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CS-Chef Gottstein: Alles gehabt, alles verspielt

Summary:
Heute erhält die CS-Spitze von ihren Eigentümern 4 Milliarden frisches Kapital. Treibstoff für die nächste Schleife auf ungewissem Flug. Geplant war ganz Anderes: ein Schweizer Börsengang. Doch die entscheidende Figur strauchelte. Thomas Gottstein, Chef der Schweizer CS. Gottstein hatte die einzigartige Chance, die alte Schweizerische Kreditanstalt wieder aufleben zu lassen. Er nahm sie nicht wahr. Und verlor. Auf entscheidender Linie. Kein Börsengang der CS Schweiz, sondern Verbleib in der Gruppe. Keine Sonderstellung mit Schweizer Kultur und Eigenständigkeit, sondern brav sitzenbleiben an der kurzen Leine des Konzerns. Die CS hatte vor Monatsfrist betont, sie erachte den „Erhalt der vollständigen Beteiligung an unserer wertvollen Schweizer Bank“ als das „richtige Vorgehen“, und gab die heute stattfindende Kapitalerhöhung bekannt. Gottsteins Rückschlag kann nicht schwer genug eingeschätzt werden. Es ist die historische Niederlage eines Hoffnungsträgers, der beste Aussicht auf Erfolg gehabt hatte – und dann fulminant stürzte. Die CS Schweiz ist das unbestrittene Juwel der CS-Gruppe. Sie verdient mehr als die anderen Divisionen, hat Tradition, zählt alle Reichen und Firmen im Land zu ihren Kunden. Mit einem Börsengang wäre Gottstein Unternehmer geworden.

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Heute erhält die CS-Spitze von ihren Eigentümern 4 Milliarden frisches Kapital. Treibstoff für die nächste Schleife auf ungewissem Flug.

Geplant war ganz Anderes: ein Schweizer Börsengang. Doch die entscheidende Figur strauchelte.

Thomas Gottstein, Chef der Schweizer CS. Gottstein hatte die einzigartige Chance, die alte Schweizerische Kreditanstalt wieder aufleben zu lassen.

Er nahm sie nicht wahr. Und verlor. Auf entscheidender Linie.

Kein Börsengang der CS Schweiz, sondern Verbleib in der Gruppe. Keine Sonderstellung mit Schweizer Kultur und Eigenständigkeit, sondern brav sitzenbleiben an der kurzen Leine des Konzerns.

Die CS hatte vor Monatsfrist betont, sie erachte den „Erhalt der vollständigen Beteiligung an unserer wertvollen Schweizer Bank“ als das „richtige Vorgehen“, und gab die heute stattfindende Kapitalerhöhung bekannt.

Gottsteins Rückschlag kann nicht schwer genug eingeschätzt werden. Es ist die historische Niederlage eines Hoffnungsträgers, der beste Aussicht auf Erfolg gehabt hatte – und dann fulminant stürzte.

Die CS Schweiz ist das unbestrittene Juwel der CS-Gruppe. Sie verdient mehr als die anderen Divisionen, hat Tradition, zählt alle Reichen und Firmen im Land zu ihren Kunden.

Mit einem Börsengang wäre Gottstein Unternehmer geworden. Seine Mitstreiter hätten dafür gekämpft, die CS Schweiz zum Glänzen zu bringen, die Crew hätte alles gegeben.

Nun verbleibt die CS Schweiz in lähmender Bürokratie: kein Eigenleben, wuchernde Compliance, interne Stellungskriege.

Passend zum Rückschlag ist Thomas Gottsteins neues Äusseres. Der grosse CS-Chef trägt Bart.

CS-Chef Gottstein: Alles gehabt, alles verspielt

Nicht Hipster, sondern Banker: CS-Schweiz-Chef Gottstein mit 7-Tage-Bart. (Bild: Handelszeitung)

Und was für einen. Kein Hipster-Bart mit dem Signal, ein cooler Typ zu sein. Sondern ein Mehrtages-Bart.

Den habe er in den Ferien stehengelassen, sagte Gottstein der Sonntagszeitung. Frau und Kindern habe dies gefallen. Er bleibe „erst einmal“.

Der grosse Unterlegene und sein Siebentage-Bart liefern ungewollte Symbolik für die Tragödie: Gottstein, der Spitzenmann im Alternativ-Look.

Wie nur konnte der Topbanker derart den Kürzeren ziehen? Wie war es möglich, dass der grosse Star, auf den die ganze Schweizer CS gesetzt hatte, seine einzigartige Chance verspielte?

Und vor allem: Was passiert nun mit der CS Schweiz und...Continue reading here

Lukas Haessig
Im Frühling 2006 machte ich mich als freischaffender Wirtschaftsjournalist mit Sitz in Zürich selbständig. Für den Zürcher Tages-Anzeiger und die Schweizer Handelszeitung schreibe ich regelmässig Artikel, zudem arbeite ich als Wirtschaftsexperte für Radio 1. Im November 2011 startete ich die Internet-Finanzzeitung Inside Paradeplatz.

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