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Zuger Starberater lässt 300’000 für Putzfrau zu

Summary:
Es handelt sich um eine der feinsten und bekanntesten Adressen auf dem Zuger Finanzplatz. Die Dr. Pirmin Hotz Vermögensverwaltungen AG ist führend für die reiche Privatklientel der Region. Nun aber wird sie hart kritisiert. Vom Erben einer vermögenden Kundin. Es handelt sich um Andreas Hobi, dessen Mutter vor ein paar Jahren verstorben war. Und zuletzt einen Beistand benötigte. Sie litt unter starker Demenz und brauchte Hilfe für sich und ihr Geld. Hobi weilte lange in Brasilien, hatte gesundheitliche Probleme. Und die Familiengeschichte war schwierig. Als Jugendlicher wuchs er bei seinem Vater auf, der die Mutter verlassen hatte. Das führte gestern Pirmin Hotz ins Feld. In einem 30-minütigen Gespräch legte sich Hotz mit beeindruckender Eloquenz ins Zeug. Er und sein Kollege hätten bei der Klientin alles richtig gemacht. Eine negative Story über die Arbeit in diesem Fall wäre unfair. Erbe Andreas Hobi sieht das diametral anders. Und er will ein Licht auf ein Tabu-Thema werfen: den Umgang mit dementen reichen Kunden durch ihre Geldmanager. Da sei Tür und Tor offen für externe Vermögensberater und Private Banker, um bis zuletzt möglichst auf die eigenen Kosten zu kommen. In seinem Fall sei rechtlich nichts zu machen, meint Hobi. Aber fair und korrekt, davon könne keine Rede sein. Hobi führt als Erstes die Rechnungen für die Putzfrau seiner Mutter auf.

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Es handelt sich um eine der feinsten und bekanntesten Adressen auf dem Zuger Finanzplatz. Die Dr. Pirmin Hotz Vermögensverwaltungen AG ist führend für die reiche Privatklientel der Region.

Nun aber wird sie hart kritisiert. Vom Erben einer vermögenden Kundin. Es handelt sich um Andreas Hobi, dessen Mutter vor ein paar Jahren verstorben war.

Und zuletzt einen Beistand benötigte. Sie litt unter starker Demenz und brauchte Hilfe für sich und ihr Geld.

Hobi weilte lange in Brasilien, hatte gesundheitliche Probleme. Und die Familiengeschichte war schwierig. Als Jugendlicher wuchs er bei seinem Vater auf, der die Mutter verlassen hatte.

Das führte gestern Pirmin Hotz ins Feld. In einem 30-minütigen Gespräch legte sich Hotz mit beeindruckender Eloquenz ins Zeug. Er und sein Kollege hätten bei der Klientin alles richtig gemacht.

Eine negative Story über die Arbeit in diesem Fall wäre unfair.

Erbe Andreas Hobi sieht das diametral anders. Und er will ein Licht auf ein Tabu-Thema werfen: den Umgang mit dementen reichen Kunden durch ihre Geldmanager.

Da sei Tür und Tor offen für externe Vermögensberater und Private Banker, um bis zuletzt möglichst auf die eigenen Kosten zu kommen.

In seinem Fall sei rechtlich nichts zu machen, meint Hobi. Aber fair und korrekt, davon könne keine Rede sein.

Hobi führt als Erstes die Rechnungen für die Putzfrau seiner Mutter auf. „Meine Mutter hatte zur damaligen Zeit rund 5 Millionen Franken auf dem Konto, das von ihrem Berater bei der Pirmin Hotz verwaltet wurde.“

„Im Spitzenjahr beliefen sich die Bezüge der Putzfrau auf über 300’000 Franken, was 6 Prozent des gesamten dortigen Vermögens meiner Mutter ausgemacht hatte.“

Zudem habe der Hotz-Partner, der seine Mutter betreute, weitere Rechnungen einfach durchgewunken und nie Fragen gestellt.

Es handle sich um „relativ kleine Beträge in unterschiedlicher Grösse und unregelmässig“, sagt Erbe Hobi.

Und kommt zum Schluss: „In etwa 4 Jahren überwies der Berater im Auftrag meiner Mutter der Putzfrau über 600’000 Franken.“ Im Schnitt also 150’000 Franken pro Jahr.

Ein stolzes Salär. Dieses sei in keinem Verhältnis gestanden zu den Zahlungen der früheren Jahre. Dort seien es maximal 60’000 Franken im Jahr gewesen.

„Die teilweise Demenz meiner Mutter war offensichtlich, alle wussten davon, weil die Krankheit bei ihr sichtbar war“, meint Andreas Hobi.

Das hätte auffallen und hellhörig machen müssen. „Meine Mutter kontaktierte in ihrer Halbdemenz die Menschen um sie herum mit den stets gleichen Anliegen.“

Auch ihren Vermögensberater bei der Dr. Pirmin Hotz AG. Dieser sei von seiner Mutter ebenfalls mit immer...Continue reading here

Lukas Haessig
Im Frühling 2006 machte ich mich als freischaffender Wirtschaftsjournalist mit Sitz in Zürich selbständig. Für den Zürcher Tages-Anzeiger und die Schweizer Handelszeitung schreibe ich regelmässig Artikel, zudem arbeite ich als Wirtschaftsexperte für Radio 1. Im November 2011 startete ich die Internet-Finanzzeitung Inside Paradeplatz.

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