Tuesday , April 25 2017
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Whistleblowers bringen Six-Bigboss zu Fall

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Markus Melching kam, wütete, ging. Nach einem Jahr. Nun kommt der wahre Grund für den eigenartigen Abgang der Nummer 2 bei Six Payment zum Vorschein. Gegen Melching gab es interne Anzeigen bei der Börsen- und Finanz-Infrastruktur-Firma. Mehrere Angestellte hatten das anonyme Whistleblowing der Six genutzt, um gegen Melching vorzugehen. Eine interne Untersuchung unter Leitung des obersten Compliance-Chefs und mit Einbezug der Six-Personalführung ergab ein gemischtes Bild. Die Vorwürfe der Mitarbeiter, die sich gegen Melchings Umgang mit den Leuten richteten, konnten zur einen Hälfte nachvollzogen werden, zur anderen nicht. Trotzdem war nach der Untersuchung der Fall klar, dass Melching nicht länger bei der Six bleiben kann. Man hat sich auf eine Sprachregelung

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Markus Melching kam, wütete, ging. Nach einem Jahr. Nun kommt der wahre Grund für den eigenartigen Abgang der Nummer 2 bei Six Payment zum Vorschein.

Gegen Melching gab es interne Anzeigen bei der Börsen- und Finanz-Infrastruktur-Firma. Mehrere Angestellte hatten das anonyme Whistleblowing der Six genutzt, um gegen Melching vorzugehen.

Eine interne Untersuchung unter Leitung des obersten Compliance-Chefs und mit Einbezug der Six-Personalführung ergab ein gemischtes Bild.

Die Vorwürfe der Mitarbeiter, die sich gegen Melchings Umgang mit den Leuten richteten, konnten zur einen Hälfte nachvollzogen werden, zur anderen nicht.

Trotzdem war nach der Untersuchung der Fall klar, dass Melching nicht länger bei der Six bleiben kann. Man hat sich auf eine Sprachregelung geeinigt. Vor 3 Wochen war Melching dann über Nacht weg.

Der Shootingstar, der die wichtigste Division der Six, nämlich das bargeldlose Zahlen, vorantreiben sollte, war Geschichte.

In seinem Bereich mit rund 600 Mitarbeitern gibt es zahlreiche Opfer. Viele Six-Payment-Mitarbeiter sind seit Wochen krank geschrieben.

Sie hatten es unter Melching nicht mehr geschafft, am Morgen zur Arbeit zu erscheinen – zu gross war ihre Angst vor ständiger Erniedrigung und psychischen Verletzungen.

Melching soll wie ein Rambo mit den Leuten umgegangen sein, heisst es aus der Six-Gruppe. Er habe die Leute blossgestellt, ihnen jede Freude am Job genommen.

Dafür habe er seine Seilschafts-Kollegen aus alter Swisscom-Zeit zur Six geholt. Den gestandenen Six-Leuten hätte Melching ins Gesicht gesagt, sie bräuchten sich gar nicht erst zu bewerben.

Ein „Angst und Schrecken“-Regime habe unter Melching geherrscht, sagt ein Gesprächspartner. Ein Six-Sprecher wollte gestern nicht zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

Melching hat noch ein Pensum an der Universität Freiburg und ist Besitzer einer bekannten Apotheke an der Zürcher Bahnhofstrasse.

Gegen Melching könnten weitere Klagen von betroffenen Six-Mitarbeitern eingehen. Ob diese ernsthafte Folgen hätten, bleibt abzuwarten.

Der Fall Melching wirft Fragen an die oberste Führung der Six-Gruppe auf. Wie konnte es passieren, dass ein Manager, der überhaupt nicht zur Kultur passt, eine so hohe Aufgabe erhält?

Der Druck auf den direkten Vorgesetzten Melchings steigt. Er heisst Jürg Weber und ist auch noch keine 2 Jahre bei der Six.

Davor war der Ex-McKinsey-Berater Weber auf Jobsuche. Zumindest muss man das aufgrund seiner früheren Tätigkeit in der Türkei annehmen, die nicht besonders spannend klingt.

Weber hätte erkennen müssen, dass Melching als Chief Operating Officer der Six...Continue reading here

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Lukas Haessig
Im Frühling 2006 machte ich mich als freischaffender Wirtschaftsjournalist mit Sitz in Zürich selbständig. Für den Zürcher Tages-Anzeiger und die Schweizer Handelszeitung schreibe ich regelmässig Artikel, zudem arbeite ich als Wirtschaftsexperte für Radio 1. Im November 2011 startete ich die Internet-Finanzzeitung Inside Paradeplatz.

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