Wednesday , August 23 2017
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Six buchte Privatjet, um Pfusch zu lösen

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Die Six ist entscheidend, damit der Finanzplatz Schweiz Topqualität bietet. Ein Blick auf eine Krise zum Jahreswechsel zeigt, wie das Gemeinschaftsunternehmen dem Anspruch nicht mehr genügt. Um null Uhr am 1. Januar 2017 ging in Österreich nichts mehr. Kein Bankomat spukte noch Bares aus. Dabei war Hochsaison in Kitzbühel und anderen Skiorten. Um 7 Uhr trafen sich 15 Six-Manager zum Notfallmeeting. Es sollte die erste von 4 Sitzungen der Truppe an diesem Neujahrstag sein. Unter „Ausgangslage“ hielten die Six-Leute die Krise fest: „Totalausfall“ in Österreich an den Zahlungsgeräten. Die Analyse: Die „verschlüsselte Kommunikation“ zwischen den Frontgeräten in Österreich und der Six Zentrale in Zürich „funktioniert seit heute Mitternacht nicht mehr“. Der Grund sei „ein

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Die Six ist entscheidend, damit der Finanzplatz Schweiz Topqualität bietet. Ein Blick auf eine Krise zum Jahreswechsel zeigt, wie das Gemeinschaftsunternehmen dem Anspruch nicht mehr genügt.

Um null Uhr am 1. Januar 2017 ging in Österreich nichts mehr. Kein Bankomat spukte noch Bares aus. Dabei war Hochsaison in Kitzbühel und anderen Skiorten.

Um 7 Uhr trafen sich 15 Six-Manager zum Notfallmeeting. Es sollte die erste von 4 Sitzungen der Truppe an diesem Neujahrstag sein.

Unter „Ausgangslage“ hielten die Six-Leute die Krise fest: „Totalausfall“ in Österreich an den Zahlungsgeräten.

Die Analyse: Die „verschlüsselte Kommunikation“ zwischen den Frontgeräten in Österreich und der Six Zentrale in Zürich „funktioniert seit heute Mitternacht nicht mehr“.

Der Grund sei „ein abgelaufener Schlüssel für die sichere Datenübertragung“. Alles festgehalten im Protokoll des „Six Emergency Board“.

Dort steht weiter: „Die Schlüssel, welche 2012 generiert wurden und bis 2027 aktiv sein sollten, haben mehrere Generationen, wobei die Generation 2, welche aktiv ist, ein Ablaufdatum per 31.12.2016 aufweist.“

Die Six, ein mit Hunderten von Millionen Franken vom Bankenplatz gefüttertes Tech-Unternehmen, merkte nicht, dass ein zentraler Sicherheitsschlüssel abläuft.

Wie ist so etwas möglich?

Die Antwort bleibt offen. Sicher ist, dass die Six-Manager, die zuvor Zentrales verschlafen hatten, in der Krise hyperventilierten. Und dabei keine Kosten scheuten.

Als Sofortlösung prüften sie, in „Wien einen neuen Schlüssel zu generieren“. Dies müsse „von vier unterschiedlichen Personen gemacht werden“, steht im Protokoll.

Das Vorgehen würde ein paar Stunden in Anspruch nehmen. „Danach müssen diese vier Personen nach Zürich fliegen, um ihren Teil des Schlüssels in Zürich einzugeben und zu aktivieren.“

Im 7-Uhr-Meeting hiess es, es würde abgeklärt, wie die Sicherheitsleute schnellstmöglich nach Zürich kämen. Weitere Lösungsvarianten wurden skizziert, einige allerdings rasch wieder verworfen.

Schliesslich entschieden sich die Six-Zuständigen für den Weg mit dem Einfliegen. Am 2. Notfallmeeting um 12 Uhr hiess es dazu: „Die Schlüsselträger sind in Wien eingetroffen. Der neue Schlüssel mit Ablaufjahr 2027 wurde eingespielt.“

Der erste Teil der Operation Save Austria war geglückt. Nun ging es darum, die Schlüssel-Leute rasch nach Zürich zu befördern. „Ein Privat-Jet wurde von Markus Melching dafür gebucht.“

Melching, das war damals der Chef zuständigen Sparte „Payment“ innerhalb der Six-Gruppe. Also der oberste Verantwortliche für alles...Continue reading here

Lukas Haessig
Im Frühling 2006 machte ich mich als freischaffender Wirtschaftsjournalist mit Sitz in Zürich selbständig. Für den Zürcher Tages-Anzeiger und die Schweizer Handelszeitung schreibe ich regelmässig Artikel, zudem arbeite ich als Wirtschaftsexperte für Radio 1. Im November 2011 startete ich die Internet-Finanzzeitung Inside Paradeplatz.

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