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Siemens: Kaeser kann „Klimaschützer“ nicht besänftigen – nun wollen sie seine Entlastung verhindern

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Undank ist der Welten Lohn: Siemens-CEO Joe Kaeser hatte sich seit seinem Amtsantritt im Jahr 2013 stetig bemüht, die „gesellschaftliche Verantwortung“ des Unternehmens zu betonen und auf die sogenannte Zivilgesellschaft zuzugehen. Auf der nächsten Hauptversammlung, die am 5. Februar in der Münchner Olympiahalle über die Bühne gehen wird, muss er nun offenbar ausgerechnet aus deren Reihen Gegenwind befürchten. Wie die „Welt“ berichtet, gibt es zwei Anträge aus den Reihen der Kleinaktionäre, Kaeser die Entlastung zu verweigern. Er habe im Zusammenhang mit der jüngsten Debatte um die Lieferung einer Zugsignalanlage an ein Kohlebergwerk der indischen Adani Group in Australien einen „unverzeihlichen Fehler“ begangen. Vorstand wollte keine Zweifel an Vertragstreue wecken Tatsächlich hat

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Undank ist der Welten Lohn: Siemens-CEO Joe Kaeser hatte sich seit seinem Amtsantritt im Jahr 2013 stetig bemüht, die „gesellschaftliche Verantwortung“ des Unternehmens zu betonen und auf die sogenannte Zivilgesellschaft zuzugehen. Auf der nächsten Hauptversammlung, die am 5. Februar in der Münchner Olympiahalle über die Bühne gehen wird, muss er nun offenbar ausgerechnet aus deren Reihen Gegenwind befürchten.

Wie die „Welt“ berichtet, gibt es zwei Anträge aus den Reihen der Kleinaktionäre, Kaeser die Entlastung zu verweigern. Er habe im Zusammenhang mit der jüngsten Debatte um die Lieferung einer Zugsignalanlage an ein Kohlebergwerk der indischen Adani Group in Australien einen „unverzeihlichen Fehler“ begangen.

Vorstand wollte keine Zweifel an Vertragstreue wecken

Tatsächlich hat Kaeser Kopfschütteln bei namhaften Fachjournalisten ausgelöst, als er Proteste von „Friday for Future“ gegen die bereits vereinbarte Lieferung zum Anlass nahm, deren deutsches Aushängeschild Luisa Neubauer zum persönlichen Gespräch zu laden, eine außerordentliche Vorstandssitzung anzuberaumen und Neubauer sogar einen hoch dotierten Posten im Aufsichtsrat von Siemens Energy anzubieten.

Neubauer schlug das Angebot aus und versuchte, einen Vertreter der „Scientists for Future“ auf den Posten zu reklamieren, der Vorstand hielt am 18-Millionen-Euro-Geschäft mit Adani fest. Den Vorstandsmitgliedern war klar: Ein Einlenken gegenüber den „Klimaschützern“ hätte zwar kurzfristig den Beifall von Politikern und Leitmedien nach sich gezogen – und eine Vertragsstrafe hätte der Konzern aus der Portokasse bezahlt. 

In der globalen Geschäftswelt wäre es hingegen als ein Signal aufgefasst worden, dass der deutsche Konzern auf dem umkämpften Weltmarkt die Einhaltung vertraglicher Zusagen unter den Vorbehalt der Zustimmung linksradikaler politischer Pressure Groups im eigenen Land stellen wolle. Das Vertrauen in Siemens als Vertragspartner wäre erloschen. 

Anträge zur Verweigerung der Entlastung tragen öko-ideologische Handschrift

Der Publizist und langjährige Handelsblatt-Chef Gabor Steingart schrieb daraufhin in seinem „Morning Briefing“ über Kaeser:

Sein Vertrag läuft noch, aber seine Autorität ist erloschen. Er wird der Marke Siemens, die in ihren besten Tagen für Pioniergeist stand, keinen Dienst mehr erweisen können.“

Was die Frage der Entlastung anbelangt, dürften die nunmehrigen Anträge, ihm diese zu verweigern, Kaeser keine schlaflosen Nächte bereiten. Die Antragsteller aus den Reihen der Kleinaktionäre dürften dem öko-ideologischen Spektrum zuzurechnen sein. Sie kritisieren nicht die nur wenig erfolgreiche Charmeoffensive Kaesers gegenüber Fridays for Future, sondern dass Siemens an den Auftrag aus Indien festhält.

In einem Antrag heißt es, dadurch habe der Vorstand „sowohl dem globalen Klima als auch der Reputation der Siemens-AG einen irreparablen Schaden zugefügt“. Im anderen heißt es bezüglich des „Klimaschutzes“, betriebswirtschaftliche und vertragliche Belange seien „aufgrund der Dringlichkeit diesem existenziellen Ziel unterzuordnen“.

Dividende um voraussichtlich 0,10 Euro erhöht

Der Siemens-Konzern befindet sich im Streubesitz. Die namhaftesten Aktionäre sind die Siemens-Familie selbst mit etwa sechs Prozent der Anteile, der US-Investmentkonzern Blackrock mit fünf und der Staat Katar mit drei Prozent.

Die Aktionäre könnte der Vorstand für Kaesers Ausritte in die Gesellschaftspolitik immerhin mit einer höheren Dividende besänftigen. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, werden als Dividende 2020 für das Geschäftsjahr 2018/2019 (1. Oktober 2018 bis 30. September 2019) sowohl vom Vorstand als auch vom Aufsichtsrat der Siemens AG 3,90 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie vorgeschlagen. Das sei ein Plus von 0,10 Euro pro Anteilsschein.

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