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Die Schweiz, eine fette Beute

Summary:
Drei Viertel der Gewinne Schweizer Firmen, jährlich rund CHF 200 Milliarden, fliessen ins Ausland. Oft kommen dazu noch weitere Konzern- und Patententschädigungen in Milliardenhöhe, die Schweizer Tochterfirmen an ihre ausländischen Muttergesellschaften zahlen. Reinvestiert werden im Schnitt pro Jahr weniger als zehn Milliarden Franken. Die Schweiz ist eine fette Beute, die, obwohl wir die reichsten Menschen der Welt sein sollen, nicht mehr den Eindruck macht, sie könne sich gegen das Ausschlachten jener Schätze, die ihre Vorfahren gesammelt haben, zur Wehr setzen. Nur ein Viertel der Dividenden von grossen Firmen wie Nestlé, Roche, Novartis oder UBS bleiben in der Schweiz, wobei es bei diesen Grosskonzernen sogar noch viel weniger sind, weil der ausgewiesene Anteil Schweizer Aktionäre oft unter 20% liegt. Wenn dann für die Schweizer Aktionäre, sei es bei Lindt & Sprüngli oder Schindler, noch etwas übrig bleibt, sind das beachtliche Beträge, die tatsächlich zum Wohlstand des Landes beitragen können. Wie die Burkhard-Erben ihren Familienkonzern SIKA nach Frankreich verschleudern wollen, weil ihnen selbst das unternehmerische Flair abgeht, so haben sich die Erben vieler alter Schweizer Familien bereichert, weil ihnen Bargeld lieber als unternehmerische Verantwortung ist. Der grosse Ausverkauf fand in den letzten vierzig Jahren statt.

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Drei Viertel der Gewinne Schweizer Firmen, jährlich rund CHF 200 Milliarden, fliessen ins Ausland. Oft kommen dazu noch weitere Konzern- und Patententschädigungen in Milliardenhöhe, die Schweizer Tochterfirmen an ihre ausländischen Muttergesellschaften zahlen. Reinvestiert werden im Schnitt pro Jahr weniger als zehn Milliarden Franken.

Die Schweiz ist eine fette Beute, die, obwohl wir die reichsten Menschen der Welt sein sollen, nicht mehr den Eindruck macht, sie könne sich gegen das Ausschlachten jener Schätze, die ihre Vorfahren gesammelt haben, zur Wehr setzen.

Nur ein Viertel der Dividenden von grossen Firmen wie Nestlé, Roche, Novartis oder UBS bleiben in der Schweiz, wobei es bei diesen Grosskonzernen sogar noch viel weniger sind, weil der ausgewiesene Anteil Schweizer Aktionäre oft unter 20% liegt.

Wenn dann für die Schweizer Aktionäre, sei es bei Lindt & Sprüngli oder Schindler, noch etwas übrig bleibt, sind das beachtliche Beträge, die tatsächlich zum Wohlstand des Landes beitragen können.

Wie die Burkhard-Erben ihren Familienkonzern SIKA nach Frankreich verschleudern wollen, weil ihnen selbst das unternehmerische Flair abgeht, so haben sich die Erben vieler alter Schweizer Familien bereichert, weil ihnen Bargeld lieber als unternehmerische Verantwortung ist. Der grosse Ausverkauf fand in den letzten vierzig Jahren statt. Kaspar Villiger, alt Bundesrat und UBS-Präsident, sagte es: „Die 100 grössten Schweizer Konzerne werden von Ausländern kontrolliert.“ Die einst ihm zur Hälfte gehörende Villiger Gruppe zählt nicht dazu, denn Heinrich Villiger, Kaspars Bruder, ist dort allein verantwortlicher Aktionär geblieben.

Die Schweiz, eine fette Beute. Das gilt nicht nur für die Wirtschaft. Es gilt auch für unsere Hochschulen und Universitäten, wo die meisten Professoren aus dem Ausland kommen und etwa die Hälfte der Studenten ebenfalls. Wie dies der Schweiz wirklich dient, wollte noch niemand nachweisen, reisen die Professoren doch gerne weiter in andere Staaten und die Studenten ziehen ihnen nach. Einige gründen Unternehmen bei uns im Land, aber oft sind es auch wieder talentierte Ausländer, die ihre „shops“ mit Gewinn wieder ins Ausland verkaufen.

Wo die Wirtschaft sich verselbständigt und globalisiert, hat die Schweiz wenig zu melden. Im Gegenteil, der...Continue reading here

Klaus Stöhlker
Klaus Jürgen Stöhlker (* 1941 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein deutscher und Schweizer Journalist, Redaktor, Berater, Publizist und Unternehmer.

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