Tuesday , April 25 2017
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Hier die Chefs. Dort das Volk

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Wenn in den beiden Grossbanken die Mitarbeiter die Rechnung für ihre Chefs bezahlen, wie hier gestern im Fall des Human-Resources-Chefs der Credit Suisse Group beschrieben, gilt dies nicht minder für den Schweizer Staat und sein Volk. Ich werde für Steuerreform (USR III) stimmen, denn ich rechne dann mit einem Beitrag zu steigenden Aktienkursen und stabilen Dividenden. Ganz wie ich Donald Trump nicht verurteilen kann, denn seit er die Mauer gegen Mexiko bauen will, steigen meine Aktien von LafargeHolcim, die dort viel Zement verkaufen wollen. USR III, die am 12. Februar zur Abstimmung kommt, ist ein spätes Weihnachtsgeschenk an 24’000 ausgewählte Firmen der global orientierten A-Schweiz. Die Bundesverwaltung, angeführt vom ehemaligen Bauernsekretär Ueli Maurer,

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Wenn in den beiden Grossbanken die Mitarbeiter die Rechnung für ihre Chefs bezahlen, wie hier gestern im Fall des Human-Resources-Chefs der Credit Suisse Group beschrieben, gilt dies nicht minder für den Schweizer Staat und sein Volk.

Ich werde für Steuerreform (USR III) stimmen, denn ich rechne dann mit einem Beitrag zu steigenden Aktienkursen und stabilen Dividenden. Ganz wie ich Donald Trump nicht verurteilen kann, denn seit er die Mauer gegen Mexiko bauen will, steigen meine Aktien von LafargeHolcim, die dort viel Zement verkaufen wollen.

USR III, die am 12. Februar zur Abstimmung kommt, ist ein spätes Weihnachtsgeschenk an 24’000 ausgewählte Firmen der global orientierten A-Schweiz. Die Bundesverwaltung, angeführt vom ehemaligen Bauernsekretär Ueli Maurer, rechnet dafür mit stabilen und nach 2020 wieder steigenden Steuereinnahmen. Staatssekretär Serge Gaillard, vormals Gewerkschafts-Ökonom, schweigt dazu.

Die Mehrheit der kantonalen Regierungen kalkuliert in die gleiche Richtung. Der Zürcher SVP-Regierungsrat Ernst Stocker steht, leicht schwankend, in Mannestreue zu seinem SVP-Kollegen Maurer als Finanzminister. Den grössten Teil der Rechnung gibt er ohnehin an die 160 Zürcher Gemeinden weiter.

Die SP-Regierungsrätin Eva Herzog in Basel-Stadt hat gar keine Alternative, als USR III zuzustimmen, wird ihr Stadtkanton doch von genau diesen Unternehmen regiert, die davon profitieren. Sonst hat Basel-Stadt nur einiges an Gewerbe, wenig Mittelstand und viele Armutsbürger, die von Sozialleistungen leben.

Nicht viel anders geht es Pascal Broulis, dem Finanzchef der Waadt in Lausanne. Sein Kanton lebt finanziell von den Konzernen (Nestlé, Philipp Morris, Vale und vielen anderen). Das Waadtländer Gewerbe, wie das Genfer auch, ist magersüchtig. Die Bauern und Winzer leben vom Staat.

Bei einem Ja zu USR III ist die personell kleine A-Schweiz der Gewinner, die 96% B-Schweizer können nur hoffen, dass vom Tisch der neuen „Gnädigen Herren“, die zu drei Vierteln aus dem Ausland stammen, etwas für sie abfällt. Das Schweizer Kapital hat sich dem angeschlossen.

Damit wächst, wie in den beiden Grossbanken auch, das Misstrauen des Volkes gegen „die da oben“, die sich von Kommunikationschefs und Juristen nach aussen schützen lassen. Bankpersonal kann man verlagern und entlassen, aber ein Volk kann man nicht von heute auf morgen auswechseln, es sei denn durch den Import von Zuwanderern; aber das braucht Zeit.

Das Schweizer Volk, wie es in der Bundesverfassung mit seinen Rechten beschrieben wird, sieht sich einer Situation gegenüber,...Continue reading here

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Klaus Stöhlker
Klaus Jürgen Stöhlker (* 1941 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein deutscher und Schweizer Journalist, Redaktor, Berater, Publizist und Unternehmer.

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