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Schweizerische Nationalbank – Weshalb die SNB ihre Munition nicht verpulvern wird

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Noch vor wenigen Wochen galt es am Markt bereits mehrheitlich als ausgemacht, dass die Schweizerische Nationalbank am Donnerstag den Leitzins von minus 0,75 Prozent auf minus 1 Prozent weiter absenken wird. Ich konnte die Marktmeinung nie nachvollziehen. Der Wind hat nun tatsächlich gedreht. Eine weitere Absenkung der Zinsen scheint nun so gut wie ausgeschlossen. Wie kam es dazu? Schon vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank vom letzten Donnerstag liess die Nachfrage nach sicheren Anlageklassen wie Gold oder dem Schweizer Franken nach. Dann fiel die Zinsabsenkung der EZB mit 0,1 Prozent relativ mickrig aus – als Folge wertete sich der Franken gegenüber dem Euro nicht auf, wie im Vorfeld erwartet. Die Schweizer Währung schlug vielmehr die Gegenrichtung

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Von Daniel Hügli considers the following as important: , , ,

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Schweizerische Nationalbank – Weshalb die SNB ihre Munition nicht verpulvern wirdNoch vor wenigen Wochen galt es am Markt bereits mehrheitlich als ausgemacht, dass die Schweizerische Nationalbank am Donnerstag den Leitzins von minus 0,75 Prozent auf minus 1 Prozent weiter absenken wird. Ich konnte die Marktmeinung nie nachvollziehen. Der Wind hat nun tatsächlich gedreht. Eine weitere Absenkung der Zinsen scheint nun so gut wie ausgeschlossen.

Wie kam es dazu? Schon vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank vom letzten Donnerstag liess die Nachfrage nach sicheren Anlageklassen wie Gold oder dem Schweizer Franken nach. Dann fiel die Zinsabsenkung der EZB mit 0,1 Prozent relativ mickrig aus – als Folge wertete sich der Franken gegenüber dem Euro nicht auf, wie im Vorfeld erwartet. Die Schweizer Währung schlug vielmehr die Gegenrichtung ein und stand gegen Ende des Handelstages zum Erstaunen aller sogar schwächer da als vor dem EZB-Zinsentscheid. Die Franken-Abschwächung hat sich bis heute fortgesetzt – und dies trotz der verunsicherten Weltlage nach dem Angriff auf die Saudi-Ölanlagen am letzten Samstag.

Lucky SNB, könnte man sagen. Doch solch kurzfristige Entwicklungen bilden natürlich keine ausreichende Grundlage für einen geldpolitischen Entscheid. Vielmehr stellt sich die Frage: Was kann und was wird noch kommen? Klar schwächt sich die Schweizer Wirtschaft ab, doch das Seco sieht keinerlei Anzeichen für einen scharfen Konjunktureinbruch. International lauern Gefahren wie Brexit oder der Handelskrieg USA/China. Verwerfungen an den Märkten haben sie noch nicht ausgelöst. Als Begründung für eine SNB-Zinsausweitung können diese Punkte also nicht dienen.

Spätestens hier müssen wir uns auch die Frage nach dem Handlungsspielraum der Nationalbank stellen. Der SNB, wie andere Zentralbanken weltweit auch, geht nach zehn Jahren Kampf für mehr Inflation, Wirtschaftswachstum und, wie im Schweizer Fall, für einen schwächeren Franken langsam die Munition aus. Die SNB hat ja das Mittel Devisenmarktinterventionen im Munitionsdepot. Aber über die letzten Jahre betrachtet waren dies nur Pistolenschüsse. Die massiven Fremdwährungskäufe konnten die langfristige Aufwertung des Frankens nicht nachhaltig bremsen.

Bleibt die Streubombe Negativzins. Dieses Thema wird für die SNB immer heikler. Nahm man den Strafzins bei der Einführung 2015 noch als notwendiges Übel hin, wird die Kritik von Banken, Versicherern und Vorsorgewerken immer lauter. Und der Negativzins, wie wir alle wissen, treibt den Schweizer Immobilienmarkt in immer gefährlichere Sphären. Hinzu kommt die Kritik seitens der Politik am Negativzins und an der aufgeblähten Bilanz der SNB, sei es aus der Schweiz, sei es aus den USA. Eigentlich kann man nur darauf warten, bis Donald Trump in einem Tweet die SNB und die Schweiz als Währungsmanipulatoren darstellt.

Es spricht nichts für eine Ausweitung der SNB-Negativzinsen am Donnerstag. Eine Munition, die immer knapper und auch wirkungsloser wird, sollte man nicht leichtfertig verpulvern.


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