur zu ...

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Wow! Das ist eine hochinteressante Debatte über die Grössenordnung des Rettungsprogramms von Joe Biden, dem neuen US-Präsidenten.

Larry Summers, der ehemalige US-Finanzminister äussert sich besorgt, dass Bidens Rettungspaket im Umfang von 1,9 Billionen USD zu gross sei und die Überhitzung dadurch Inflation auslösen könnte.

Zudem bliebe zu wenig Spielraum zurück, um weitere Investitionen in die Infrastruktur zu finanzieren. Das Fazit des an der Harvard University lehrenden Wirtschaftsprofessors lautet, dass das Weisse Haus die Inflationsgefahr unterschätze.

Die gegenwärtige, von Biden ernannte Finanzministerin Janet Yellen, die ehemalige Fed-Präsidentin, hingegen unterstützt das grosse Paket der neuen US-Administration in aller Deutlichkeit. 

Zur Erinnerung: Das Konjunkturprogramm 2009 von US-Präsidenten Barack Obama wurde damals von Summers getragen und war im Umfang viel zu klein, um die wirtschaftlichen Wogen nach der GFC (Global Financial Crisis) richtig nachhaltig zu glätten.

Wie gross ist zu gross? US-Wirtschaftsschutzprogramm

Die US-Wirtschaft ist seit 1980 meist unter ihrem Potenzial gewachsen, Graph: Bloomberg, Febr 09, 2021


Summers weist selbst darauf hin, dass das Konjunkturprogramm von Obama aus dem Jahr 2009 etwa halb so groß war wie die damalige Produktionslückeoutput gap»), während dieses (zusammen mit dem Dezember-Paket) etwa dreimal so groß sei wie die derzeitige Produktionslücke. 

Dies lasse ihn befürchten, dass die Inflation das Ziel der Fed so weit übersteige, dass sie (normalerweise rezessionsbedingte) Zinserhöhungen auslösen könnte.

Der frühere IWF-Chefökonom, jetzt beim PIIE, Olivier Blanchard, hat auf Twitter mitgeteilt, dass er mit Summers übereinstimme, dass das 1,9-Billionen-Programm die Wirtschaft so stark überhitzen könnte, dass es kontraproduktiv sei.

Seiner Ansicht nach betrage gegenwärtig die Produktionslücke der US-Wirtschaft rund 900 Mrd. USD.

Das Fiskalpaket von 900 Mrd. USD vom Dezember plus die jetzt geplanten 1,9 Billionen USD ergeben 2,8 Billionen USD. Wenn die Hälfte der derzeitigen 1,6 Billionen USD an überschüssigen Ersparnissen («excess savings») der privaten Haushalte in den USA «freigesetzt» würde, beliefe sich der Umfang der Ausgaben der neuen Biden Administration auf 3,6 Billionen USD. 

Und das bedeute laut Blanchard das Vierfache der oberen Schätzung der Produktionslückeoutput gap»).

Dies würde seiner Meinung nach nicht nur zu einer "Überhitzung", sondern zu einem "Brand" führen, der die Arbeitslosigkeit auf null und die Inflation auf "potenziell viel mehr als" 2,5% treiben würde. 

Wie gross ist zu gross? US-Wirtschaftsschutzprogramm

Bloomberg Barclays U.S. Corporate High-Yield-Index sank am Montagabend auf 3,96% und verzeichnete damit sechs aufeinanderfolgende Rückgänge, Graph: Bloomberg Quint, Febr 09, 2021

Die durchschnittliche Rendite von US-Junk Bonds fiel zum ersten Mal unter 4%, da Investoren, die einen Zufluchtsort vor den extrem niedrigen Zinsen suchen, weiterhin in eine Anlageklasse strömen, die historisch für ihre hohen Renditen bekannt ist.


Auch Paul Krugman meldet sich nachdenklich zu Wort.

Der im Graduate Center of the City University of New York forschende Wirtschaftsprofessor schreibt in seiner Kolumne bei NYTimes, dass Bidens Plan nicht zu gross sei. Er teilt also Summers Ansicht nicht.

Und er fragt sich vor allem, warum man sich mitten in einer grossen Gesundheitskrise, verursacht durch die Pandemie, Sorgen über Produktionslücken macht.

Das, womit wir es zu tun haben, gleicht eher einer Naturkatastrophe als einer normalen Rezession, und die angemessene politische Reaktion ist hauptsächlich eine Art Katastrophenhilfe, so Krugman.

Er argumentiert, dass man in einer nationalen Krise, genau wie in einem Krieg, das Nötige ausgibt, um die Schlacht so schnell wie möglich zu gewinnen, und sich später mit den Nachwirkungen befasst.

Wie groß ist das Inflationsrisiko? 

Kritiker weisen darauf hin, dass Bidens Ausgaben-Vorschlag viel größer ist als die vom CBO (Congressional Budget Office) geschätzte "Produktionslücke" - die Differenz zwischen der tatsächlichen Produktion der Wirtschaft und der Menge, die sie produzieren könnte, ohne in inflationäres Gebiet zu geraten. 

Dies, so argumentieren sie, deutet darauf hin, dass der Rettungsplan zu einer ernsthaften Überhitzung führen würde.

Niemand weiss, wie groß die Produktionslücke wirklich ist, erklärt Krugman. 

Das CBO sagt, dass die Wirtschaft im Jahr 2019 ein Prozent über der Kapazität lag, aber wenn das stimmt, wo war dann die Inflation? 

In der Tat war die große Lektion der Wirtschaft vor der Pandemie, wie Krugman weiter darlegt, dass wir die US-Wirtschaft sicher heißer laufen lassen können, als fast jeder dachte, und dass der einzige Weg, um herauszufinden, wozu wir fähig sind, darin besteht, unsere Grenzen zu testen, anstatt die Wirtschaft präventiv einzudämmen.

Fazit: Das effektive Hindernis für eine gute Politik (economic policy) ist nicht finanzieller, sondern politischer Natur.


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