Tuesday , July 25 2017
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Progress Software: Schweizer IV-Daten per Dekret an die Amerikaner

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Gestern kurz vor US-Börsenöffnung: Die Progress Software Corporation verkündet ihre Jahreszahlen. Genauer gesagt einen Quartalsverlust von 73.8 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 117 Millionen. Der Jahresumsatz beträgt 405 Millionen. Die Aktie taucht um 15%. Die Börse erlässt, wie in solchen Fällen üblich, eine „Short Sale Restriction“. Bis zum 19. Januar, um extremere Ausschläge zu vermeiden. So what? Im Allgemeinen nichts Weltbewegendes. Kommt jedes Jahr hundertfach vor, dass irgendein US-KMU an der Börse abschmiert. Für Schweizer ist das jedoch etwas Besonderes. Dieser Firma, die im Wesentlichen vom Support einer Uralt-Datenbank-Technologie lebt, bis der letzte Kunde „gestorben ist“, vertrauen unsere IV-Stellen die Verarbeitung ihrer Daten an. Als Abonnement von it-beschaffung.ch staunte ich vor einigen Tagen nicht schlecht zu erfahren, dass die IV-Stellen der Kantone Aargau, Appenzell-Ausserrhoden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Luzern und Solothurn quasi per Dekret statt öffentlicher Ausschreibung die Direktvergabe eines 6 Millionen Auftrags an den Schweizer Ableger, die Progress Software AG, publizierten. Begründung sind „technische Besonderheiten, hohe Komplexität und erheblicher Aufwand bei Wechsel“. Zudem liege das geistige Eigentum an den Schutzrechten beim Anbieter.

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Gestern kurz vor US-Börsenöffnung: Die Progress Software Corporation verkündet ihre Jahreszahlen. Genauer gesagt einen Quartalsverlust von 73.8 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 117 Millionen.

Der Jahresumsatz beträgt 405 Millionen. Die Aktie taucht um 15%. Die Börse erlässt, wie in solchen Fällen üblich, eine „Short Sale Restriction“. Bis zum 19. Januar, um extremere Ausschläge zu vermeiden.

So what? Im Allgemeinen nichts Weltbewegendes. Kommt jedes Jahr hundertfach vor, dass irgendein US-KMU an der Börse abschmiert.

Für Schweizer ist das jedoch etwas Besonderes.

Dieser Firma, die im Wesentlichen vom Support einer Uralt-Datenbank-Technologie lebt, bis der letzte Kunde „gestorben ist“, vertrauen unsere IV-Stellen die Verarbeitung ihrer Daten an.

Als Abonnement von it-beschaffung.ch staunte ich vor einigen Tagen nicht schlecht zu erfahren, dass die IV-Stellen der Kantone Aargau, Appenzell-Ausserrhoden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Luzern und Solothurn quasi per Dekret statt öffentlicher Ausschreibung die Direktvergabe eines 6 Millionen Auftrags an den Schweizer Ableger, die Progress Software AG, publizierten.

Begründung sind „technische Besonderheiten, hohe Komplexität und erheblicher Aufwand bei Wechsel“. Zudem liege das geistige Eigentum an den Schutzrechten beim Anbieter.

Progress, diese riesige Verlustmaschine, sagte sich wohl: Holen wir das Geld doch dort, wo es am lockersten sitzt. Und als Visitenkarte eignen sich Bitcoin-Projekte eh besser als IV-Systeme.

Oder irre ich mich?

Der Entscheid ist in simap öffentlich publiziert.

(Extrakt für Inside-Paradeplatz-Leser; Originalartikel mit Kommentar „Longterm-Investor“ und weitere Investmentsdetails, siehe Longterm-Investor.)

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Michael Bischof
Michael Bischof ist Anlagespezialist und betreibt die Plattform Longterm Investor.

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