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Saxo erleidet Debakel vor UK-Ombudsmann

Summary:
Die Saxo Bank hatte am 15. Januar 2015 ihr Waterloo erlitten. Als die Nationalbank den Franken gegen den Euro um 10.30 Uhr freigab, geriet die Einheitswährung in freien Fall. Und die Saxo in kritische Schieflage. Sie machte an einem Tag riesige Verluste. Diese wollte sie teilweise zurückholen, indem sie ihren Kunden die Kurse für Euro-Franken nachträglich anpasste. Das Minus sollte bei den Kunden landen, obwohl man ihnen in E-Mails zunächst etwas anderes weisgemacht hatte. Die Kontostände der Kunden wurden nachträglich tiefrot. Viele liessen sich dies nicht gefallen und klagten gegen die Saxo vor dem Londoner Ombudsmann, eine wichtige Vermittlungsstelle in Bankkonflikten. Nun erhält ein erster Kunde auf ganzer Linie recht. Für eine nachträgliche Anpassung des Euro-Kurses von 1,1860 Franken auf 0,9625 Franken sei die Saxo London nicht legitimiert gewesen. Diese war zuständig für die Deals. Das Urteil fällt eindeutig aus. Niederlage auf der ganzen Linie für die Saxo Bank. Nach dem 15. Januar 2015 erleidet sie damit ihre zweite Grossschlappe. Der Londoner Ombudsmann entschied in seinem Urteil, dass die Saxo alles Geld zurückerstatten müsse – und obendrauf eine happige Entschädigung zu zahlen habe. Die Saxo muss den ursprünglichen Kurs akzeptieren, also die 1,1860 Franken pro Euro anstelle der nachträglichen 0,9625 Franken pro Einheitswährung.

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Die Saxo Bank hatte am 15. Januar 2015 ihr Waterloo erlitten. Als die Nationalbank den Franken gegen den Euro um 10.30 Uhr freigab, geriet die Einheitswährung in freien Fall.

Und die Saxo in kritische Schieflage. Sie machte an einem Tag riesige Verluste. Diese wollte sie teilweise zurückholen, indem sie ihren Kunden die Kurse für Euro-Franken nachträglich anpasste.

Das Minus sollte bei den Kunden landen, obwohl man ihnen in E-Mails zunächst etwas anderes weisgemacht hatte. Die Kontostände der Kunden wurden nachträglich tiefrot.

Viele liessen sich dies nicht gefallen und klagten gegen die Saxo vor dem Londoner Ombudsmann, eine wichtige Vermittlungsstelle in Bankkonflikten.

Nun erhält ein erster Kunde auf ganzer Linie recht. Für eine nachträgliche Anpassung des Euro-Kurses von 1,1860 Franken auf 0,9625 Franken sei die Saxo London nicht legitimiert gewesen. Diese war zuständig für die Deals.

Das Urteil fällt eindeutig aus. Niederlage auf der ganzen Linie für die Saxo Bank. Nach dem 15. Januar 2015 erleidet sie damit ihre zweite Grossschlappe.

Der Londoner Ombudsmann entschied in seinem Urteil, dass die Saxo alles Geld zurückerstatten müsse – und obendrauf eine happige Entschädigung zu zahlen habe.

Die Saxo muss den ursprünglichen Kurs akzeptieren, also die 1,1860 Franken pro Euro anstelle der nachträglichen 0,9625 Franken pro Einheitswährung.

Auf dieser Basis muss sie das Konto des Kunden gutschreiben, womit auf diesem statt ein grosses Minus ein beträchtliches Plus steht.

Die Saxo muss alle in Rechnung gestellten Zinsen für den Minussaldo zurückerstatten, falls der Kunde solche geleistet hat.

Statt dessen muss die Bank horrende 8 Prozent Zinsen auf den Positivsaldo zahlen, welcher nun auf dem Konto resultiert – und das seit dem 15. Januar 2015, also mehr als 2 Jahre.

Und die Saxo muss für die Unbill geradestehen, die sie mit ihrer nicht legitimen Kurskorrektur dem Kunden verursacht hat.

Zunächst ist im Entscheid des Ombudsmanns von 750 englischen Pfund die Rede. Dies quasi als Schmerzensgeld.

Insgesamt wird die Rechnung für die Saxo happig.

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Lukas Haessig
Im Frühling 2006 machte ich mich als freischaffender Wirtschaftsjournalist mit Sitz in Zürich selbständig. Für den Zürcher Tages-Anzeiger und die Schweizer Handelszeitung schreibe ich regelmässig Artikel, zudem arbeite ich als Wirtschaftsexperte für Radio 1. Im November 2011 startete ich die Internet-Finanzzeitung Inside Paradeplatz.

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