Tuesday , July 25 2017
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Ist die Schweizer Armee kein Talentpool mehr?

Summary:
Die Schweizer Armee macht mit Verteidigungsminister Guy Parmelin einen Anlauf zur Modernisierung. Der Bundesrat hat soeben Parmelins Amtsführung bestätigt. Bleibt unsere Milizarmee ein militärischer Faktor und kann die Privatwirtschaft mit den Offizieren noch etwas anfangen? Noch vor drei Monaten zogen Offiziere der Schweizer Armee durch das Land, um Unternehmer und Spitzenmanager davon zu überzeugen, dass die Offiziersausbildung ihrer Kader der beste Weg sei für deren späteren Erfolg. Gleichzeitig empfahlen sie ihre Militärkollegen für Zivilkarrieren, denn die Aus- und Weiterbildung der heutigen Generalstabs-Schule übertreffe hinsichtlich der praktischen Führungsschulung alles, vor allem diejenige der MBA-Schulen. Sie knüpften damit an, was für die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts noch galt: Schweizer Offiziere waren in vielen Schweizer Firmen das Rückgrat des Managements. Wer bei der damals grössten Bank der Schweiz, der Bankgesellschaft (SBG), nicht Offizier war, machte keine Karriere. Gleiches galt im global erfolgreichen Konzern der Winterthur-Versicherungen und der Swissair. Alle drei Firmen gibt es heute nicht mehr. Sie sind untergegangen oder wurden übernommen. Die Legende von der hochstehenden Schweizer Offiziersausbildung war von der Wahrheit nur wenig entfernt.

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Die Schweizer Armee macht mit Verteidigungsminister Guy Parmelin einen Anlauf zur Modernisierung. Der Bundesrat hat soeben Parmelins Amtsführung bestätigt. Bleibt unsere Milizarmee ein militärischer Faktor und kann die Privatwirtschaft mit den Offizieren noch etwas anfangen?

Noch vor drei Monaten zogen Offiziere der Schweizer Armee durch das Land, um Unternehmer und Spitzenmanager davon zu überzeugen, dass die Offiziersausbildung ihrer Kader der beste Weg sei für deren späteren Erfolg. Gleichzeitig empfahlen sie ihre Militärkollegen für Zivilkarrieren, denn die Aus- und Weiterbildung der heutigen Generalstabs-Schule übertreffe hinsichtlich der praktischen Führungsschulung alles, vor allem diejenige der MBA-Schulen.

Sie knüpften damit an, was für die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts noch galt: Schweizer Offiziere waren in vielen Schweizer Firmen das Rückgrat des Managements. Wer bei der damals grössten Bank der Schweiz, der Bankgesellschaft (SBG), nicht Offizier war, machte keine Karriere. Gleiches galt im global erfolgreichen Konzern der Winterthur-Versicherungen und der Swissair. Alle drei Firmen gibt es heute nicht mehr. Sie sind untergegangen oder wurden übernommen.

Die Legende von der hochstehenden Schweizer Offiziersausbildung war von der Wahrheit nur wenig entfernt. Der damals noch existierende Schweizer Generalstab, dem deutschen Generalstab vor dem 1. Weltkrieg in engerem Rahmen nachempfunden, war tatsächlich eine strenge Schule für angehende Spitzenmanager. Daraus entstand als höchste Stufe die „heilige Dreieinigkeit“ als Unternehmer-Offizier-Nationalrat in ein- und derselben Person. Die Schweiz wurde in ihrer Hochblüte weit über hundert Jahre von solchen Männern geführt. Man nannte sie die „Stahlhelm-Fraktion“.

In der letzten Generation zerbrach dieses Führungssystem; zum einen, weil die Armee mit über einer halben Million Soldaten zu teuer wurde; zum anderen, weil viele der besten Schweizer Firmen sich im offenen Ausverkauf befanden. Ausländisches Kapital strömte in die Schweiz. Deutsche, französische, holländische und amerikanische Kapitalisten, später auch Araber, Inder und Chinesen, kauften sich die schönsten Stücke der Schweizer Wirtschaft. Die Schweiz wurde globalisiert.

Die Schweizer Manager, einst die besten der Welt genannt, so mein Kollege Dr. Egon Zehnder, der heute seine Pensionierung geniesst, erlebten ihren Abstieg. Im Wettbewerb mit vorwiegend angloamerikanischen oder deutsch-holländisch-skandinavischen Managern fielen sie immer rascher zurück. Was als Heimvorteil betrachtet wurde, veränderte sich zum strukturellen Nachteil.

Die Nachfrage nach dem Schweizer Offizier als Fachmann für Management ging so rasch zurück wie es heute die Alpengletscher tun. Der Schweizer Generalstab, dessen Bedeutung...Continue reading here

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